Bei uns neu aufgefunden:
Stempelpapier- Impost aus dem spanisch/französischen 
Königreich Neapel und Sizilien!

Und wie sich gleich zeigt, sind diese beiden Gebiete der Altitalienischen Staaten 
eine diffizile Besonderheit der italienischen Fiskalphilatelie!


Königreich Neapel ab 1504 spanisch
1714-1735 österreichisch
1735-1799 Haus Bourbon-Sizilien
1799 Parthenopäische Republik
1799-1805 Haus Bourbon-Sizilien
1805-1816 Königreich Neapel bis 1808 unter König Joseph und bis 1815 unter König Joachim Murat
1816-1860 Teil des Königreichs beider Sizilien
ab 1860 savoyisch/italienisch)

Königreich Sizilien ab 1504 spanisch
1713-1720 savoyisch
ab 1718 spanisch besetzt
1720-1735 österreichisch
1735-1815 Haus Bourbon-Sizilien
ab 1806 unter britischen Schutz
1816-1860 Teil des Königreichs beider Sizilien
ab 1860 savoyisch/italienisch)

Königreich beider Sizilien
(8.12.1816 Zusammenschluss der Königreiche Neapel und Sizilien
1816-1860 Haus Bourbon-Sizilien
ab 1860 savoyisch/italienisch

 

Das Wappen vom bourbonisch- spanischen Sizilien

   
   

Herrscher

Karl V. 1735–1759 Sohn König Philipps IV. König von Neapel. Karl wurde 1759 König von Spanien. Die Königreiche Neapel und Sizilien übergab er seinem jüngeren Sohn.

Ferdinand III. 1759–1816 Sohn des Vorgängers. König von Neapel. Während der napoleonischen Kriege war Neapel von 1806 bis 1815 von den Franzosen besetzt, die dort eigene Könige einsetzten.

   
   

Das Wappen vom bourbonischen Königreich beider Sizilien

   
  
Per Dekret hob König Ferdinand im Jahr 1816 die Personalunion zwischen Sizilien und Neapel (Regno di Sicilia ulteriore) auf und vereinte beide Königreiche in einer Realunion. Der neu geschaffene Staat hieß „Königreich beider Sizilien", Staatsoberhaupt blieb Ferdinand III., jetzt aber als Ferdinand I. beider Sizilien.
   

Herrscher: Ferdinand I. vormals Ferdinand III. 1816–1825

  
   

Die Entstehung vom Königreich Neapel

1139 entrissen normannische Soldaten die Stadt Neapel dem Byzantinischen Dux (Herzog) Sergius VII. und gliederten sie in das von Roger II. gegründete Königreich Sizilien ein. 
Durch die Heirat der Erbtochter Rogers II., Konstanze, mit dem Staufer Heinrich VI. (1186) kamen Sizilien und Süditalien mit Neapel an die Staufer, und Neapel erlebte unter Kaiser Friedrich II. 1220 bis 1250 seine Glanzzeit. 
Er errichtete einen streng zentralistisch regierten Beamtenstaat, der nach seinem Tod aber rasch zerfiel. Die letzten Staufer, Manfred und Konradin, erlagen den Angriffen Karls I. von Anjou. Die Sizilianische Vesper (1282) brachte Sizilien an Aragón, während in Neapel die Anjou herrschten. Diese Teilung des Königreichs Sizilien war die Geburtsstunde des eigenständigen Königreichs Neapel. 
Die Monarchen der zwei entstandenen Königreiche nannten sich weiterhin beide Könige von Sizilien. 
Der Begriff Königreich Neapel ist eine moderne Umschreibung für das festländische Reich um es von dem insularen unterscheiden zu können.

   
   

