Theater- Ankündigungen (oder vielleicht besser: Theater-Zeitungen)
mit Zeitungsstempel- Signetten
   
    
Zeitungen und Zeitschriften
nennt man literarische Erzeugnisse, welche an bestimmten Orten u. zu bestimmten Zeiten erscheinend, Nachrichten über Gegenstände bringen od. Fragen erörtern, welche gerade nur für die Zeit Interesse haben. 
Während das Wort Zeitschrift in seiner Bildung u. Bedeutung vollkommen klar u. erst in neuerer Zeit (im Anfang des 18. Jahrh.) aufgekommen ist, bedeutet das Wort Zeitung, welches, wie das entsprechende niederdeutsche Theiding od. Theidung u. das englische Tiding, eine Ableitung von dem niederdeutschen Tid od. Teid, englisch Tide, d.i. Zeit, ist, ursprünglich Begebenheit, Zeitereignis. 
Da nun die im 16. Jahrh. veröffentlichten Flugblätter, welche über merkwürdige Ereignisse u. Begebenheiten Bericht erstatteten, in der Regel den Titel Zeitungen, Neue Zeitungen, d.i. Begebenheiten, neue Begebenheiten, führten, so wurde dieses Wort gegen Ende des 16. Jahrh. auch zum Gattungsnamen für periodische Blätter aller Art. 
Im modernen Sprachgebrauche unterscheidet man zwischen Zeitungen u. Zeitschriften sowohl in Bezug auf Form als auch auf Inhalt. Man versteht dann im Besonderen unter Zeitungen (engl. Newspapers, franz. Gazettes) entweder solche Blätter, welche sich bloß mit der Mitteilung u. Besprechung politischer Nachrichten u. Vorkommnisse beschäftigen, od. auch in einem weiteren Sinne alle diejenigen literarischen Erscheinungen, welche die möglichst schnelle Bekanntmachung nicht bloß der Ereignisse u. Begebenheiten im öffentlichen Leben der Nationen, sondern auch die neueren Erscheinungen, Entdeckungen u. Erfindungen im Gebiet der Wissenschaften, Literatur u. Kunst, wie des Handels u. der Industrie bezwecken. 
Daher gibt es neben den eigentlichen politischen Blättern auch Handelszeitungen, Gewerbezeitungen, Literaturzeitungen, Kunstzeitungen etc. 
Im Gegensatz hierzu fasst man in Deutschland unter dem Namen Zeitschriften od. Journale (franz. u. engl. Journal, ital. Giornale, eigentlich Tageblatt, daher in Frankreich u. Italien noch häufig ein Titel für Zeitungen) alle solche periodische Erscheinungen zusammen, welche mit ihrem Inhalt einerseits die Erörterung u. Besprechung wissenschaftlicher Gegenstände, andererseits die Belehrung u. Unterhaltung eines größeren Leserkreises bezwecken. 
Man unterscheidet allgemeine Zeitschriften, welche alle Gegenstände in ihr Bereich ziehen, die ein allgemeines Interesse besitzen; wissenschaftliche Journale od. Fachzeitschriften, welche nur für einzelne Zweige des Wissens od. einzelne mehr od. minder umfangreiche Gebiete des Wissens bestimmt sind; endlich kritische Journale, welche sich mit der Beurteilung literarischer u. artistischer Erscheinungen befassen. 
Engländer u. Amerikaner bedienen sich in neuerer Zeit als Gesamtbezeichnung für die Zeitschriftenliteratur des Namens Periodicals; deutsche Bibliographen begreifen unter der Rubrik Periodische Schriften nicht bloß die Zeitungen u. Zeitschriften, sondern auch die regelmäßig erscheinenden Publikationen der Akademien u. Gelehrten- Gesellschaften (Sozietäts- od. Gesellschaftsschriften), die Jahrbücher, Kalender, Rechenschaftsberichte etc. 
