Der Stempelpapier- Impost aus Dänisch Lauenburg 1863

 

Lauenburg (Herzogtum)
Das an der Niederelbe gelegene Land wurde nach dem Abzug der Germanen im Frühmittelalter von wendischen Polaben besiedelt, im 12. Jahrhundert aber von den Welfen erobert. 1142 wurde Heinrich von Badwide mit der Grafschaft Ratzeburg belehnt, die den größten Teil des späteren Lauenburg einnahm. Nach dem Sturz Heinrichs des Löwen 1180 fiel das Gebiet an die Askanier (Bernhard II.), die 1182 die Burg Lauenburg erbauten und nach dem Aussterben der Badewider die Grafschaft Ratzeburg einzogen. Bei der Teilung des askanischen Hauses entstand 1260 das Herzogtum Sachsen-Lauenburg (Lauenburg und Hadeln), das an die ältere Linie fiel. Nach dem Aussterben der protestantisch gewordenen Askanier (1689) setzte Herzog Georg Wilhelm von Lüneburg-Celle seinen Erbanspruch auf das zum niedersächsischen Reichskreis zählende Herzogtum, zu welchem auch die Stadt Ratzeburg (mit Ausnahme der Dominsel) gehörte, durch. 
1705 kam Lauenburg mit Celle durch Erbfall an Hannover. 
1815 wurde es von Hannover mit Ausnahme von Hadeln an Preußen abgetreten. 
Preußen überließ es 1815/1816 gegen Schwedisch-Vorpommern an Dänemark,
das es 1864 zusammen mit Holstein im Wiener Frieden an Österreich und Preußen abtrat.
1865 wurde es durch die Konvention von Gastein gegen Entschädigung Österreichs in Personalunion mit Preußen verbunden.
1866 trat es dem Norddeutschen Bund bei, 1870 in das Deutsche Reich ein.

Am 1. 7. 1876 wurde es als Kreis Herzogtum Lauenburg der Provinz Schleswig-Holstein Preußen eingegliedert und kam damit 1946 zu Schleswig-Holstein.

 



Das Herzogtum Lauenburg, zu welchem auch die Stadt Ratzeburg gehörte (mit Ausnahme der Dominsel, 
die gehörte zum Fürstentum Ratzeburg, und das wiederum stand in Personalunion mit dem Herzogtum Mecklenburg-Strelitz) 

 
 

Geschichte vom Wappen
Mit Patent vom 13. September 1865 nahm der König von Preußen Besitz vom Herzogtum Lauenburg. 
Sofort stellte man sich in Berlin die Frage, wie das neue Wappen von Lauenburg auszusehen habe. Am 12. November 1866 entschied der König von Preußen auf Vorschlag seiner zuständigen Ministerien, dass das hergebrachte Lauenburgische Wappen - ein silberner Pferdekopf im roten Felde - beibehalten, aber mit einer schwarzen und weißen Umsäumung versehen werden solle. Diese Verleihung hat die Königlich Preußische, Herzoglich Lauenburgische Regierung im offiziellen Wochenblatt für das Herzogtum Lauenburg Nr. 25 vom 13.04.1867 verkündet. Die auf dem Schilde ruhende preußische Königskrone hat die Regierung zu Ratzeburg eigenmächtig hinzugefügt. Dieses Wappen gilt auch heute noch unverändert.

Die Hauptsatzung des Kreises Herzogtum Lauenburg enthält in § 1 die Beschreibung des Kreiswappens; sie lautet: "Das Kreiswappen zeigt einen silbernen Pferdekopf im roten Feld mit schwarz-weißer Umrandung und Königskrone."
Der Pferdekopf als Wappenzeichen für das Herzogtum Lauenburg kam auf, als das Gebiet von Hannover getrennt und 1816 an Dänemark übergeben wurde. Man wählte damals (1819) einen goldenen Pferdekopf auf rotem Grund. 
In der Zeit der Zugehörigkeit des Herzogtums Lauenburg zu Hannover (1689 - 1816) hat die Lauenburgische Ritter- und Landschaft als Vertreter des Landes ein 1779 verliehenes Wappen mit dem springenden Roß in rotem Feld geführt.
Das alte Wappen der Lauenburgischen Herzöge aus askanischem Hause zeigt einen gevierten Schild, das 1. und 4. Feld ist 10-fach geteilt von Schwarz und Gold mit darüber liegenden, grünen Rautenkranz. Im 2. Feld in Blau ein gekrönter, goldener Adler, im 3. Feld in Silber drei rote Seeblätter.
Der letzte Herzog von Sachsen-Lauenburg, Julius Franz, führte im 4. Feld die gekreuzten Kurfürstenschwerter, die ihm persönlich vom Kaiser verliehen waren.