Neapel unter dem Haus Anjou

Weil der süditalienische Normannenstaat direktes Lehen des Papstes war, stand es in einer engeren Beziehung zu Rom als andere europäische Reiche. Auch deshalb kam Neapel (und Sizilien) eine besondere Rolle im Verlauf des großen abendländischen Schismas zu. Dies um so mehr, als dass es zwei Prätendenten gab, die jeweils von einer päpstlichen Fraktion unterstützt wurden. 
Als drei Jahre nach Ausbruch der Kirchenspaltung (1381) Königin Johanna gefangen gesetzt und wenig später ermordet wurde, gab es zwei Anwärter auf die neapolitanische Krone. Einer war Karl von Durazzo, Graf von Gravina, ein Cousin zweiten Grades der verstorbenen Johanna, der andere war Ludwig, Herzog von Anjou, Sohn von König Johann II. von Frankreich. Letzteren hatte Johanna einige Jahre vor ihrem Ableben adoptiert und zu ihrem Nachfolger bestimmt. 
Während Karl vom römischen Papst unterstützt und gekrönt wurde, war es Klemens (VII.), der Ludwig von Anjou mit einem päpstlichen Heer unterstützte und nach Süditalien schickte, nachdem er ihn in Avignon zum König von Neapel gekrönt hatte. Die beiden Prätendenten hatten ihrerseits Nachfolger, die sich auch nach Beendigung des Schismas über Recht- und Unrechtmäßigkeit des jeweiligen Gegners stritten. 
Weil Ludwig von Anjou und seine Nachfolger bis auf kurze Zeitspannen nie in Neapel residierten, bezeichnet man sie in der Forschung als „Titularkönige".

   
   

Neapel unter dem Haus Aragón

1442 konnte König Alfons V. von Aragón Sizilien und Neapel wieder in einem Reich vereinigen. 
Nach seinem Tod bekam sein Bruder Johann von Aragón Sizilien und sein unehelicher Sohn Ferdinand I. Neapel. 
Ferdinands Sohn Alfons II. wurde am 23. Januar 1495 zur Abdankung gezwungen, weil der französische König, Karl VIII., als Lehnsherr der ausgestorbenen Anjou-Prinzen, nun seinerseits Neapel beanspruchte und das Königreich von Februar bis Juli 1495 regierte. 
Kurz nachdem Karl VIII. die Stadt wieder verlassen hatte, eroberte Ferdinand II., Alfons' Sohn, sein Erbe. Mit seinem Tod (1496) brach ein neuer Kampf um Neapel aus. Diesmal war es kein französischer Prinz, sondern der König von Sizilien (Ferdinand, der Katholische von Aragón), der 1501 in Neapel einfiel, den dortigen König (Friedrich) vertrieb und das Reich seinem eigenen zuführte.
   
   

Neapel unter den Habsburgern

Neapel blieb mit Sizilien vereint. Beide Königreiche waren fortan Nebenländer der spanischen Krone. 
Im Spanischen Erbfolgekrieg wurde Süditalien 1707 von Österreich besetzt. 
In den Friedensschlüssen von Utrecht (1713) und Rastatt (1714) erhielt Österreich das Königreich Neapel und Sardinien, Sizilien ging an das Herzogtum Savoyen. 
Einige Jahre später (1720), nach einem von Großbritannien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden abgewehrten spanischen Angriff auf Sizilien und Sardinien, erhielt Österreich Sizilien im Austausch gegen das ärmere Sardinien von Savoyen, sodass die beiden Reiche wieder vereint waren.

  
   

Neapel unter den Bourbonen

Im Präliminarfrieden von Wien musste Kaiser Karl 1735 Neapel und Sizilien an die spanischen Bourbonen als Sekundogenitur abtreten. 
Zunächst regierte der spanische Kronprinz als Karl VII. Als dieser 1759 als Karl III. den spanischen Thron bestieg, folgte ihm sein zweiter Sohn Ferdinand IV. als König von Neapel und Sizilien. 
Ferdinando Antonio Pasquale Giovanni Nepomuceno Serafino Gennaro Benedetto von Bourbon (* 12. Januar 1751 in Neapel; † 4. Januar 1825 ebenda) war Infant von Spanien und als Ferdinand IV. König von Neapel (1759-1806), als Ferdinand III. König von Sizilien (1759-1815) und als Ferdinand I. König beider Sizilien (1815/16-1825). 
Am 12. Mai 1768 heiratete Ferdinand in Caserta Maria Karolina von Österreich, eine Tochter von Maria Theresia, die nach Tanuccis Rücktritt 1777 die Regierung übernahm, 1784 Acton zum ersten Minister berief und angesichts der Französischen Revolution ein strenges Polizeiregiment errichtete, den Liberalismus mit scharfen Strafen verfolgte und 1793 der Koalition gegen Frankreich beitrat.

    

Die Erfolge der Republikanischen Armee in Italien zwangen Ferdinand, 1796 mit der Republik Frieden zu schließen. Dennoch verbündete er sich 1798 mit Österreich, Russland und Großbritannien und drang bis Rom vor. Die Folge war das Einrücken eines französischen Heers unter General Championnet in Neapel.