Die Gesamtheit der periodischen Literatur einer Nation, nach ihren beiden Hauptrichtungen, der politischen wie der literarischen (mit Ausschluß der rein wissenschaftlichen), begreift man auch unter dem Namen Journalismus
Im Journalismus einer Nation spiegelt sich nicht nur der Entwicklungsgang der gesamten geistigen Kultur derselben wider, sondern er ist zugleich auch einer der wichtigsten Faktoren desselben. 
Die Geschichte des Journalismus bildet daher einen Teil der Geschichte der Nationalliteratur eines Volkes. 
Während die Zeitschriften gewöhnlich in größeren Zwischenräumen (meist über eine Woche) erscheinen u. Hefte von gewöhnlich mehr als einem Bogen, oft selbst ganze Bände bilden, bestehen die Zeitungen nur selten aus mehr als einem Bogen u. werden zum weit größten Teile in kürzeren Zwischenräumen (nur sehr selten über eine Woche) ausgegeben. 
Nach den Zeiträumen, innerhalb welcher Zeitungen u. Zeitschriften erscheinen, spricht man von Quartal- od. Vierteljahrschriften (wie z.B. die englischen Reviews), von Monatsschriften (z.B. wie viele englische u. amerikanische Magazines u. viele deutsche wissenschaftliche Journale), Wochenschriften u. Tageblättern. Einzelne Zeitschriften erscheinen nur zwei- od. dreimal jährlich (semestrell od. trimestrell); eine größere Anzahl zweimal monatlich od. vierzehntägig; sehr viele Zeitungen die Woche zwei-, drei-, vier-, fünf- od. sechs-, selbst siebenmal. 
Zeitungen, welche zu keiner bestimmten Zeit, sondern völlig ungezwungen erscheinen, kommen NUR selten mehr vor, wohl aber erscheinen einige Zeitschriften in zwanglosen Heften. 
Ebenso ist das Format höchst verschieden. 
Der Universal Recorder, welcher in Boston um 1840 erschien, war wohl das kolossalste Blatt, welches es je gab, es war 3 Ellen breit, 21 Ellen hoch u. enthielt nächst den politischen Berichten u. einer Menge Anzeigen einen ganzen, 3 Bände starken Roman von Walter Scott. 
Ebenso haben die englischen Zeitungen (bes. der Atlas) zum Teil gigantischstes Folioformat, gehen aber zum Teil zum gewöhnlichen Folioformat herab; schon etwas kleiner sind die französischen, aber meist immer noch in sehr großem Folio, welchem manche deutsche Zeitungen, bes. rheinische, nachfolgen, viele andere deutsche Zeitungen erscheinen aber auch in Großquart, Wochenblätter in Quart od. Oktav, Monats- od. Vierteljahrsschriften aber meist in Oktav. 
Der Grund, warum englische u. französische Blätter so großes Format haben, ist der Wunsch so viel als möglich auf einem Blatt zu geben u. der auf jedem Blatt ruhende Zeitungsstempel. Die Zeitungen werden entweder des Abends (vor der letzten Post) ausgegeben, andere des Morgens; erstere sind Abendblätter, die anderen Morgenblätter. Einzelne größere Zeitungen erscheinen täglich zweimal (Abend- u. Morgenausgabe). Fast jedes Zeitblatt hat seine Beilagen, welche entweder, bes. bei Zeitungen, regelmäßig zu jedem Stück od. zu gewissen Stücken, od. als außerordentliche Beilagen nach Belieben gegeben werden u. dann den zu sehr angewachsenen Stoff konsumieren, auch wohl Ankündigungen u. Anzeigen aller Art enthalten. Bes. wichtige Neuigkeiten werden bei Zeitungen oft in Extrablättern, mit größerer Schrift gedruckt, gegeben.
 
