Wieder ein neuer Fachbeitrag von Wolfgang Morscheck, Bad Säckingen! 

... und jetzt schon über 600 Fachbeiträge zur weltweiten Fiskal- Philatelie auf dieser HP!
 
Dies als Info an die
Adresse der Deutschen ArGe Fiskalphilatelie im BDPh gerichtet,
die in Sachen Fachbeiträge doch - wie ich meine - um Jahre hinterherhinkt!


Einmal mehr für alle Genießer ein Stück Fiskalphilatelie vom Feinsten:

Die Jagd- Stempelsteuer - 
Einzigartiger Jagdpass aus dem Jahre 1923 aufgefunden! 
 

Geschichte der Forsten und Jagdpacht und die Jagdsteuer

Die Jagden und die Fischerei waren immer dem Adel vorbehalten gewesen und die Brüchten - eine Art Vergehen gegen solche immer im Eigenbesitz des Adels stehenden Privilegien - waren drastisch. Erst später wurden die Forsten den Bauern überlassen gegen Naturalien. Auch das Fischereirecht wurde später gegen Mundgut, sprich Naturalien oder aber gegen eine Pacht in Geldleistung vergeben. Die Jagd war noch lange dem Hochadel alleine vorbehalten, obwohl es schon eine Steuer um 1700 auf solche Jagdpachten in manchen Altdeutschen Staaten gegeben hatte. Im Internet zeugen die vielen Seiten bei der Suche nach „JAGD- STEMPELSTEUER“ davon. Erklärt wurde aber der Begriff ansich noch nicht! Nach dem 1. WK wurde in Preußen die Jagd- Vergaben neu geregelt und der Staat verpachtete seine Jagden in großem Stile, um an Steuergeld zu gelangen. Die Jagdpacht kostete extra und die darauf gelegte Stempelsteuer brachte auch ganz gut Geld in den Staatssäckel.

 

Die Jagdsteuer heute

Die Jagdsteuer ist in Deutschland eine Gemeindesteuer. Sie kann als Aufwandsteuer kraft landesgesetzlicher Ermächtigung erhoben werden. Steuerpflichtig ist üblicherweise der Jagdausübungsberechtigte. Sowohl Festsetzung als auch Ertragshoheit obliegt den Gebietskörperschaften, also den Stadt- beziehungsweise Landkreisen. Sie zählt zu den Bagatellsteuern und wird nicht mehr in allen Bundesländern verlangt. Im Jahr 2002 wurden rund 24,6 Mio. € Jagdsteuer gezahlt.

Die Steuer wird jährlich auf der Grundlage des Jahresjagdwerts bzw. bei Verpachtung auf den vom Pächter zu entrichtenden Pachtpreis erhoben, bei der Fischereisteuer zählt die Anzahl der Fischereibezirke.

Rechtsgrundlage sind die Kommunalabgabengesetze der Länder (für Baden-Württemberg § 9 KAG) in Verbindung mit der jeweiligen kommunalen Satzung.
In acht Ländern (z. B. Bayern, Berlin, Hamburg, Bremen, Thüringen) wird keine Jagdsteuer erhoben.
In Nordrhein-Westfalen wird die Jagdsteuer bis zum Jahr 2013 stufenweise abgeschafft.

 

Jahresjagdschein ausgestellt Minden den 7. September 1923
Jagdschein- Abgabe 5000 Mark
Der Stempelbetrag von "Dreißig" wurde hier durchgestrichen, 
und es wurde dann der Stempelwert handschriftlich mit 37500 Mark darunter gesetzt.
Preuss. Behördenstempel vom Landrat Minden.
Warum der Wert in Buchstaben "Dreißig" unten durchgestrichen worden ist, 
und die eigentliche Stempelsteuermarke oben nicht auch noch entwertet worden war, 
entzieht sich meiner Kenntnis!
   
Vielleicht ist der wahre Gesamt- Stempel insgesamt unter der lfd. Registriernummer 249 vonnöten?
Die eigentliche Jagdscheinabgabe wurde ja immer noch extra gerechnet 
und die wurde hier aber mit 5000 Mark eingetragen!
Nach meiner Rechnung wären bei diesem Jagd- Schein = 37530 Mark Stempelsteuer fällig gewesen!
   
Die 37500 Mark Stempelsteuer wurden mit preuss. Stempelmarken über  37470 Mark auf der Rückseite verrechnet und auch verklebt und der vorgedruckte Jagdschein hatte einen Steuerstempel = Stempelsteuer von 30 Mark auf der ersten Seite oben, daß macht zusammen 37500 Mark
      
Egal, die Gebühr ist für mich eindeutig, ohne die preußischen Vorschriften zu kennen.
Jagdstempel  37.500 Mark, darin eingerechnet sind die eingedruckten 30 Mark des Jagdscheines (logisch, bei dieser Gebührenhöhe in der Inflation waren die Gebühren immer gerundet - in diesen Fall auf 500 Mark).
Zusätzlich musste eine Abgabe in Höhe von 5.000 Mark bezahlt werden. 
Diese Abgabe könnte eine Inflationszulage sein (müsste in den Vorschriften nachzulesen sein).
Insgesamt mussten 42.500 Mark bezahlt werden.
Eine Spottbillige Steuer zu dieser Zeit in der Inflation.
Vom 01. bis 19.09.1923 betrug das Porto für eine Fernpostkarte 30.000 Mark.
      
      
Im Erler Katalog ist jedenfalls diese Stempelsteuer weder so gelistet noch erwähnt worden!



Quelle: Wie meistens aus dem Stempelmarken- Fundus von Gunter Wagner, Filderstadt, von wem denn sonst? 

        

www.stempelpapier.de