Dänemark führt das Stempelpapier im Jahre 1657 ein!

 

Während um uns herum in Europa und in der ganzen Welt über die Vorläufer aller Gebührenzettel der Welt, auch über die Fiskalmarken geforscht wird, herrscht bei uns in Deutschland Stillstand!
 
Doch es gibt Grund zur Hoffnung:  man ist jetzt hier sogar gewillt, über den Tellerrand zu schauen, 
siehe Artikel in der „Philatelie, Heft 360 – Juni 2007 – 59- Jahrgang! 

Meine Meinung dazu habe ich ja schon auf der Eingangsseite kundgetan!

 
Glücklicherweise konnte ich jetzt auch Kontakte knüpfen zu den Fiskalphilatelisten in Dänemark.

Herr Claus Rafner, Autor mehrerer Fiskalphilatelistischer Bücher und Artikel, mit Beiträgen u.a. auch im Fachjournal „Das Posthorn“, hat mir freundlicherweise die folgenden Informationen zukommen lassen, 
wofür ich mich recht herzlich bei Ihm bedanke!



So wurde meine Vermutung bestätigt, daß die Holsteiner Herzöge das gestempelte Papier nach dem Vorbild der Dänischen Verordnung schon im Jahr 1657 in den herzoglichen Anteilen an Schleswig und Holstein eingeführt haben.

Ein Sekretär Hugo Lente (Bestallung 18.2.1660) hat die Verwaltung (1660 – 1667) des Stempelpapiers im Königlichen Anteil von Schleswig Holstein inne gehabt, er hat auch dass Stempelpier selbst gedruckt. 

Nachfolger war ein Postmeister und Stempelpapier- Verwalter Baltazar Andreas Jäger aus Itzehoe, (Bestallung Juli 1667) und ab dieser Zeit wurde das Stempelpapier in Kopenhagen in der Papierkammer der Rentenkammer gedruckt!
 
Also verdienten sich auch Postbeamte ein Zubrot, durch Verkauf von Stempelpapier bei und in der Post!

 
Meine Meinung hat sich auch hier wieder einmal bestätigt, dass die Post viel enger in der Fiskalphilatelie integriert war, als viele das in Deutschland wahrhaben wollen!

 

Als Literatur hierzu folgen nun Informationen aus dem 1908 erschienen Buch von Carl Christiansen:

„Bidrag til Dansk Statshusholdnings Historie under de to Forste Enevoldskonger”



 





 



 
Der Gebührenstempel (Lacksiegel) für das gesiegelte Papier aus dem Königreich Dänemark,
hier noch ohne Werteintrag, aber mit Jahreszahl 1657.



Im Jahr 1660 wurde das Lacksiegel ersetzt durch einen Aufdruck- Nassgebührenstempel in schwarzer Farbe! 

Der Gebührenwert der Urkunde wurde handschriftlich eingetragen und die Laufzeit vom Stempelpapier wird mit der Jahreszahl im Stempel auch schon festgelegt! 

Die Größe vom Dokument war ¼  = 4 Blatt aus einem Bogen Papier.
Der Preis pro Dokument war 1 Reichsthaler = 48 Schilling lübisch.  

In den Herzoglichen Landesteilen von Schleswig + Holstein wurde die Gebührenverordnung zum gestempelten Papier, nach Maßgabe der Dänischen Verordnung, ebenfalls am 20.11. 1657 eingeführt! 

Im Königlichen Anteil an den Herzogtümern Schleswig und Holstein wurde die Verordnung erst mit dem Jahr 1660 eingeführt.

In anderen Königlichen Landesteilen vom Herzogtum Oldenburg/ Delmenhorst erst im Jahr 1701.  

Es wurde auch schon so einiges an Stempelpapier im Jahr 1657 nach Norwegen verkauft,  obwohl die Einführung dieser Stempelpapier- Verordnung für Norwegen aber erst am 30.01 1661 vollzogen worden ist!


www.stempelpapier.de