Horatio Nelson erhielt den Auftrag, die königliche Familie, den britischen Botschafter und andere Persönlichkeiten aus der bedrohten Stadt zu schaffen. Etwa 600 Personen schifften sich am 21. Dezember 1798 an Bord der HMS Vanguard und anderer Schiffe ein und verließen am 23. Dezember Neapel. Nach einer stürmischen Überfahrt langten sie am 26. Dezember in Palermo an. 
Nachdem der König geflohen war, erfolgte die Proklamation der Parthenopeischen Republik am 23. Januar 1799. 
Kurz darauf kam es zu royalistischen Aufständen gegen die von Frankreich eingesetzten Regierungen.

Neapel fiel am 21. Juni 1799 wieder in die Gewalt des Royalistenheers unter Kardinal Fabrizio Dionigi Ruffo, worauf im Januar 1800 der Hof nach Neapel zurückkehrte und zahlreiche Abtrünnige hinrichten ließ.

  
  

Die Parthenopäische Republik (Repubblica partenopea) oder Neapolitanische Republik (Repubblica napoletana) war eine durch französischen Revolutionsexport errichtete italienische Tochterrepublik, gebildet aus dem Königreich Neapel (ohne Sizilien), ausgerufen während des Zweiten Koalitionskrieges am 22. Januar 1799 und schon wieder aufgelöst nach der Rückeroberung Neapels durch die Koalitionstruppen im Juni 1799.

   
   
Die neapolitanischen Verhältnisse und die französische Revolution

Das Königreich Neapel wurde im 18. Jh. zu einem Zentrum der Aufklärung, Neapel selbst galt als eine der wichtigsten Kulturstädte Europas. 
Diese Entwicklung wurde maßgeblich durch die aristokratische und bürgerliche Elite der Hauptstadt getragen, zu der der König in eigentümlichem Gegensatz stand. Ferdinand IV., dem jede geistige Bildung abgesprochen wurde, verkehrte nicht in intellektuellen Salons, sondern pflegte eine charismatische Volksnähe. Sein ungezwungener Umgang mit der unteren Volksschicht, den sogenannten Lazzari, führte zum Spitznamen „Re Lazzarone" (ungefähr: „Bettlerkönig" oder „König der armen Teufel"). 
Die unterprivilegierte Masse, vom König immer wieder mit Geschenken bedacht, entwickelte eine selbstbewusste, unbürgerliche Kultur und stand der Monarchie als zuverlässige Stütze zur Seite.

Verheiratet war der König aus der spanischen Linie der Bourbonen mit Maria Karolina von Österreich, einer Schwester Marie Antoinettes, so dass engste verwandtschaftliche und persönliche Beziehungen zwischen dem neapolitanischen und französischen Königshof bestanden. 
Die politisch sehr interessierte Königin zeigte sich wie die hauptstädtische Elite der französischen Revolution gegenüber aufgeschlossen, und es entwickelten sich sogenannte „Patriotenklubs", in denen republikanische Reformen diskutiert wurden. 
Zur Feindschaft des Königshofs mit Frankreich kam es aber, als der entfernte Vetter des Königs und dann auch die Schwester der Königin 1793 auf der Guillotine endeten. Sämtliche weiteren Reformbemühungen wurden unterdrückt, die „Patrioten" oder Jakobiner verfolgt und vertrieben.

   
   

Errichtung und Untergang der Parthenopäischen Republik

Das Königreich Neapel kämpfte bereits im Ersten Koalitionskrieg gegen die französische Republik und wieder im Zweiten. Noch während der Eroberung Neapels durch französische Truppen erklärten die neapolitanischen Patrioten am 22. Januar 1799 die Republik. 
Der König war bereits am 23. Dezember 1798 nach Sizilien geflohen, das unter seiner Herrschaft blieb. Eine provisorische Regierung von 20 und ab 11. Februar von 25 Mitgliedern nahm die Arbeit auf, blieb allerdings unter der Kontrolle Frankreichs, d.h. des französischen Oberbefehlshabers und des zivilen Kommissars. Am 14. April ersetzte dieser die erste Regierung durch eine verkleinerte zweite Regierung (ein Exekutivrat von 5 Mitgliedern). Am 25. April schaffte die Regierung die Feudalrechte ab, eine Verfassung oder weitergehende bürgerliche Sozial- und Rechtsordnung konnte in der nur fünfmonatigen Existenz der Republik nicht mehr verabschiedet werden. Die Republik war in ständiger Finanznot, die Regierung über die Haltung zu Frankreich in sich zerstritten.

