Die Wertpapiersteuer auch eine Stempelsteuer



Ein Wertpapier ist ein Papier, das einen bestimmten Wert besitzt, den so genannten Nennwert. Wertpapiere werden an der Börse gehandelt. Man unterscheidet zwischen Aktien sowie Pfandbriefen und Anleihen. Kauf und Verkauf von Wertpapieren unterliegen heute noch dem Wertpapierhandelsgesetz. 

Börsenumsatzsteuer 
Die Börsenumsatzsteuer ist aus der fiskalischen Belastung von Urkunden des Börsenverkehrs hervorgegangen, für die früher behördlich gestempeltes oder mit einer Stempelmarke versehenes Papier zu verwenden war. Durch das Reichsstempelgesetz von 1881 wurden erstmals Schlussnoten und Rechnungen über gewisse Wertpapieranschaffungen reichseinheitlich mit einer fixen Stempelabgabe belegt. Von 1885 an wurden anstelle der Urkunden die Geschäftsabschlüsse als solche erfasst und prozentualen Steuersätzen unterworfen. 1922 wurde die Börsenumsatzsteuer mit der Gesellschaft- und Wertpapiersteuer im Kapitalverkehrsteuer-Gesetz zusammengefasst. Sie wurde ab September 1944 nicht mehr erhoben, 1948 aber durch die damalige Militärregierung wieder eingeführt. Das Aufkommen, das 1949 den Ländern zugewiesen wurde, stand seit der Finanzreform von 1969 an dem Bund zu.
Die Börsenumsatzsteuer wurde zur Beseitigung des Wettbewerbsnachteils der deutschen Finanzmärkte zum 1. Januar 1991 durch das Finanzmarktförderungsgesetz vom 22. Februar 1990 (BGBl I S. 266) abgeschafft.

Wertpapiersteuer
Bis Ende 1964 wurde neben der Börsenumsatzsteuer und der Gesellschaftsteuer eine dritte Kapitalverkehrsteuer erhoben, die den Ersterwerb von Schuldverschreibungen erfasste. Sie war wie jene aus den Stempelabgaben des 19. Jahrhunderts hervorgegangen. Ihre Aufhebung durch Gesetz vom 25. März 1965 erfolgte aus währungs- und kapitalmarktpolitischen Gründen. 

Ausländische Wertpapiere unterlagen nach wie vor einer Steuerpflicht. Um Schwierigkeiten mit dem Versailler Vertragsbestimmungen aus dem Weg zu gehen, wurden für ausländische Aktien und Anleihen seperate Steuerausweise geschaffen, die als Bestandteile der Wertpapiere galten, solange sie im Inland umliefen. Es handelt sich um ein seperates Blatt in der Größe DIN A4, das alle wesentlichen Merkmale wie ART des Wertpapiers, Ausstellungsort und Datum, Stückelung, Nennbetrag und weitere Einzahlungen enthält. Die ordnungsgemäße Versteuerung wurde auf diesen Actien durch einen Steuerstempel in rot, wie hier aufgezeigt, nachgewiesen. Es zeigt in rotem Rund erhaben den Reichsadler in verschiedenen Variationen mit der Umschrift  "Wertpapiersteuer" oder auch „Wertpapiersteuer - Versteuert“ und der Codeziffer, die mit den Codes für inländische Papiere identisch sind.

 



 



Stempel von 1927 aus Dresden
Inschrift: WERTPAPIERSTEUER 34 

Die Nummer 34 ist die alte Städtesteuernummer?

 

 


 



Stempel 1928 aus Berlin
Inschrift: WERTPAPIERSTEUER 3

 

 


 



Stempel von 1929 aus Dresden
Inschrift: WERTPAPIERSTEUER 43

 


 



Stempel von 1928 aus Schwerin i. M.
Inschrift: WERTPAPIERSTEUER 48

 


 



Stempel von 1929 aus Berlin
Inschrift: WERPAPIERSTEUER 3

 

 

 



Stempel von 1929 aus Dresden
Inschrift: WERTPAPIERSTEUER 43 

Ist die Nummer 43 eine neue Städtesteuernummer?
Im Jahre 1927 war es noch die Nummer 34!

 

 
 



Stempel von 1924 aus Berlin
Inschrift: WERTPAPIERSTEUER . VERSTEUERT 3

 


 



Stempel von 1927 aus Stuttgart 
Inschrift: WERTPAPIERSTEUER . VERSTEUERT  51

www.stempelpapier.de