Die Lotteriesteuer - auch eine Stempelsteuer (Reichsstempelabgabe)

 

Geschichte

Die erste Geld-Lotterie entstand 1530 als florentinisches Staatsunternehmen, das Zahlenlotto 1620 in Genua. Im 16. Jahrhundert fand die Klassen-Lotterie Eingang in den Niederlanden und 1610 in Hamburg. In Preussen wurde sie durch Edikt vom 28.5.1810 gegründet und verbreitete sich auch rasch in den anderen deutschen Ländern. Die zahlreichen Staatslotterien übertrugen zu Beginn dieses Jahrhunderts ihr Lotterie-Regal gegen Entschädigung der preussischen Klassen-Lotterie, die seit 1912 Preuss.- Süddeutsche Staats-Lotterie heißt und neben der nur Hamburg und der Freistaat Sachsen eine eigene Klassen-Lotterie haben. Österreich hat neben der Zahlen-Lotterie 1913 die Klassen-Lotterie weitergeführt. In der Schweiz sind alle Lotterien mit Ausnahme derjenigen für gemeinnützige und wohltätige Zwecke verboten.
 

Lotteriesteuer

Trifft mit 16 2/3 % des planmäßigen Preises alle öffentlichen Lotterien und Ausspielungen mit Ausnahme solcher zu wohltätigen Zwecken.
 

Rennwett- und Lotteriesteuer sowie Sportwettsteuer heute

Diese Ländersteuern erwachsen aus den Umsätzen, die durch den Spieltrieb des Menschen zustande kommen. Die Spielgewinne unterliegen nicht der Einkommensteuer. Der Rennwettsteuer unterliegen die aus Anlass von Pferderennen an einem Totalisator oder bei einem Buchmacher abgeschlossenen Wetten. Der Lotteriesteuer unterliegen im Inland veranstaltete öffentliche Lotterien und Ausspielungen. Von ihr werden neben der staatlichen Klassenlotterie vor allem das Zahlenlotto und grundsätzlich auch der Fußballtoto erfasst. Der Steuer unterliegen auch ausländische Lose und Spielausweise, wenn sie ins Inland eingebracht werden. Alle Veranstaltungen, die der Rennwettsteuer, der Lotteriesteuer oder der Sportwettsteuer unterliegen, müssen vom Veranstalter beim zuständigen Finanzamt angemeldet werden

Rennwett- und Lotteriesteuer sind vom Veranstalter zu entrichtende Steuern auf die Umsätze bei öffentlichen Pferdewetten, Lotterien und Ausspielungen. Umsätze, die der Rennwett- und Lotteriesteuer unterliegen, sind von der Umsatzsteuer befreit. Die Rennwettsteuer beträgt 16 2/3 % der Einsätze am Totalisator (Totalisatorsteuer) oder bei Buchmachern, die Lotteriesteuer 20 % (bei ausländischen Losen 25 %) des Nennwertes der Lose, das sind bei Überwälzung der Steuer auf den Losverkäufer gleichfalls 16 2/3% des Einsatzes (einschließlich Steuer). Das Aufkommen der Rennwett- und Lotteriesteuer (2005: 1,81 Mrd. €) fließt den Ländern zu. 

 



 

Gesellschaftslotterie des Hauptfechtverbandes Berlin
zugunsten der Kriegswaisen 1922

PREIS 6 Mark, einschließlich 1 Mark Reichsstempel

 

 



 
Reichsstempel Inschrift: 
Versteuert 
und die Steuernummer unter dem Reichsadler

 
 

PS: 
Die Lose zu den Lotterien wurden bei der Post verkauft  - und das auf eine staatliche Anordnung hin.  

So hatte also die Post mit der Fiskalphilatelie mehr  Berührungspunkte, als sich dies so mancher „Briefmarken-Purist“ in Deutschland zugestehen will!

 

www.stempelpapier.de