Jagd- Pacht-Contract  aus Dessau ( Anhalt ) von 1859
Wieder einmal mehr mehr…. Fiskal- Philatelie = Sozial- Philatelie = Geschichte pur!
   
   
Jagd- Pacht Contract - Dessau ( Anhalt ) d. 24. Juni 1859.
8 seitiger Vertrag zwischen dem Herzoglich Anhaltisch- Dessauischen Oberjägermeister- Amt und dem Gutsbesitzer Wilhelm Reinicke in Kleinpaschleben.  Es wird ihm die niedrige Jagd nebst Trappen- Jagd im Jagdrevier Biendorf ( mit Zabitz ) erlaubt.
Falls jemand nicht wissen sollte, was eine Trappe ist, so sollte der mal schleunigst  googeln, denn diesen Vogel, den gab esfrüher  zuhauf in Deutschland. 
Die Jagd darauf war aber nur den Großkopferten zugestanden worden. 
Dieser Vogel soll ein phantasisches Fleisch gehabt haben und er wurde nicht zuletzt auch durch die Jagd in Deutschland ausgerottet.
Die Großtrappe (Otis tarda) ist ein scheuer Vogel aus der Familie der Trappen (Otididae). Sie zählt zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Welt mit einem Gewicht von bis zu 16 kg. Großtrappen können bis zu 20 Jahre alt werden. Nach starken Bestandseinbußen und Arealverlusten ist die Großtrappe in Mitteleuropa heute ein sehr seltener Brut- und Jahresvogel.
   
   
Nach erfolgreicher Trappen- Jagd (Sommer 1902 oder1903)
   
   Die Großtrappe besiedelt ein großes Areal zwischen Spanien und der Mongolei, sie kommt aber nur inselhaft und sehr lokal vor. In den meisten Ländern ist sie schon ausgerottet. Heute ist die Großtrappe auf der ganzen Welt gefährdet. Zu den letzten Rückzugsgebieten in Deutschland zählen die geschützten Bereiche Havelländisches Luch, Belziger Landschaftswiesen und Fiener Bruch.
Beim Bau der Eisenbahnschnellfahrstrecke Hannover–Berlin durch das Havelländische Luch ab Ende 1996 wurden sowohl während der Bauphase als auch an der fertigen Strecke Maßnahmen zum Schutz der Großtrappen ergriffen, um das Gebiet als Lebensraum für die Tiere zu erhalten.
Nach Bestandsaufnahmen in den Belziger Landschaftswiesen gehen die Naturschutzbehörden von einer realistischen Überlebenschance für den Vogel aus. Im Frühjahr 2006 wurden in Brandenburg 101 Großtrappen gezählt, Mitte der 1990er waren es nur 57 Tiere. Erstmals seit mehreren Jahren ging der Bestand durch Verluste im Winter wieder zurück: 2010 wurden 107 Altvögel gezählt - gegenüber 114 in 2009. Durch Verluste im Winter 2010/2011 sank der Bestand weiter auf rund 100 Individuen.
Nach Angaben des Landes Brandenburg wurden im Februar 2012: 123 Vögel gezählt. Sie verteilen sich wie folgt auf die drei Einstandsgebiete:
Naturschutzgebiet Havelländisches Luch (Brandenburg): 51 Tiere
Belziger Landschaftswiesen (Brandenburg): 39 Tiere
Fiener Bruch (Sachsen-Anhalt): 33 Tiere 
Auf Grund günstiger Rahmenbedingungen in Mitteleuropa gab es im 18. Jahrhundert für diese Art die größten Bestandszahlen und die weiteste Verbreitung. Lebensraumveränderungen ab Mitte des 19. Jahrhundert leiteten dann einen Bestandsrückgang ein, bei dem viele Brutvorkommen erloschen. 
So fehlte die Großtrappe als Brutvogel ab etwa 1850 in Hessen, ab 1885 in Niedersachsen, ab 1935 in Baden-Württemberg und ab 1948 in Thüringen. Auf Grund dieser Bestandsrückgänge gab es bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Mitteleuropa zwei getrennte und in sich zersplitterte Verbreitungsgebiete. Ein Verbreitungsgebiet erstreckte sich im Nordosten Mitteleuropas über das Gebiet des heutigen Ostdeutschland und Polens, ein zweites Verbreitungsgebiet gab es im Südosten Mitteleuropas und verlief von Österreich, Ungarn bis Tschechien und zur Slowakei. In Polen erlosch das Vorkommen 1987, im Osten des heutigen Deutschlands gab es 1940 noch 4.000 Individuen, die aber bis Mitte der 1990er Jahre auf 81 bis 98 Individuen zurückgingen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts gab es nach regelmäßigem Aussetzen handaufgezogener Jungvögel zwischen 73 und 95 Individuen. Der mitteleuropäische Verbreitungsschwerpunkt ist Ungarn mit 1.100 bis 1.200 Individuen. Der mitteleuropäische Gesamtbestand wird auf 1.250 bis 1.450 Individuen geschätzt. In ganz Europa kommen 31.000 bis 36.000 Individuen vor, was etwa 50 bis 74 Prozent des Weltbestandes entspricht. Europäische Verbreitungsschwerpunkte sind Russland mit 5.500 bis 8.000 Individuen und Spanien, wo noch 23.000 Individuen leben. Ein Hauptverbreitungsgebiet dort ist die Extremadura.
   
   
Jagdpacht- Contract zwischen dem Herzoglich Anhaltischen Oberjägermeister Amt 
und dem Herrn Gutsbesitzer Wilhelm Reinicke I zu Klein- Paschleben .., 
über die Verpachtung der niederen Jagd nebst Trappen Jagd 
im Jagdrevier Biendorf Bezirk No. XVIII. 2 auf 6 nacheinander folgende Jahre, 
also vom 24.ten Juni 1859  bis 24.ten Juni 1865
  
Anmerkung: 1.Obiger Jagdbezirk liegt auf der Flur Klein Paschleben und einem Theil Zabitz ...
    
    
2 Th.
Eine 2 Thaler Stempelmarke
Bisher in der deutschen Fiskal- Philatelie nur in meinem 
"Handbuch vom Stempelpapier- Impost aus Anhalt Dessau" gelistet!
  
  
Untere Teil von der ersten Seite mit der Größe der Jagd von 4750 Morgen 
und einem jährlichen Pachtgeld von 305 Reichsthalern
   
   
Vertragsbestimmungen mit dem Herzog Leopold Friedrich über diese Pacht 
   
   
Pachteingrenzungen und Begrenzungen.., im Norden, Süden, Westen und Osten..
   
   
So geschehen zu Dessau am 24. Juni 1859 mit Unterschriften des Ausführenden und des Empfängers  …
   
Siegel mit Inschrift des:
HERZOGL. ANH. OBERJÄGERMEISTER AMT
DESSAU 
   
   
Die Bedingungen der Pacht werden sogleich mitgeliefert und sind zu unterzeichnen!
  
   
    
      
   



 

Quellen: 
- Wikipedia 
- und mein Handbuch über den Stempelpapier- Impost aus dem Fürstentum/Herzogtum Anhalt Dessau von 2004. 
- der Beleg stammt wie so häufig aus dem Stempelpapier- Fundus von Gunter Wagner, Filderstadt, 
von wem denn sonst?! 

 

        

www.stempelpapier.de