Die ultimativ letzten Fiskalmarken / Stempelmarken in Deutschland

     
Gerichtskostenmarken, Justizkostenmarken oder nur Kostenmarken sind vergleichbar mit Briefmarken. Hierbei handelt es sich um Gebührenwertzeichen (wie die Postmarken ja auch nur Gebührenwertzeichen sind) für besondere Steuern des Staates und deren Behörden und sonstige Zahlungsentgelte. 
In England und vielen anderen Ländern  waren diese Gebührenmarken zur Frankierung von Postsendungen extra zugelassen worden, z. b. in England mit Postage & Revenue. 
Während die Briefmarke eine Portozahlung nachweist, wird durch Gerichtskostenmarken der Nachweis einer Gerichtskostenzahlung erbracht.
Schon von 1949 bis 1951 hatten sich die Bundesländer auf eigene Gerichtskostenmarken geeinigt, die auch sogar bundesweit anerkannt wurden. Die Gerichtskostenmarke wird zu diesem Zweck auf das bei Gericht einzureichende Schriftstück, zum Beispiel eine Klageschrift, geklebt. 
Heute finden Gerichtskostenmarken nur noch in einigen deutschen Bundesländern Verwendung, unter anderem in Nordrhein-Westfalen. In jedem Bundesland wird jedoch auch die in einem anderen Bundesland erworbene Gerichtskostenmarke anerkannt (sogenannte "Freizügigkeit"). 
Die Gerichtskostenmarke wird bald der Vergangenheit angehören (Stand November 2004). 
Neue Marken werden von der Bundesdruckerei nicht mehr gedruckt. Der Kostenschuldner ist entweder auf den (teureren) eigenen Gerichtskostenfreistempler angewiesen, kann die Bezahlung der Gerichtskosten jedoch auch per Banküberweisung oder Scheckzahlung sowie Bareinzahlung bei einer Gerichtskasse tätigen. In der Bundesdruckerei wurde nicht festgehalten, wie viele Marken hergestellt und ausgeliefert worden sind. In Nordrhein-Westfalen allein wurden jedoch jährlich Marken im Wert von bis zu zehn Millionen Euro verkauft.  Im Jahr 2007 trotz Auslaufens der Marken noch 483 000 Marken im Wert von 5 Cent bis zu 200 Euro.
   
   
Gerichtskosten/Justizkosten – eine  kurze  Einführung
Gerichtskosten erhebt der Staat in Deutschland für die Tätigkeit seiner Gerichte in den meisten Gerichtsverfahren. Die Gerichtskosten setzen sich zusammen aus den gerichtlichen Gebühren und den gerichtlichen Auslagen. 
Die Gerichtskosten werden auf der Grundlage des Gerichtskostengesetzes (GKG), der Kostenordnung (KostO) und diverser Nebengesetze erhoben. Die Höhe der Gebühren für ein gerichtliches Verfahren richtet sich meist nach dem Streitwert. Überwiegend wird eine bestimmte Anzahl von Gebühren für bestimmte Abschnitte des Gerichtsverfahrens in Ansatz gebracht (zur Berechnung dient die Gerichtskostentabelle). Die Gerichtskosten bilden zusammen mit den Anwaltskosten der Parteien die sog. Prozesskosten. Wer die Prozesskosten zu tragen hat, entscheidet das Gericht bei Verfahrensende üblicherweise durch Kostengrundentscheidung.
   
   
NORDRHEIN-WESTFALEN 2002 über 5 CENT, 10 CENT und 50 CENT
    
   
   
NORDRHEIN-WESTFALEN 2003 + 2006 über 1 EURO
   
   
NORDRHEIN-WESTFALEN, SACHSEN, BRANDENBURG über 5 EURO
   
   
BERLIN, HAMBURG, NORDRHEIN-WESTFALEN über 10 EURO
    
    
   
NORDRHEIN - WESTFALEN 2002 = 1 EURO + 10 CENT
    
   
   
NORDRHEIN - WESTFALEN 2006 10 EURO  und SACHSEN 2002 10 EURO 
   
   
   
HAMBURG 2002 über 10 EURO + NORDRHEIN-WESTFALEN 2002 über 5 EURO
   
   
   
BERLIN 2002 über 10 EURO + SACHSEN 2002 zu 5 EURO
   
   
   
NORDRHEIN-WESTFALEN 2002  über 50 CENT und über 10 CENT
   
   
   
NORDRHEIN–WESTFALEN 2002 über 50 CENT und aus 2003 über 1 EUR
   
   
   
NORDRHEIN–WESTFALEN 2002 über 5 EURO und aus 2006 über 10 EURO
   
   
Gerichtskosten-Freistempler sind die nächste Generation, ähnlich wie bei der Post, nur noch Labels en Masse. Die Marken mit Zähne haben endgültig ausgedient!
       
Ein Gerichtskosten-Freistempler ist ein Gerät, das einen Stempel auf Dokumente anbringt, die bei einem Gericht eingereicht werden und für deren Bearbeitung Gerichtskosten (Gebühren und Auslagen) anfallen. Der Freistempler wird mit einem an die Justizkasse im voraus zu entrichtenden Betrag „aufgeladen“. 
Mit der Stempelung wird dann der als Kostenvorschuss zu entrichtende Betrag auf dem Dokument, beispielsweise einer Klageschrift, ausgewiesen. 
Von dem Betrag, mit dem der Freistempler aufgeladen wurde, wird der aktuell gestempelte Betrag abgezogen. 
Die Höhe eines zu leistenden Kostenvorschusses ergibt sich aus verschiedenen Normen, zum Beispiel dem Gerichtskostengesetz. Die Summe aller aufgelaufenen Stempelungen ist zeitnah, in der Regel monatlich, mit der Gerichtskasse abzurechnen. 
Der Gerichtskosten-Freistempler ersetzt den Umgang mit Gerichtskostenmarken, die vorab in bar bei der Gerichtskasse erworben werden mussten. Für Institutionen mit einem regelmäßigen Anfall an Gerichtskosten (zum Beispiel Anwaltskanzleien) stellt die Verwendung des Stemplers eine Arbeitsvereinfachung dar und führt unter Umständen zu einer Beschleunigung des Verfahrens.
Stempelmarken-Abdruck Nordrhein-Westfalen, Gerichtskasse Essen 2006
  
   
Stempelmarken- Abdruck Schleswig-Holstein, Gerichtszahlstelle Lübeck 2002
   
    
Stempelmarken- Abdruck Hessen-Frankfurt am Main, Gerichtskasse Frankfurt am Main 2006
     
    
Gerichtskostenstempler der Gerichtszahlstelle Eschwege in Hessen über EURO = 0001,00 = 1 Euro Cent
   

 

 

Quellen: 
- WIKIPEDIA freie Enzyklopädie, 
- Belege aus dem Fiskalphilatelistischen Fundus von Gunter Wagner, Filderstadt 

        

www.stempelpapier.de