 

Stempelpapier- Edikt von der Dänisch- Lauenburgische Regierung, Ratzeburg 1849.
  
1849 kommt ein neues Stempelpapier in den Umlauf, 
das mit dem Wappen vom Herzogtum Lauenburg, der Pferdekopf als Kontrollstempel.
Und das Vorläuferpapier mit dem königlichen Namenschiffre wird als unbrauchbar deklariert, 
insofern es bis zum Jahresende nicht doch noch verbraucht werden sollte.
Danach konnte es aber immer noch umgetauscht werden.
   
   
Eine Transcription in groben Zügen, da der Text viele unbekannte Lateinausdrücke beinhaltet:
   
" In Sachen des Magistrats der Stadt Altona Namens des dortigen Stadtarmenwesens, Klägers, wider die Commune Gr. Schönau, Amts Ratzeburg, Beklagte, wegen Aufnahme des aus Grönau gebürtigen Franz Jochen Kalens nebst Familie wird Ersterem die von der .........teren am 14ten d.M. übergebene Duplik, Dieser dagegen ein von Jenem am 15ten d.M. eingegangener  Contumacialantrag hinc et inde in Abschrift hieneben mitgetheilt, der Schluß der Acten erkannt, und Termin zur Inrotulation derselben auf 
                                                                                  Freitag, den 27sten d.M. 
 hiemit angesetzt, wozu beider Theile Anwälde, um der Inrotulation beizuwohnen, Vormittags 11 Uhr auf Königlicher Hofgerichtskanzelei zu erscheinen hiemit geladen werden.
Ingleichen ist, wenn gleich die Duplik einen Tag vor dem Contumacialantrag eingekommen ist, doch, da die Duplik drei Wochen nach Ablauf der dazu gesetzten Frist eingegangen ist, der Kläger also wohl berechtigt gewesen zu contumaciren, die Beklagte schuldig dem Kläger die Kosten des Contumacial-Antrags mit 46 1/4 S. zu erstatten.
Decretum Ratzeburg den 18. Novbr. 1863

Königliches Hofgericht des Herzogthums Lauenburg 

G. Reventlow"
     
   
   
   
Kontrollstempel mit einem königlich- bekrönten Wappenschild mit Pferdekopf 
    
Der dänische Stempelpapier- Impost mit dem Wertstempel über 4 Schilling
   
   
Das Münzwesen entsprach dem Schleswig- Holsteins. Geprägt wurde unter Friedrich VI. ein einziges Nominal, nämlich 2/3 Taler nach dem Leipziger Fuß, die gesetzlich bei einem Feingehalt von 750 Tausendteilen 17,323 gr. wiegen und 12,992 gr. Feinsilber haben sollten. Münzstätte war Altona.
    
   
Das königliche große Insiegel mit der Umschrift:
FRIDERICUS VII. D. G. REX DANIAE V. G. DUX SL. HOLST. ST. DIT. LAUENB. ET OLD.
   
   
 Decretum Ratzeburg den 18. Novbr. 1863
Königliches Hofgericht der Herzogthums Lauenburg
Mit Autograph von G. Reventlow
   
   
 Wappenschild derer von Reventlow aus der Wappenrolle
   
Reventlow ist der Name eines holsteinisch-mecklenburgischen Uradelsgeschlechts.
Die Herren von Reventlow gehörten zu den bedeutendsten Geschlechtern im westlichen Ostseegebiet. 
Die Schreibweise wechselte zwischen Revetlo, Reventlo, Reventlau, 
Reventlou, Reventlow, Refendtlof und Reffentloff.
      