Als die ersten Anfänge des Zeitungswesens werden gewöhnlich die Acta diurna od. Acta populi (vollständiger auch Acta diurna populi od. schlechtweg Acta, Acta publica genannt) betrachtet, welche die römische Tageschronik bildeten, obgleich man sie nicht für eine eigentliche römische Staatszeitung od. ein Intelligenzblatt in unserem Sinne halten darf. Das Institut wurde von Jul. Cäsar im Interesse der außerhalb Roms lebenden Römer begründet. Vorher bestanden zwar Privatblätter, welche sich die Provinzialstatthalter von ihren Freunden in Rom zusammenstellen u. senden ließen, doch waren dieselben weder etwas Regelmäßiges noch Öffentliches. 
Der Inhalt der öffentlichen Acta war sehr mannigfach; in der Kaiserzeit u. teilweise auch schon vorher berichteten sie über Vorgänge aus der kaiserlichen Familie, Geburten, Todesfälle, Leichenfeierlichkeiten, Ehrenbezeugungen; über Staatsangelegenheiten, soviel man davon in die Öffentlichkeit gelangen lassen wollte, namentlich kaiserliche Verordnungen, Senatsbeschlüsse u. Verhandlungen (teils vom Senat direkt an die Redaktion eingesandt, teils aufgenommen, wenn ein Senatsbeschluß öffentlich aufgestellt worden war), Handlungen der höheren Magistrate, Kriminalprozesse u., wie es scheint, auch wichtige Privatprozesse; städtische Nachrichten aller Art (Bauten, Opfer, Reisen bekannter Männer), allerlei Kuriositäten, namentlich aber auch an die Redaktion eingesandte Familiennachrichten (Geburts-, Heirats-, Ehescheidungs- u. Todesanzeigen). 
Über die Redaktion u. die Redaktoren herrscht Dunkel. In der Kaiserzeit scheinen die Acta unter Leitung des Praefectus aerarii besorgt worden zu sein. War die Schrift vollendet, so wurde sie auf einige Zeit an einem öffentlichen Platze aufgestellt, wo man sie lesen u. kopieren konnte. Schreiber machten sich ein Geschäft daraus für Personen (Abonnenten) in Nähe u. Ferne Abschriften zu nehmen od. Auszüge nach dem Bedürfnisse der Committenten daraus zu verfertigen. Nach Ablauf der für die Aufstellung bestimmten Zeit kamen sie in das Staatsarchiv, wo sie von den Schriftstellern nach erhaltener Erlaubnis benutzt werden konnten.
  