Bereits am 7. Februar landete der zum Oberbefehlshaber der königstreuen Truppen ernannte Kardinal Fabrizio Ruffo in Kalabrien, wo er, unterstützt von einem russischen Expeditionskorps, eine Miliz aus Bauern und Briganten wie dem berüchtigten Fra Diavolo organisierte. Dabei spielte die traditionalistisch-konservative Haltung und Frömmigkeit des Landvolks eine wichtige Rolle - so nannte Ruffo die Bauernarmee „Esercito Cristiano della Santa Fede" (Christliches Heer vom Heiligen Glauben), allgemein als Sanfedisti bekannt. (Der ländliche Widerstand gegen die jakobinisch-bürgerliche Neuordnung ist ein bekanntes Phänomen der Revolutionsepoche; weitere Beispiele finden sich im Aufstand der Vendée gegen die Französische Republik oder im Widerstand der Schweizer Urkantone zu Anfang der Helvetischen Republik.) Die Erfolge der Koalition veranlassten die französischen Truppen am 7. Mai zum Abzug in den Norden. Im Juni war die Parthenopäische Republik nur noch in den von Sanfedisti und Lazzaroni belagerten Festungen von Neapel existent. 
Vom 19. bis 23. Juni kapitulierten schließlich die Verteidiger der Festungen gegen die Zusicherung einer ungehinderten Überfahrt nach Frankreich. Neapel war wieder ein Königreich.

   
   

Die Auslöschung der neapolitanischen Republikaner

Die Kapitulation wurde allerdings vom britischen Flottenbefehlshaber Horatio Nelson, der mit seinen Schiffen die Bucht von Neapel beherrschte, nicht akzeptiert. Im Namen des neapolitanischen Königs ließ er am 28. Juni die Republikaner, die bereits die Waffen gestreckt hatten, gefangen nehmen und am folgenden Tag den parthenopäischen Admiral Francesco Caracciolo standrechtlich hängen. 
Fast die gesamte geistige Elite Neapels, die mehrheitlich die Republik unterstützt hatte, mehrere Hundert Männer und Frauen (so der Philosoph und Verfassungsrechtler Mario Pagano oder die Zeitungsherausgeberin Eleonora Fonseca Pimentel), wurden in den nächsten Monaten zum Tod oder zu lebenslangem Kerker verurteilt; die Prozessakten ließ der König 1803 vernichten. 
Auf dem Land sollen einige Tausend Menschen den royalistischen Verfolgungen zum Opfer gefallen sein.

Die Hinrichtungswelle von 1799 ist Anlass immer noch fortdauernder Diskussionen. 
Zum einen in Neapel selbst, wo der Entwicklungsrückstand Süditaliens nicht zuletzt auf die Auslöschung des reformwilligen Teils der Aristokratie und des entstehenden Bürgertums am Übergang zur Neuzeit zurückgeführt wird; auch das stark verankerte kalabresische und neapolitanische Bandenwesen wird in engem Zusammenhang mit der Militarisierung der Sanfedisti und Lazzaroni von 1799 gesehen. 
Zum anderen wird in Neapel, aber auch in Großbritannien über das Verhalten von Nelson diskutiert, durch dessen Intervention ein bereits abgeschlossener Kapitulationsvertrag nichtig erklärt und die Einkerkerung und Hinrichtung der neapolitanischen Republikaner ermöglicht wurde. 
Die Begleitumstände sind kontrovers. Verteidiger von Nelson haben auf die noch grausamere Kriegsführung anderer Heerführer sowie auf einen Befehlsnotstand hingewiesen. Zudem vermuten sie eine emotionale Instabilität Nelsons infolge seiner 1798 erlittenen Kopfverletzung und aufgrund von Schuldgefühlen gegenüber seiner Frau wegen des Ehebruchs mit Emma Hamilton, der Frau des britischen Botschafters in Neapel, die er hier ein Jahr zuvor kennengelernt hatte. 
Dagegen wird eingewendet, dass Nelson, der auch zu anderer Gelegenheit vor Kriegsgreueln nicht zurückschreckte, letztlich aus selbstsüchtigen Gründen den Einflüsterungen seiner Geliebten gefolgt sei. Emma Hamilton ihrerseits soll als enge Freundin der Königin Maria Carolina deren seit 1793 gehegten Wunsch nach Rache an „den Jakobinern" für ihre Schwester Marie Antoinette an Nelson weitergetragen haben.