   
Geschichte
Die nach einer Überlieferung aus Dithmarschen stammende Familie erscheint fast gleichzeitig mit demselben Wappen in Holstein und Mecklenburg. Im Holsteinischen wurde Godescalcus de Revetlo im Jahre 1223 erstmals urkundlich erwähnt. Er war Vasall des Grafen Albrecht von Orlamünde und Holstein. 1236 und 1258 erschien Thitlevus de Revetlow in Mecklenburg im Gefolge des Fürsten Johann I. 
In beiden Ländern konnten Angehörige der Familie im Laufe der Zeit bedeutende ständische und wirtschaftliche Stellungen einnehmen.
Die alte holsteinische Linie, vom 14. bis in das 16. Jahrhundert auch auf Fünen ansässig, erlosch 1752. 
Mit dem Aussterben des Gallentiner Zweiges erlosch 1772 auch der mecklenburgische Ast. 
Von diesem Ast hatten sich vorher Angehörige in Schleswig niedergelassen. Aus dieser Linie kam Detlev von Reventlow aus dem Haus Ziesendorf, der 1632 zum Kanzler von Christian IV. von Dänemark ernannt wurde. Er war Stammvater von zwei Linien, die beide zu großem Einfluss gelangten.
Der jüngere Zweig erwarb am 3. Juli 1673 die dänische Grafenwürde und am 23. Juli 1706 zu Wien den Reichsgrafenstand. Conrad von Reventlow (* 1644; † 1708), Großkanzler und Premierminister von Christian V. von Dänemark, erhielt den höheren lehnsgräflichen Rang und wurde mit der Lehnsgrafschaft Reventlow in Schleswig, der Lehnsgrafschaft Christiansfäde auf Laaland und der Lehnsbaronie Brahetrolleborg auf Fünen begütert. Der ältere Zweig erlangte 1767 die dänische Lehnsgrafenwürde.
Die jüngere Tochter von Conrad von Reventlow, Anna Sophie von Reventlow (* 1693; † 1743) wurde 1712 Gemahlin von König Friedrich IV. von Dänemark und zur Herzogin von Schleswig erhoben. 
1721 wurde sie zur dänischen Königin gekrönt. Weitere Reventlow waren mit den Herzögen von Holstein verschwägert. Das Geschlecht von Reventlow zählt bedeutende Persönlichkeiten des europäischen Hochadels, darunter auch die letzte deutsche Kaiserin Auguste Victoria, zu seinen Nachfahren.
    
    
Wappen
Das Stammwappen der Familie ist im Zinnenschnitt von Silber über Rot geteilt. 
Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken steht auf einer kurzen roten Stange ein ringsum mit silbernen Federn besetzter goldener Ring (Federspiel)


















Namensträger * Bemerkung
Anna Emerentia von Reventlow 1680 1753 Priörin des Kloster von Uetersen
Anna Sophie von Reventlow 1693 1743 dänische Königin (1721–1730)
Christian von Reventlow 1807 1845 Amtmann und königlich-dänischer Kommissar
Christian Detlev von Reventlow 1671 1738 Oberpräsident in Altona
Christian Ditlev Reventlow 1748 1827 dänischer Staatsmann und Reformer
Conrad von Reventlow 1644 1708 dänischer Großkanzler
Detlev von Reventlow 1485 1536 erster evangelischer Bischof von Lübeck und dänischer Kanzler
Eduard Reventlow 1883 1963 dänischer Diplomat
Else Reventlow 1897 1984 deutsche Frauenrechtlerin
Ernst Graf zu Reventlow 1869 1943 deutscher Schriftsteller, Kapitänleutnant und Politiker (NSDAP)
Fanny zu Reventlow 1871 1918 deutsche Schriftstellerin
Friederike Juliane Gräfin von Reventlow 1762 1816 Mittelpunkt des Emkendorfer Literaturkreises
Friedrich von Reventlow 1649 1728 Geheimer Etats- und Landrat und Klosterprobst von Uetersen
Friedrich Graf von Reventlow 1797 1874 Schleswig-holsteinischer Politiker
Friedrich Karl Reventlow 1754 1828 Kurator der Universität Kiel
Heinrich von Reventlow 1678 1732 Kaiserlicher Hofrat und Klosterprobst von Uetersen
Henning Graf Reventlow 1929 deutscher Theologe
Lance Reventlow 1936 1972 dänisch-US-amerikanischer Rennfahrer
Theodor Graf von Reventlow 1801 1873 Gutsherr der holsteinischen Güter Jersbek
Victor Graf von Reventlow-Criminil 1916 dänischer Minderheitenpolitiker in Schleswig-Holstein
    
   
Theodor Graf von Reventlow (* 19. Juli 1801 in Christiansholm bei Kopenhagen; † 4. Februar 1873 in Jersbek) war Gutsherr der holsteinischen Güter Jersbek und Stegen, königlich dänischer Amtmann von Cismar, Propst des St.-Johannis-Klosters vor Schleswig, Mitglied der Stände- und Landesversammlungen, Präsident der Gemeinsamen Regierung (1848/1849), Mitglied des schleswig-holsteinischen Provinziallandtags und des Kreistags. 
Er war Hofjägermeister und Kammerherr sowie Ritter vom Dannebrogorden.
   