In Österreich, wo bis 1848 die Zensur in ihrer größten Ausdehnung u. ganzen Strenge galt, bildeten den Hauptinhalt der Zeitungsblätter die Theaterkritiken u. gleichgültige politische Gegenstände. 
Der Österreichische Beobachter, seit 1809 war das einzige Organ, welches im Auftrage der Staatskanzlei hier u. da politische Mitteilungen brachte u. auch gute auswärtige Nachrichten hatte, während nach Aussen hin sich das österreichische Kabinett gern für seine Mitteilungen der Augsburger Allgemeinen Zeitung bediente. 
Die Amtliche Wiener Zeitung, seit 1700, war eben nur ein amtliches Blatt, u. was sonst noch daneben erschien, ohne Bedeutung u. im Auslande wenig gekannt. Als die Preßfreiheit im März 1848 erschienen war, konnte sich die Zeitungspresse nicht schnell von ihrem Falle erheben, u. die Folge war, daß die Flugblätterliteratur größere Teilnahme erweckte u. auch in reichem Maße gewann. 
Eines der verbreitetsten u. einflußreichsten Blätter war damals die Constitution, von Häfner begründet u. redigiert, dann von Gritzner u. Hauck; das Blatt nahm mit October 1848 sein Ende; ebenso konnte sich das Panier des Fortschritts von Wildner u. Purian nicht behaupten. Ebenfalls noch im März wurde von Mahler, unter Mitwirkung Isidor Heller's u. Tuvora's, Der Freimüthige nebst einer Beilage, Die Bauernzeitung, gegründet, ein eifriges Oppositionsblatt, welches auch auf dem Lande Verbreitung fand, Den Jesuitismus der revolutionären Epoche in Österreich repräsentierte die ebenfalls noch im März begonnene Constitutionelle Donau-Zeitung des Regierungsraths Hock, welcher nach dem 26. Mai unter dem Titel Constitutionelle Wiener Zeitung eine liberale Richtung gegeben wurde, wogegen Hock mit Veith eine Kirchenzeitung begründete, welcher bald auch die Kirchenzeitung von Sebastian Brunner u. Gärtner folgte. Der Österreichische Beobachter wurde am 1. April 1848 durch Schwarzer in die liberale Allgemeine österreichische Zeitung verwandelt, u. als Schwarzer Minister geworden war, wurde das Blatt unter seinem Einfluß von Otto Hübner redigiert. Der Jude Herm. Jellinek begann mit dem Sprechsaal für österreichische Politik eine radikale periodische Schrift. 
Während des Aprils 1848 hatte sich die Zahl der Wochenschriften, Flugblätter u. Zeitungen auffallend vermehrt, viele unter ihnen hatten die sonderbarsten Titel, doch führten sie alle nur ein ephemeres Dasein. Nach den Ereignissen, welche die Flucht des Kaisers, im Mai 1848, zur Folge hatten, vermehrte sich die Zahl der Zeitschriften bedeutend. Die Revolution hatte sich in die Blätter zurückgezogen; am meisten Einfluß übte bis kctober hin S. Engländer's Reform, welche der Vertretung sozialer Fragen gewidmet war, sowie dessen Wiener Charivari, ein Karricaturblatt. 
I. Becher gründete den Radicalen, an welchem Jellinek Anteil hatte. Die Verhandlungen des Reichstags brachte Löwe's Reichstagsblatt. W. Ehrlich gründete eine Nationalzeitung. Entschieden republikanisch war der Studentencourier, herausgegeben von den Studenten Buchheim u. Falke. Ferner traten eine Studentenzeitung u. eine Universitätszeitung hervor; großes Glück machte Friedmann mit seinem Volksblatt Geradeaus. Mit der Verhängung des Belagerungszustandes u. dem Eintreten der Reaktion hatte die Bewegung der Presse ein Ende, u. zu Anfang des Jahres 1850 waren von den vielen Zeitungen nur wenige übrig geblieben. Die scharfe Preßordnung hatte enge Schranken gezogen. 
In neuester Zeit hat sich die Zeitungspresse wieder gehoben; die wichtigeren Zeitungen, welche in den österreichischen Kronländern erscheinen, sind: zunächst die Wiener Zeitungen: die Amtliche Wiener Zeitung, welche seit dem Jahre 1700 erscheint u. gegenwärtig Leopold Schweizer zum Redacteur hat; neuerdings hat diese Zeitung auch ein eigenes Abendblatt unter dem Titel Wiener Abendpost erscheinen lassen, allwöchentlich gibt sie ein Beiblatt für Kunst u. Literatur. Die verbreitetste Wiener Zeitung ist die Presse, deren Eigentümer August Zang, deren Redakteur Mitter ist; ihren Aufschwung verdankt, sie jedoch den Mitarbeitern Etienne u. Friedländer, welche