Ein unbekanntes Stempelpapier aus Sachsen Anhalt aufgefunden!

Es stellt sich nur die Frage:  aus welchem Anhalt?

 

Dieses Dokument stammt aus dem Ort Qualendorf 1802
(später in Quellendorf umbenannt)
Ein Pfarrer aus Hinsdorf wird auch genannt!


 

Ein Aufdrucknasswertstempel über 8 Groschen.
Gerechnet wurde in Konventionsmünze 1 Reichstaler = 24 Groschen = 288 Pfennige

Buchstabenkürzel = LFF  FZA = Leopold Friedrich Franz Fürst Zu Anhalt.
Aber Anhalter Fürsten gab es zu der Zeit mehrere!

Zweigeteiltes Wappen, der rote, halbierte Adler linke Seite und ein Schachbrett rechte Seite! 
Nur dieses Schachbrettmuster irritiert mich hier noch ein wenig!

 

 

 

Hier das Stammwappen und kleine Staatswappen aller Anhaltischen Linien, 
sei es für Anhalt Bernburg, Anhalt Dessau, Anhalt Köthen, Anhalt Pless, 
Anhalt- Bernburg- Schaumburg- Hoym, Anhalt Zerbst. 

Linke Schildhälfte steht für die Markgrafschaft Brandenburg und 
die rechte Schildhälfte für das Herzogtum Sachsen

 
 
 

Auch die Zuordnung der Dörfer Qualendorf (später Quellendorf) sowie Hinsdorf lassen im Jahre 1802 die Herkunft des Stempel- Impost nicht eindeutig belegen.


 

Quellendorf liegt 1812 in Anhalt Dessau (AD)!

 

  



 
Hier das Wappen (Schachbrett) aus der Grafschaft Askanien,
eine der Herkunftslinien der Askanische Fürsten und Herzöge zu Anhalt

 

 
Dann muss also der Fürst „LFF FZA“ = Leopold Friedrich Franz Fürst Zu Anhalt 
das Wappen aus der Grafschaft Askanien dazu benutzt haben,  
um 1802 so die Herkunft seines Fürstenhauses anzuzeigen?

Sehr ungewöhnlich!
 

Leopold III. war Friedrich Franz, Fürst und Herzog von Anhalt-Dessau, genannt Fürst Franz, auch Vater Franz (* 10. August 1740 in Dessau; † 9. August 1817 in Dessau) war regierender Fürst bzw. seit 1807 Herzog von Anhalt-Dessau.

Leopold war der älteste Sohn Fürst Leopolds II. von Anhalt-Dessau und der Fürstin Gisela Agnes von Anhalt-Köthen. Bereits 1751 verwaist, wurde er unter der Vormundschaft seines Onkels Dietrich von Anhalt-Dessau erzogen. 1758 trat er die Regierung an. In der Tradition seine Großvaters und Vaters diente er zunächst in der preußischen Armee. Unter dem Eindruck der Prager Schlacht, die er bei Kolin erlebte, trat er 1757 aus der preußischen Armee aus und erklärte Anhalt-Dessau für neutral. Die als Strafaktion von Preußen auferlegten Kontributionen bezahlte er aus seinem Privatvermögen.

Leopold III. heiratete 1767 in Charlottenburg seine Cousine Luise Prinzessin von Brandenburg- Schwedt. 1782 versuchte er durch den Fürstenbund ein Gegengewicht zur preußischen Hegemonie aufzubauen. 1806 versuchte Napoleon I. sein hohes Ansehen zu nutzen, indem er ihn nach Paris einlud. Leopold musste als einer der letzten deutschen Fürsten durch Vertrag vom 18. April 1807 dem Rheinbund beitreten. Andererseits bot er Ferdinand von Schill 1809 einen ehrenhaften Empfang in Dessau.

1807 nahm Leopold III. Friedrich Franz den Titel eines Herzogs an. Als Senior des Hauses Anhalt, also als ältester der Regenten in den Fürstentümern Anhalt-Dessau, Anhalt-Köthen und Anhalt-Bernburg, sah er sich dazu berechtigt, da sein Vetter der Fürst von Anhalt-Bernburg 1806 noch kurz vor Auflösung des Heiligen Römischen Reiches für viel Geld vom Kaiser diesen Titel erworben hatte, und da Anhalt-Dessau sonst das einzige unter den nicht mediatisierten Ländern gewesen wäre, dass 'nur' ein Fürstentum war.

  

Eine Zuordnung ist nun eindeutig zu bestimmen: 

Ein Stempelpapier und der Impost davon 
aus dem Fürstentum Anhalt- Dessau aus dem Jahre 1802!

www.stempelpapier.de