Leben 
Theodor Graf von Reventlow wuchs nach dem Rücktritt seines Vaters von der Leitung der Deutschen Kanzlei in Kopenhagen (1802) auf Gut Altenhof bei Eckernförde auf, wurde durch Hauslehrer erzogen und ging am 18. April 1818 (wie seine beiden Brüder) zum Jurastudium nach Kiel, Heidelberg und Göttingen. 1822 legte er in Glückstadt sein Examen ab.
Theodor Graf von Reventlow trat 1825 als Auskultant in die Schleswig-Holstein-Lauenburgische Kanzlei in Kopenhagen ein und war dort bis 1828 tätig, bis er am 27. Dezember 1828 als Nachfolger seines Bruders Eugen als Legationssekretär nach Sankt Petersburg ging. Dort blieb er bis Ende 1833, kehrte dann in den Verwaltungsdienst zurück und wurde Ende 1834 Amtmann von Cismar, nahm aber schon 1838 seinen Abschied.
    
Ämter, Titel und Ehrungen 
Theodor Graf von Reventlow war Amtmann von Cismar und Klosterpropst zu Schleswig (1840 bis 1847; seine 1852 erfolgte Wahl zum Preetzer Klosterpropst wurde wegen seiner politischen Tätigkeit im Zusammenhang mit der Erhebung von 1848 vom dänischen König nicht anerkannt). Er wurde vom dänischen König zum Hofjägermeister (1827) und zum Kammerherrn (1841) ernannt, wobei dieser Titel 1854 nicht bestätigt wurde, weil er aufgrund seiner politischen Tätigkeiten während der schleswig-holsteinischen Erhebung 1848–1851 aus der Liste der Kammerherren gestrichen wurde. 
Damit rangierte er in der zweiten bzw. dritten der neun Rangklassen der hoffähigen Personen. 
Er wurde als Ritter (1832) und (höherrangig) Kommandeur (1845) in den Dannebrogorden aufgenommen.
   
Politische Betätigungen
Theodor Graf von Reventlow gehörte als vom dänischen König ernanntes Mitglied von 1840 bis 1846 der schleswigschen Ständeversammlung in Schleswig an und war 1846 deren Vizepräsident; er war von 1842 bis 1846 außerdem auch Mitglied der holsteinischen Ständeversammlung in Itzehoe. Er wurde nach dem Ausbruch der schleswig-holsteinischen Erhebung im März 1848 Mitglied der von der Provisorischen Regierung auf den 3. April 1848 einberufenen Vereinigten Ständeversammlung in Rendsburg, deren zweiter Vizepräsident er vom 9. April 1848 bis Oktober 1848 war. Er wurde als einer der wenigen adligen Großgrundbesitzer im Juli 1848 in die konstituierende Landesversammlung und anschließend in den „Fünfzehner-Ausschuss“, der für die Beratung über den Entwurf eines Staatsgrundgesetzes für die Herzogtümer Schleswig-Holstein zuständig war, gewählt.Er übernahm am 22. Oktober 1848 die Präsidentschaft der infolge des Waffenstillstands von Malmö eingesetzten „Gemeinsamen Regierung“ für die Herzogtümer Schleswig und Holstein.
Nach einigen Jahren der politischen (Zwangs-)Abstinenz wurde er 1855 wieder Mitglied der holsteinischen Ständeversammlung und zog 1856 als deren gewählter Vertreter in den aufgrund des Verfassungsgesetzes für die gemeinschaftlichen Angelegenheiten der Monarchie vom Oktober 1855 gebildeten, in Kopenhagen tagenden Reichsrat ein.
Die Herzogtümer Schleswig und Holstein wurden nach den von Preußen gewonnenen Kriegen gegen Dänemark und Österreich mit dem Annexionsgesetz vom 24. Dezember 1866 in den preußischen Staat eingegliedert. Theodor Graf von Reventlow war Mitglied und Wortführer der Vertrauensmännerkonferenz zur Besprechung (September 1867 in Berlin) der notwendigen administrativen Veränderungen. Er war Mitglied des erstmals am 11. Oktober 1868 zusammen getretenen vereinigten schleswig-holsteinische Provinziallandtags und bis zu seinem Tod auch Mitglied des Stormarner Kreistages.



 

Quellen: 
- Wikipedia freie Enzyklopädie, 
- das Stempelpapier befindet sich in meinem Fundus Schleswig- Holstein, Lübeck, Oldenburg, Lauenburg und Ratzeburg, 
- sowie einige weitere Infos aus meinem Handbuch über den Stempelpapier- Impost aus dem Herzogtum Lauenburg von 2005 


        

www.stempelpapier.de