Letztere seit Kurzem die Neue Freie Presse herausgeben, ein Blatt, welches dem älteren Unternehmen in jeder Beziehung Koncurrenz gemacht hat. Die Presse, welche auch ein belletristisches Beiblatt, den Feierabend, liefert, empfing häufig Mitteilungen aus dem auswärtigen Amte u. die Neue Freie Presse ist gleichfalls gut unterrichtet. Jedenfalls ist die Letztere bemüht durch ein reichhaltiges Feuilleton, durch ausgiebige Mitteilungen u. eine regsame telegraphische Korrespondenz sich interessant zu machen. Das Feuilleton der älteren Presse verdient übrigens auch Anerkennung u. hat namentlich in Deutschland u. im weiteren Auslande gute Mitarbeiter. Ferner der Botschafter, welcher gleichfalls öftere diplomatische Mitteilungen enthält u. als offiziös gelten kann. Die die Stelle einer lithographierten Korrespondenz einnehmende Generalcorrespondenz ist gleichfalls offiziös. Die Debatte, das Fremdenblatt, welches namentlich gute Lokalmittheilungen bringt, die Gemeindezeitung, die Kirchenzeitung, welche durch ihr rücksichtsloses Auftreten sich viele Widersacher zugezogen hat; die Morgenpost, die Neue Zeit, die Österreichische constitutionelle Zeitung, die Ost deutsche Post, welche Kuranda begründete; die Reform, die Verfassung, das Vaterland, welches ursprünglich von dem Berliner Literaten Keipp begründet wurde u. für Wien das ist, was die Neue Preußische Zeitung für Berlin. Der Wanderer gehört noch zu den älteren Wiener Zeitungen; die Zukunft ist jüngeren Datums. Im Ganzen genommen ist die österreichische Presse jetzt ziemlich vorsichtig, muß auch, wenn sie inländische Gegenstände behandelt, viel Rücksicht nehmen, während sie bei Besprechung ausländischer Verhältnisse viel freier ist. Die österreichische Provinzialpresse ist allenthalben vertreten.
In Prag, wo das tschechische Element sehr stark ist, haben sich die deutschen Zeitungen, wie in Böhmen überhaupt, nicht sehr verbreiten können. Die Prager Zeitung ist zunächst ein amtliches Blatt; die Bohemia, die Politik, der Tagesbote aus Böhmen sind auch weiter verbreitete Blätter u. geben ein ziemlich gutes Material. Das Prager Abendblatt ist gleichfalls zu nennen. Die größeren Provinzialstädte Böhmens, wie auch Mährens u. der übrigen deutschen Kronländer haben fast alle ihre Wochenblätter; in Budweis erscheint Der Anzeiger aus dem südlichen Böhmen. In Steiermark ist die Gratzer Zeitung am bedeutendsten; Unterhaltungsblatt ist die zu Gratz erscheinende Iris. In Mähren sind die Brünner Zeitung u. die Olmützer Neue Zeitung am verbreitetsten; von nichtpolitischen Blättern sind der Wochen-Courier zu Brünn, die Olmützer Eilpost zu Olmütz, das Sonntagsblatt zu Iglau, u. das Wochenblatt zu Znaym zu erwähnen. In Österreichisch-Schlesien bestehen die Troppauer Zeitung u. die nichtpolitischen Schlesischen Sonntagsblätter. Unter den deutschen Blättern Galiziens ist die Lemberger Zeitung am bedeutendsten. In Ungarn u. den Nebenländern ist die deutsche Presse durch die Presburger Zeitung zu Presburg, die Pesther Post, die Pesther Zeitung u. den Pesther Lloyd (seit 1854 von der Lloydgesellschaft zu Pesth begründet u. von K. Weißkircher redigirt), sämmtlich in Pesth herauskommend, u. die Temeswarer Zeitung vertreten. Dazu kommen an verbreiteteren nichtpolitischen Blättern der Bauernfreund in Presburg, die Unterhaltungsblätter u. der Temeswarer Anzeiger, der Arader Anzeiger etc. In Agram erscheint als amtliche Zeitung für Kroatien u. Slavonien die Agramer Zeitung; die Südslawische Zeitung ebendaselbst, hat Ende 1853 aufgehört. Letzteres gilt auch von dem nichtpolitischen Grenzboten, welcher zu Semlin erschien. Die wichtigste Zeitung Siebenbürgens ist der schon längere Zeit bestehende Siebenbürgische Bote mit dem belletristischen Beiblatt Transsylvania in Hermanstadt; nächst diesem die Kronstädter Zeitung mit dem Beiblatt Der Satellit. In Tyrol ist die Presse theils deutsch, theils italienisch. In Innsbruck erschienen 1854 an politischen Zeitungen Der Bote von Tyrol, Die Schützenzeitung, Das Tyroler Volksblatt u. die Katholischen Blätter aus Tyrol; in Bregenz u. in Botzen kamen nichtpolitische Wochenblätter heraus.
