Die Zuckersteuer, ein weiteres fiskal- philatelistisches Sammelgebiet, 
präsentiert durch Steuermarken und Exponate.

Hier die Zuckersteuermarke aus Bosnien

 

Die Fiskalexperten der mittelalterlichen Königshöfe entdeckten mit dem Aufblühen des Überseehandels mit Rohrzucker im 16. Jahrhundert sogleich auch eine neue Steuerquelle. 
Die Zuckersteuer war eine Verbrauchsteuer, die in Deutschland zum Jahresende 1992 abgeschafft wurde. Zucker war ein kostbares Genussmittel, das bis in die Neuzeit nur für reiche und adelige Leute zur Verfügung stand und daher auch „Weißes Gold“ genannt wurde. 
Erst mit der industriellen Zuckerherstellung aus der Zuckerrübe, die im Jahr 1801 entwickelt wurde, konnte Zucker zu einem beliebten Lebensmittel für die breiten Massen und damit zu einem ergiebigen und auch geeigneten Gegenstand der Besteuerung werden. Es handelt sich also nicht um eine Luxussteuer.

1840 wurde der Würfelzucker von Jacob Christoph Rad erfunden und 1841 das erste Zuckersteuergesetz in Preußen erlassen. Mit der Rohstoffsteuer wurden sowohl der Import von Rohzucker aus Übersee, als auch der heimische mit Zuckerrüben hergestellte Zucker besteuert. Später wurde die Steuer in eine reine Verbrauchsteuer umgewandelt.

In anderen Ländern (zum Beispiel England) wurde die Steuer nur auf den Import von Zucker erhoben. 
In diesen Fällen war die Steuererhebung einfach, weil sie lediglich auf dem Weg der Verzollung eingeführten Zuckers erfolgte. Als 1874 in England die Zuckersteuer abgeschafft wurde, stieg der Pro-Kopf-Zuckerverbrauch von 23 kg (1873) auf 31 kg (1880).

In den meisten anderen Ländern, die selbst Zucker produzierten, variierte der Gegenstand der Besteuerung. In Frankreich und Russland wurde die Steuer auf das fertige Endprodukt erhoben, in Belgien auf das halbfertige Produkt, also die Menge des produzierten Rübensaftes. In Deutschland schließlich wurde die Menge der gelieferten Zuckerrüben besteuert, die genaue Bezeichnung der Steuer war also Rübenzuckersteuer.
 

Sugar Act („Zuckergesetz“) ist die gebräuchlichste Bezeichnung für ein im März 1764 vom britischen Parlament beschlossenes Zollgesetz (4 Geo. III c. 15 gemäß der Zählung der Statutes at Large), das die britischen Kolonien in Nordamerika betraf. Andere Bezeichnungen des Gesetzes sind American Revenue Act („Gesetz zum amerikanischen Steueraufkommen“) oder schlicht Revenue Act.

Es stellte formal eine Verlängerung und Änderung des Molasses Act dar, mit dem 1733 ein Importzoll auf Melasse festgelegt worden war, der aber systematisch durch Schmuggel umgangen wurde und wirkungslos blieb. Ziel des Sugar Act war es nicht nur, dem blühenden Melasseschmuggel Einhalt zu gebieten, sondern mit den Zollerlösen die durch den Siebenjährigen Krieg (1756-1763) angespannten britischen Staatsfinanzen zu entlasten. Da der Sugar Act anders als vorige Zollbestimmungen nicht als Handelsregulierung deklariert war, sondern ausdrücklich mit der Intention erlassen wurde, das Steueraufkommen zu erhöhen, stellte er einen bedeutsamen Bruch mit der bisherigen Politik der britischen Regierung gegenüber ihren Kolonien dar. Insbesondere in den neuenglischen Kolonien rief es heftigen Widerstand hervor und führte zu zahlreichen Sabotageakten gegen die Zollbehörden und die Royal Navy sowie förmlichen Protesten der politischen Gremien der kolonialen Selbstverwaltung. Diese Auseinandersetzungen verschärften sich 1765 noch mit dem Erlass des Stamp Act und markieren den Beginn der Amerikanischen Revolution.

 

Zuckersteuer in Bosnien eingeführt am 23. Juli 1888
   
Zuckersteuer- Verschlussmarke in Lithographie Ausführung
Diese Marken sind nur selten und wenn dann ungezähnt aufzufinden, 
sie wurden nicht entwertet
  
  
  
Die Lithografie oder Lithographie (von griech.: lithos „Stein“ und graphein „schreiben“) 
ist das älteste Flachdruckverfahren und gehörte im 19. Jahrhundert zu den am meisten angewendeten Drucktechniken für farbige Drucksachen. 
Mit Lithografie werden bezeichnet: 
- die Steinzeichnung als Druckvorlage und Druckform zur Vervielfältigung mittels des Steindruckverfahrens,
- der Abzug (Farbübertragung) vom Stein auf geeignetes Papier in der Steindruckpresse als das Ergebnis dieser Vervielfältigung 
- das handwerkliche oder maschinelle Steindruckverfahren an sich.
Ein Lithograf ist jemand, der die Steinzeichnung, also die zu druckenden Texte und Bilder, auf einem Lithografiestein manuell und seitenverkehrt anfertigt.
Der Steindruck basiert auf einer Erfindung von Alois Senefelder aus dem Jahr 1798. 
Es war im 19. Jahrhundert das einzige Druckverfahren, das größere Auflagen farbiger Drucksachen ermöglichte. Als Druckform diente in Deutschland ein Kalkschieferstein, der in Solnhofen in Bayern gebrochen wurde. 
Bis um 1930 war der Steindruck eine sehr häufig verwendete Drucktechnik für verschiedene Drucksachen, wurde jedoch danach sukzessive vom Offsetdruck abgelöst und wird heute nur noch im künstlerischen Bereich eingesetzt. Für die heutige Massenproduktion von Drucksachen ist der Steindruck ungeeignet, da er im Vergleich zu anderen modernen Drucktechniken unwirtschaftlich ist.
    


 
 

Quellen: 
- John Barefoot Yugoslavia Revenues 2003, 
- Wikipedia 
- und die Markeus dem Fiskalmarken- Fundus von Gunter Wagner, Filderstadt, von wem denn sonst?


 

 

        

www.stempelpapier.de