Auffällig bei der Kontroverse ist die jeweilige Rolle, die Nelson und dem König einerseits sowie Emma Hamilton und der Königin anderseits zugeschrieben werden: die zwei Männer, obwohl durch ihre Position letztlich verantwortlich für die Geschehnisse, erscheinen willenlos (der eine zeitweilig, der andere dauernd) und von zwei Frauen gesteuert, die die Handlung anstifteten und vorantrieben. 
Hier zeigt sich eine auffällige Parallele zwischen den beiden bourbonischen Königshöfen in Paris und Neapel, wo die Könige als politisch ausgesprochen schwache Figuren galten, während die Königinnen (zwei Schwestern aus dem Haus Habsburg) im Fokus der Kritik standen und bei beiden Gerüchte über ein ausschweifendes Sexualleben eine Rolle spielten (Emma Hamilton und Maria Carolina wurde eine Beziehung nachgesagt). 
Ferdinand IV. ist wegen seiner Volkstümlichkeit eine nicht unbeträchtliche Popularität geblieben (seine Jugend war beispielsweise Thema einer italienischen Filmkomödie aus der Nachkriegszeit), vom Ansehen Nelsons in Großbritannien ganz zu schweigen.

    

Obwohl die Integrität des Königreichs Neapel in einem Vertrag zwischen Spanien und Napoleon festgestellt worden war, musste Ferdinand im Frieden von Florenz mit Frankreich vom 18. März 1801 den Stato degli Presidi (Übersetzt: Mitglied der Dekane) abtreten und französische Besatzungen in seinen Staaten zulassen sowie im Neutralitätsvertrag von 1805 versprechen, den Truppen der gegen Frankreich Krieg führenden Mächte die Landung zu verweigern.

Als dennoch im November 1805 ein britisch-russisches Heer in Neapel landete, befahl Napoleon am 27. Dezember 1805 die Absetzung der Dynastie der Bourbonen in Neapel, und Ferdinand musste im Januar 1806 erneut nach Sizilien flüchten.

Joseph Bonaparte wurde zum König beider Sizilien erhoben und Ferdinand behauptete sich mit Hilfe der Briten in Sizilien.

Am 15. Juli 1808 ernannte Napoleon seinen Schwager Joachim Murat zum König von Neapel.

1811 geriet Ferdinand im britischen Kabinett in die Kritik. Ihm wurde eine brutale, verschwenderische Missregierung vorgeworfen.
1812 überließ er auf Druck Großbritanniens seinem Sohn Franz die Regierung.
Durch den Wiener Kongress wurde Ferdinand jedoch kurz darauf wieder in sämtliche Rechte eingesetzt.
Noch 1812 hob er die zugestandene sizilianische Verfassung auf und zog nach Joachim Murats Flucht am 17. Juni 1815 wieder in Neapel ein.
Am 13. Oktober 1815 wurde Joachim Murat standrechtlich erschossen. 
Ferdinand vereinigte dann durch Dekret vom 8. Dezember 1816 Sizilien und den Festlandsteil seines Reiches in ein Königreich beider Sizilien und nannte sich von da an Ferdinand I.
Er schloss am 16. Februar 1818 ein Konkordat mit dem römischen Stuhl.

Infolge der Revolution von 1820 musste er die spanische Konstitution von 1812 beschwören, erwirkte jedoch 1821 in Laibach die bewaffnete Hilfe Österreichs gegen die von ihm eingesetzte Regierung. 
Harte Strafen gegen die Liberalen folgten.

Ferdinand starb am 4. Januar 1825. 
Seine Nachfolge trat sein Sohn Franz I. an. Seine Gemahlin war am 8. September 1814 gestorben; am 27. November des gleichen Jahres hatte er sich in Palermo morganatisch mit Lucia Migliaccio, der verwitweten Prinzessin von Partana vermählt, die er 1815 zur Herzogin von Floridia erhob. 
Ferdinand I. wurde in der Kirche Santa Chiara begraben.

    
    

Neapel unter Napoleon

Im Zeitalter der französischen Revolution wurde in Neapel die Parthenopäische Republik ausgerufen und dem König blieb nur Sizilien. 1806 setzte Napoléon Bonaparte seinen Bruder Joseph, zwei Jahre später seinen Schwager Murat als Könige von Neapel ein, während Ferdinand immer noch in Sizilien residierte.

