Die Hundesteuer - obschon später eine reine Kommunalabgabe - 
ist auch ein Sammelgebiet der Fiskal- Philatelie
 
 
Hundegeld / Hundsgeld / Hundeatzung
Bereits seit dem ausgehenden Mittelalter, im 15. Jahrhundert, mussten die lehnsrechtabhängigen Bauern für ihre Hundehaltung 'Hundekorn' bezahlen und ihre 'Hundegestellungspflicht' im Rahmen der Jagdfrondienste bei ihrem Lehnsherrn ablösen. Aber auch Schultheißen, Müller und Schäfer und sogar Scharfrichter waren Hundegeld- pflichtig (1589 = 2 Pfennig pro Hund). Im Jahr 1662 bat schon ein Scharfrichter aus Wusterhausen um die „Erlassung der 17 Thaler Hundegeld und um lebenslange Befreiung“. 1731 erhöhten die Scharfrichter ihre Gebühren mit dem Vorwand, daß sie jährlich ein „so ansehnliches Hundegeld“ geben müssen. 
Hundemiete, eine Abgabe der Hirten für die Erlaubnis, einen Hund zu halten. „.. von jedem Hund, so die Hirten zum Vieh gebrauchen, war Hundsmiete zu entrichten“ Urach 16. Jahrhundert.
1796 wurde in Großbritannien eine staatliche Hundesteuer eingeführt und 1987 abgeschafft. 
Oft wurde sie als weltweit erste Hundesteuer bezeichnet
Im damals noch dänischen Herzogtum Holstein wurde bereits am 20. März 1807 die Hundesteuer durch den König Christian VII. eingeführt, um den Kommunen die Möglichkeit zu geben, ihre Armenkassen aufzubessern.
In Deutschland wurde die Hundesteuer erstmals durch eine Verordnung der Fürstlich Isenburgischen Regierung vom 28. Februar 1807 in der Stadt Offenbach am Main erhoben; sie betrug jährlich einen Reichstaler und sollte als Beitrag zur Tilgung städtischer Kriegsschulden dienen.
Als seuchenpolizeiliche Maßnahme zur Verringerung der Hundezahl und damit der Tollwutgefahr wurde sie mit der Verordnung vom 19. Mai 1809 und Abgabe ab 1. Juli 1809 in Sachsen-Coburg eingeführt. 
Hier war die jährlich zu entrichtende Abgabe bei Hündinnen geringer als bei Rüden; halb befreit waren Wachhunde für Hausbesitzer in nicht im Wald liegenden Dörfern; ganz befreit waren zwei Hunde für Jäger, einer für jede Herde von Schäfern, Wachhunde für Lotto-Boten, Amts- und Gerichts-Frohnen, Nachtwächter, Hausbesitzer in Walddörfern und abgelegener einzelner Wohnungen, Scherenschleifer und andere Gewerbetreibende, die ihn zu ihrer Sicherheit brauchen, sowie die vom Scharfrichter gehaltenen herrschaftlichen Jagdhunde. Für die abgabefreien Sicherheitshunde bestand Maulkorbpflicht. 
Es wurden für alle Hunde Blechmarken mit Nummern ausgegeben, die am Halsband anzubringen waren. Für halb oder ganz steuerbefreite Hunde waren sie etwas teurer. Der Nachrichter hatte nicht markierte Hunde einzufangen. Fremde hatten ihre Hunde nicht auf die Straße laufen zu lassen; das sollte in Poststationen und Gasthäusern angeschlagen werden. Gleichzeitig wurde verfügt, dass der erste Wurf einer jeden Hündin zu ertränken ist. 
Am 6. Juli 1809 wurde eine vierteljährliche Hundesteuer im Königreich Württemberg erlassen, wobei herrschaftliche Hunde, Hunde von Mitgliedern des Königshauses und Jagdhunde von Jägern und Jagdherrn ausgenommen waren. In den Jahren 1839-1841 wurden die Steuersätze herabgesetzt, was eine starke Vermehrung der Hunde bewirkte, so dass man 1842–1844 wieder die höheren Sätze einhob und ein zweiter „Luxushund“ mehr als der erste kostete. Die Hälfte ging an die Ortskasse.