Die tschechische Literatur hat bereits einen gewissen Umfang gewonnen. So erscheinen in Prag der Hlas, ferner der Narod u. Narodni Listy (die National-Zeitung), ferner der Posell z Prahy u. Swobodo. Brünn hat bereits drei solcher böhmischer Zeitungen. In Polnischer Sprache erscheinen innerhalb des österreichischen Kaiserstaats eine Zeitschrift in Wien (Duch-czasu), ferner in Krakau (der Czas), eine auch in weiteren Kreisen bekannte Zeitung; alle vierzehn Tage erscheint dort auch eine Zeitschrift. Lemberg hat vier polnische Zeitungen, darunter die Gazetta Narodowa; Teschen eine, welche jedoch nur einmal wöchentlich erscheint. Eine serbische Zeitung erscheint in Neusatz zweimal in der Woche, zwei kroatische in Agram täglich, eine illyrische in Zara zweimal wöchentlich; slowenische erscheinen gegenwärtig nicht, dagegen eine ruthenische in Lemberg u. eine in Wien. 
In Italienischer Sprache erscheint in Wien zweimal wöchentlich der Tavorit; sonst erscheinen vier italienische Zeitschriften in Triest, darunter der verbreitete Osservatore Triestino u. Il Tempo. Trient hat zwei italienische Zeitungen, Gazetta del Tirolo italiano u. L'Ape, Mantua deren drei, Verona eine, Venedig eine, Roveredo, Udine gleichfalls eine Zeitung, Zara deren zwei.
Ungarische Zeitungen sind in Pesth allein acht, worunter der Pesti Naplo u. der Pesti Hernöck am bekanntesten sind; Ofen hat den Sürgöny; Szegedin, Clausenburg, Raab, Gran, Erlau u. Arad haben gleichfalls ihre magyarischen Zeitungen. 
In Romanischer Sprache erscheinen Zeitschriften in Pesth, Kronstadt u. Hermannstadt; griechische kommen zwei in Triest heraus, beide einmal wöchentlich, Der Tag, eine slowakische Zeitschrift, erscheint in Ofen, drei hebräische in Lemberg, worunter Hamwasser die bekanntere ist.
Nichtstrengpolitische Zeitungen, welche in Wien in deutscher Sprache erscheinen, sind die Austria, eine Wochenschrift für Volkswirtschaft u. Statistik, der Wiener Bahnhof, eine Zeitung für Handelsinteressen, Kunst u. geselliges Leben; Blätter für Theater, Musik u. Kunst; Breier's Roman- u. Zeitungscabinet, Centralorgan für die Bibliographie des Kaiserthums Österreich, Central-Sammlungsblatt für Bau u. Bauwerke; Demokrit; Evangelischer Sonntagsbote; Figaro; Gerichtshalle u. Gerichtszeitung; Jagdzeitung; Illustrierte Eisenbahnzeitung; Illustriertes Haus- u. Familienbuch; Illustrierte Jugendzeitung; Illustrierte Novellenzeitung;[925] der Industrielle u. der Jockey; der Kamerad, eine Militärzeitung, welche zweimal in der Woche gleich der Wiener Militärzeitung erscheint; der Land- u. Forstwirt ist ein gutes Fachblatt. Die Allgemeine Wiener medizinische Zeitschrift u. die Medizinische Wochenschrift; die Mitteilungen des Niederösterreichischen Gewerbevereins, welche in Monatsheften erscheinen, haben einen guten Ruf. Die Neue Wiener Theaterzeitung, die Rezensionen über bildende Kunst; die Revue in Krieg u. Frieden u. die Romanzeitung von Scheibe. Dem Sport u. Turf dient die Saison als erste österreichische Zeitung für Pferdeliebhaber u. Jagd; der Sport gehört gleichfalls hierher. Die Allgemeine österreichische Schulzeitung; die Unterrichtszeitung für Österreich, welche alle zehn Tage erscheint; die Volksschule u. der Volksspiegel sind pädagogische Zeitschriften. Auch der Mode, dem Theater, der Belletristik überhaupt, desgleichen den Börsennachrichten, der Stenographie, den verschiedenen gewerblichen Interessen sind Zeitschriften gewidmet. Die nicht politische Literatur ist auch in den Slawischen Sprachen ansehnlich vertreten. So erscheinen in Böhmischer Sprache allein 26 Zeitschriften, in Polnischer 8, in Serbischer 5, in Slowenischer 6, in Kroatischer 9, in Slowakischer 9. Die italienische Zeitungsliteratur ist reicher u. es mögen hier gegen 40 Zeitschriften herauskommen; in Ungarischer Sprache über 50, in Ruthenischer 3, in Hebräischer 4, in Romanischer 3. Auch die illustrierte Zeitungsliteratur, welche jetzt allenthalben eine große Rolle spielt, ist vertreten.
Soweit die Infos aus Pierers Universal- Lexikon
   