Die Parthenopäische Republik (Repubblica partenopea) oder Neapolitanische Republik (Repubblica napoletana) war eine durch französischen Revolutionsexport errichtete italienische Tochterrepublik, gebildet aus dem Königreich Neapel (ohne Sizilien), ausgerufen während des Zweiten Koalitionskrieges am 22. Januar 1799, aufgelöst nach der Rückeroberung Neapels durch Koalitionstruppen im Juni 1799.
Der Name der Republik leitete sich von Parthenope, der dichterischen Bezeichnung Neapels seit Vergil (Georgica 4,564) her. Parthenope war der Name einer der drei unteritalienischen Sirenen, und in Neapel war ihre Kultstätte.

Am 19. Januar 1799 wurde die französische blau-weiß-rote Trikolore neben der gold-roten Stadtflagge von Neapel gehisst. Die daraus entstehende Farbkombination inspirierte zur neuen Staatsflagge. 
Zunächst wurde die Farbreihenfolge Blau-Rot-Gold gewählt, wie aus zeitgenössischen Abbildungen zu erkennen ist. Vermutlich am 3. Februar 1799 änderte man diese in die dem französischen Vorbild eher entsprechende Reihenfolge Blau-Gold-Rot. (Il Monitore Napoletano, Nr. 30, 3. Februar 1799). Auch waagerecht gestreifte Flaggen wurden benutzt.

    
   

Das Ende von Neapel als Königreich

Nach dem Wiener Kongress wurde Ferdinand von Bourbon-Sizilien am 8. Dezember 1816 zu Ferdinand I., König beider Sizilien proklamiert. 
Das Königreich beider Sizilien blieb bis 1860 (Sizilien bis Mai, Neapel bis September) ein unabhängiger Staat. 
Im Oktober 1860 wurde er durch die Truppen Garibaldis dem Königreich Sardinien angeschlossen und der italienische Staat entstand.

   

Königreich Sizilien 1154

    
    

Das Königreich Neapel um 1800

   
   

Das Königreich beider Sizilien ab 1816

    
   

Stempelpapier- Impost aus dem Königreich Neapel 
unter dem Bourbone Ferdinand III., aber mit französischer Besatzung, 
erster Teil.

Obwohl die Integrität des Königreichs Neapel in einem Vertrag zwischen Spanien und Napoleon festgestellt worden war, musste Ferdinand im Frieden von Florenz mit Frankreich vom 18. März 1801 den Stato degli Presidi abtreten und französische Besatzungen in seinen Staaten zulassen sowie im Neutralitätsvertrag von 1805 versprechen, den Truppen der gegen Frankreich Krieg führenden Mächte die Landung zu verweigern.

    

Morcone 14. Marzo 1802

   

Das Wappen der Bourbonen
Stempelmarke von 1801 über GARANI DUE

   
   

C.V. Angiolo li 16 Otre 1802

  

Stempelmarke von 1801 über GRANI DUE

   

Siegel mit Inschrift:
CIVITAS SANCTI ANGELI

   
   

C.V. Angeloli li 15 Marzo 1803

   

Stempelmarke über GRANI DUE

   

Siegel mit Inschrift:
CIVITAS SANCTI ANGELI

    
    

C. S. Angiolo li 15 Marzo 1803

    

Stempelmarke über GRANI DUE

  
   

C.S. Angiolo li 15 Maijo 1803

   

Stempelmarke über GRANI DUE

   

Siegel mit Inschrift:
CIVITAS SANCTI ANGELI

   
   

Decuzionato di Morcone 1804

Stempelmarke GRANI DUE

   
   

Wasserzeichen: Gleiches Bekröntes Wappen wie die Stempelmarke darunter Inschrift: REGIO DAZIO

   

Stempelmarke über GRANI DUE

    
   
  

Der Stempelpapier-Impost unter Joseph Bonaparte,
zweiter Teil.

Als dennoch im November 1805 ein britisch-russisches Heer in Neapel landete, befahl Napoleon am 27. Dezember 1805 die Absetzung der Dynastie der Bourbonen in Neapel, und Ferdinand musste im Januar 1806 erneut nach Sizilien flüchten. 
Joseph Bonaparte wurde zum König zwar beider Sizilien erhoben, aber Ferdinand behauptete sich mit Hilfe der Briten in Sizilien.
   

Aptierte Stempelmarke nun mit Kaiseradler Napoleons statt den 3 Lilien der Bourbonen, diese von 1806
Wasserzeichen im Papier: REGIO DAZIO

   

Marcone 1806

   

Stempelmarke von 1806 über GRANI DUE

    
    
    

Der Stempelpapier- Impost unter Joachim Murat 
dritter Teil.

