Sprache kann verräterisch sein:
Zu den sog. Borderline-Belegen des BDPH.


Bewiesen die Verantwortlichen des BDPH eine glückliche Hand, als sie den Begriff der Borderline-Materials in ihr begriffliches Instrumentarium übernahmen?

Ich meine: Nein!

Auch wenn ich dem BDPH zugute halten möchte, daß er den Begriff "Borderline" nahe an der deutschen Übersetzung aus dem Englischen anlehnt und mit Borderline-Material - ich zitiere: 
"die unnötige Verwendung von Stücken, die im Grenzbereich der Philatelie liegen" 
meint, so muß man sich dennoch fragen, ob man die Assoziationen, die sich mit dem englischen Begriff "Borderline" unweigerlich einstellen, einfach negieren kann!

Der Begriff "Borderline", in der Medizin als krankhafte Persönlichkeitsstörung häufig gebraucht und belegt, wirft auf denjenigen, der in seinen philatelistischen Exponaten diese Belege mit einbezieht, kein gutes Licht. Ich zitiere weiter: "Die unnötige Verwendung von ... Borderline Material ... spricht für mangelhafte thematische Kenntnisse". Zitat Ende.

Interessant ist nun, daß fiskal-philatelistische Material, wenn nicht postalisch verwendet, bis zum heutigen Tage immer noch gern als Borderline-Material bezeichnet wird.

Hierbei setzt aber meine Kritik ein: Postalische Verwendung stellt doch immer eine fiskalische Verwendung dar. Und Untersuchungen zum Begriff Philatelie wurden schon häufig geführt und es gilt als bewiesen, daß der Begriff Philatelie ursächlich mit der Fiskal-Philatelie zusammenhängt.

Und das meine ich nun mit verräterischer Sprache: Wenn Verantwortliche mit dem Krankheit assoziierenden Begriff "Borderline" die Fiskalphilatelie in einem Atemzug nennen, so kann man doch dabei eine gewisse Absicht unterstellen.

Es wäre endlich an der Zeit, der Fiskal-Philatelie innerhalb der Briefmarken-Philatelie den Stellenwert zu vermitteln, der ihr gebührt, nämlich den der Urmutter jeglicher "Philatelie". 

In diesem Zusammenhang empfehle ich auch dann, die verschiedenen Richtlinien des BDPH bezüglich Ihrer Anforderungen an die Exponate gründlich zu überarbeiten. Und ich empfehle weiter, auf den Begriff Borderline gänzlich zu verzichten und in einer Zeit der notwendigen Integration und Inklusion auf weniger belastete deutsche Begriffe zurückzugreifen!

Wolfgang Morscheck

 

So darf ich nur hoffen, daß folgende Belege nicht gleich wieder vorschnell als "borderline" abqualifiziert werden und als fiskalisches Exponat in einer postalischen Ausstellungsklasse mit Fug und Recht aufgezeigt werden können!

 

   
   
   
  
   
   
  
   
  
   
   
   
  
   
   
   
   
   
  
   
   
   
   
    
   
   
    
    
   
   
   
      
   
  

 

Quelle: Die Belege stammen alle aus dem Fiskalmarken- Fundus von Gunter Wagner Filderstadt, von wem denn sonst?

        

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