  
   
Zu diesem Thema gibt es ja schon so einiges an Literatur, ob nun Dr. Frankls oder Anton Th. Gaubes Nachschlagwerke, aber so ganz übersichtlich und ausgeforscht scheint  dieses fiskalphilatelistische Sammelgebiet dann am Ende doch nicht zu sein.  
Einen Zeitungsstempel- Signetten- Katalog scheint es bis heute noch nicht zu geben!
Im folgenden habe ich eindeutig Theater- Ankündigungen vorliegen, die alle mit dem K. K. österr. Zeitungsstempel besteuert worden sind. 
Nur: den Ankündigungsstempel und die Ankündigungsstempelmarken, den/die gab es nur in der Zeit von 1850 bis 1874!

Aber vielleicht sind es ja auch nur inländische Theater Zeitungen, die auch versteuert werden mussten.
Gaube schreibt zu der Periode der Signetten von 1885 - 1899: 
Änderung des Signetts für den 1 Kreuzer Wert.  Es enthält abermals keine Wertbezeichnung und stellt einen Doppelkreisstempel dar, dessen innerer Kreis den K. K. Doppeladler umschließt. Die Inschrift lautet: „K. K. Zeitungs-Stempel“, unterhalb befindet sich die Nummer der Stempelmaschine. Es gibt zweierlei Typen: Type 1 und Type II. von der Type II gibt es Größenunterschiede: Größe von 20 ½ bis 21, ½ mm;
und angeblich sollen diese Signetts in der Zeit von 1885- 1899 in schwarzer Farbe sehr häufig aufzufinden sein. 
Ich für meinen Teil habe solche Ankündigungen im Theaterbereich überhaupt das erste Mal aufgefunden mit diesen Zeitungsstempel- Signetten.
Und viele scheinen mir auch nicht bis in die heutige Zeit überlebt zu haben!
   
   
Ankündigung „Der Troubadour“ im K.K. Hof Operntheater vom Mittwoch 29. November 1893
   
K. K. Zeitungs- Stempel
Nr. 816
? 21,5 mm
    
    
Ankündigung „Der Herr Expositus“ im Raimund Theater, Freitag 18. Mai 1894
    
   K. K. Zeitungs- Stempel
Nr. 791
? 21,5 mm
   
   
Ober Teil der Ankündigung „Husarenblut“ im Theater an der Wien vom Freitag den 16. März 1894
    
Der untere Teil der Ankündigung
   
K. K. Zeitungs- Stempel
Nr. 816
? 21,5 mm
   
   

 

Quelle: Aus dem fiskalphilatelistischen Fundus von Wolfgang Morscheck, Bad Säckingen


        

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