Am 15. Juli 1808 ernannte Napoleon seinen Schwager Joachim Murat zum König beider Sizilien, nämlich vom Königreich Neapel und vom Königreich Sizilien, was sich in den Angaben seiner Stempelmarken wiederfindet.

   

Joachim Murat:

Nach dem Frieden von Tilsit wurde Murat nach Spanien gesandt. Er überredete den König Karl IV. zu der Reise nach Bayonne, die zur Absetzung des Hauses der Bourbonen führte. Er selbst marschierte mit französischen Truppen am 23. April 1808 in Madrid ein und unterdrückte den Dos de Mayo-Aufstand. 
Er hoffte vergeblich zum spanischen König erhoben zu werden. Statt seiner machte Napoleon Joseph Bonaparte zum neuen König von Spanien.

   
   

König von Neapel

Die Entschädigung erhielt Joachim Murat am 15. Juli 1808: Napoléon setzte ihn als König von Neapel ein. 

Er wurde zwar zum König beider Sizilien proklamiert.

Seine Herrschaft beschränkte sich allerdings auf das Festland, weil die Insel Sizilien geschützt von der englischen Flotte in der Hand von Ferdinand I. lag. 
Sein Nachfolger als Großherzog von Berg wurde 1809 unter kaiserlicher Vormundschaft und Regentschaft Napoléon Louis Bonaparte, Kronprinz des Königreichs Holland und Neffe Napoleons.
Joachim Murat traf am 6. September 1808 in Neapel ein, um die Macht zu übernehmen. 
Seine Herrschaft in Italien wurde von den Zeitgenossen und von der späteren Geschichtsschreibung nach Jahrhunderten der Misswirtschaft als gut beurteilt. 
Er stützte sich wie sein Vorgänger Joseph Bonaparte dabei hauptsächlich auf italienische Beamte und war bestrebt, den sichtbaren französischen Einfluss möglichst klein zu halten. Daher wurde seine Regentschaft nicht als Fremdherrschaft angesehen. 
In seine Zeit fällt der Aufbau einer modernen, funktionierenden Verwaltung des Königreichs.
  
   
Verrat und Tod

Nach der Niederlage Napoléons verließ er die französische Armee. Um seine eigene Position zu retten, hat er mit Österreich am 11. Januar 1814 einen Vertrag abgeschlossen, in dem er sich verpflichtete, die Alliierten mit einer Armee von 30.000 Mann zu unterstützen. Dafür garantierten ihm England und Österreich seine Herrschaft. 
Tatsächlich führte er Krieg gegen den Eugène de Beauharnais als Vizekönig des Königreichs Italien. 
Er trug so zur Niederlage des Napoleons aktiv bei. Als es schien, dass der Wiener Kongress keineswegs bereit war, Murat als König zu bestätigen, begann er mit Napoleon auf Elba in Kontakt zu treten. 
Nachdem dieser die Insel verlassen und begonnen hat die Macht in Frankreich wieder zu übernehmen, ließ Murat im Februar 1815 den Kirchenstaat besetzen und griff am 30. März die österreichischen Truppen an. In zwei Schlachten am 12. April bei Ferrara und am 2. Mai bei Tolentino wurde seine Armee geschlagen. 
Murat floh zunächst nach Frankreich. Am 25. August 1815 ging er nach Korsika und sammelte dort eine kleine Truppe. Mit sechs Schiffen fuhr er in Richtung Neapel. Dieser Versuch, seinen Thron zu retten und die Bevölkerung für die Unabhängigkeit zu mobilisieren, schlug fehl. Er wurde gefangengenommen, zum Tode verurteilt und am 13. Oktober 1815 in Pizzo in Kalabrien auf Anordnung des Bourbonenkönigs Ferdinand IV. standrechtlich erschossen.

  
   

Commune Arquaviva li 26.Juliyo1808

   

Die obere Bourbonische Stempelmarke aus dem Königreich Neapel von 1801 wurde ungültig gestempelt und stattdessen eine französische Stempelmarke mit innen dem bekrönten Kaiseradler und der Inschrift:NAP. E SIC. für Neapel und Sizilien darunter gesetzt,
diese wertet über G. 6. für GRANI SEI

   
   

Bourbonisches Stempelpapier beider Königreiche Neapel und Sizilien unter J. Murat

   

COPIAL …………………….Lughia 1808: in Morconel..?

    

Stempelmarke über G. 6.
für GRANI SEI

Inschrift:
NAP. E SIC.
(für Neapel und Sizilien)

   
   
   

Der Stempelpapier- Impost aus dem Königreich Neapel und Sizilien unter Murat 
ist nun wieder unter dem Bourbonen Ferdinand III. gekommen, 
vierter Teil.