Friedrich Wilhelm III. erließ mit 28. Oktober 1810 das „Edikt über die neuen Consumptions- und Luxus-Steuern“, welches neben Steuern für etwa Diener und Pferde auch für Hunde eine so genannte Luxussteuer einführte. Der Staat war der Ansicht, dass jemand, der es sich leisten kann, Hunde zu halten, die keine Nutztiere sind, daneben auch noch genug Geld haben muss, um dafür einen Sonderbeitrag zu zahlen. Ausgenommen waren Hunde, die für ein Gewerbe notwendig waren, und Wachhunde der Bauern. Es war eine Staats-Steuer. 
Die Ansichten änderten sich aber. Mit der Kabinettsorder vom 29. April 1829 wurde den Stadtgemeinden die Berechtigung erteilt eine Hundesteuer einzuheben. Dies war in Deutschland somit die erste allgemeine stattliche Berechtigung für eine Hundesteuer von Kommunen. Die Einführung trug 1830 zur explosiven Lage in der Berliner Schneiderrevolution bei. Mit der Kabinettsorder vom 18. Oktober 1834 erhielten auch Kommunen, die keine Städte waren, das Recht eine Hundesteuer einzuführen. 1840 reihte der preußische Staatswirtschaftler Johann Gottfried Hoffmann die Hundesteuer unter die „Steuern, wodurch Aufmerksamkeit für ihren Gegenstand erweckt werden soll“ sowie unter jene Steuern ein, deren hauptsächlicher Zweck nicht ist, Einkommen zu verschaffen. 
Unglücksfälle durch tollwütige Hunde bei Mensch und Tier bewogen das Großherzogtum Baden mit Erlass vom 13. Februar 1811 eine jährliche Hundesteuer einzuführen (in Amts-Städten halbjährlich eingehoben), um die übermäßige Anzahl der Hunde und damit die Gefahr zu minimieren. Denn man nahm an, dass, wer die Taxe entrichten kann, auch für die ordentliche Verpflegung sorgen könne. Man bekam einen Erlaubnisschein. Befreit waren Metzger, Fuhrleute, Wächter, Hirten, Schäfer, Feldhüter und Bannwarte. Ebenso befreit waren Wachhunde von Gebäudebesitzern, die bei offenem Tor anzuketten waren, sowie die Hunde jagdberechtigter Stellen, die außerhalb der Zeit des Gebrauchs eingesperrt zu halten waren.
   
   
Erlaubnisschein für einen Hund aus dem Jahr 1903
Großherzogtum Baden
Bezirksamt Emmendingen
Gemeinde Riegel
Handschriftliche Eintragung der gesetzlichen Taxe über 8 Mark.
Der Gemeindeszuschlag wurde nicht erhoben.
Oben mittig mit dem badischem Kontrollstempel,
wie bei den letzten Badischen Stempelpapieren ab 1890 auch!
   
    
Hunde- Steuerzettel aus Wellendingen im Oberamt Rottweil von 1902
Königreich Württemberg
Handschriftliche Eintragung der staatlichen Hundeabgabe zu 8 Mark
Ein Örtliche Zuschlag wurde nicht erhoben.
   
    
Und heute?
Amtliche Hundesteuermarken von 2003 – 2009 aus Baden- Württemberg
Hier postfrisch ... oh, ich meine natürlich ungestempelt!  :- )
  
   


 

Quelle: 
- Wikipedia 
- und die Belege stammen aus den Fiskalsammlungen von Wolfgang Morscheck, Bad Säckingen 
und Gunter Wagner, Filderstadt

        

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