Per Dekret hob König Ferdinand im Jahr 1816 die Personalunion zwischen Sizilien und Neapel (Regno di Sicilia ulteriore) auf und vereinte beide Königreiche in einer Realunion. 
Der neu geschaffene Staat hieß „Königreich beider Sizilien", Staatsoberhaupt blieb Ferdinand.

Das Königreich beider Sizilien entstand also eigentlich erst am 8. Dezember 1816 durch staatsrechtliche Vereinigung zweier bis dahin nur in Personalunion verbundenen Königreiche, die beide aus historischen Gründen offiziell die Bezeichnung "Königreich Sizilien" trugen.
Während das eine ("Regno di Sicilia ulteriore") im Wesentlichen mit der Insel Sizilien identisch war (Hauptstadt: Palermo), umfasste das andere ("Regno di Sicilia citeriore") das unteritalienische Festland mit der Hauptstadt Neapel, weshalb dieses "Festland-Sizilien" zur besseren Unterscheidung auch als Königreich Neapel bezeichnet wird.

Das Königreich beider Sizilien umfasste somit ganz Unteritalien und war der größte der italienischen Teilstaaten, allerdings auch der wirtschaftlich ärmste.

Die Staatsform war seit 1816 die der absoluten Monarchie; erst am 29. Januar 1848 erhielt das Königreich eine konstitutionelle Verfassung.

   

Wappen beider Königreiche Sizilien

   
   

Geschichte:

Bourbonische Restauration und Konflikt mit Habsburg

In der Zwischenzeit hatte der Bourbone Ferdinand unter dem Schutz der britischen Flotte sein Teil-Königreich Sizilien behauptet, dort jedoch aufgrund wachsender innenpolitischer Mitbestimmungs-Forderungen des Adels und aufgrund massiven britischen Drucks 1812 eine Verfassung und ein modernes Parlament gewähren müssen.

Nach der Wiederinbesitznahme Neapels 1815 tat der Bourbonenkönig im Kontext allgemeiner europäischer Reaktionspolitik unter Führung Österreichs und Russlands daher alles, um diese erzwungenen liberalen Zugeständnisse wieder rückgängig zu machen.

Als er mit internationaler Zustimmung Neapel und Sizilien 1816 zum Königreich beider Sizilien (Regno delle Due Sicilie) vereinigte und sich fortan König Ferdinand I. beider Sizilien nannte, hatte er mit dieser staatlichen Vereinigung vor allem die Abschaffung der eigenständigen sizilianischen Verfassung und des dortigen Parlaments zum Ziel.

Gerade durch diese aufgezwungene Staatseinigung, die zudem antikonstitutionell und folglich reaktionär war, wurde jedoch der Widerstandsgeist und Separatismus auf Sizilien in der Folge immer wieder angefacht.

Als es 1820 in Neapel zu einem konstitutionellen Militärputsch kam, der Ferdinand zur Gewährung einer Verfassung für den Gesamtstaat beider Sizilien zwang (die schon 1821 durch eine international gebilligte österreichische Militär-Intervention wieder beseitigt wurde), schloss sich Sizilien den neapolitanischen Liberalen nicht etwa an, sondern kämpfte für die Wiederherstellung seiner Eigenstaatlichkeit und der eigenen Verfassung von 1812, was - neben der Kompromisslosigkeit der neapolitanischen Führer - zum Scheitern beider Revolutionen erheblich beitrug. Ähnliches wiederholte sich 1848.

     
   

Napoli et Bari 1808/1809/1818

   

Oben Stempelmarke vom französischen Königreich Neapel und Sizilien über 50 Centesimi. 
Diese wurde entwertet mit einem Balkenstempel 
und dazwischen farblich gesetzt die Bourbonische Stempelmarke mit der Lilie und G. 6 für Grani Sei.
Unten der farblos geprägte Kontrollstempel.

   

Der farblos geprägte Kontrollstempel mit der Inschrift:
REGNO DELLE DUE SICILIE

    
   
    
    
    
Quellen:
- Wikipedia 
- und die Dokumente aus dem Stempelpapier- Fundus von Gunter Wagner, Filderstadt, 
  von wem denn sonst?

NB.: In keinem meiner zahlreichen Stempelpapier- Kataloge aus Italien konnte ich  diese Stempelmarken auffinden, von der dargebotenen Form ganz zu schweigen!

 


        

www.stempelpapier.de