Die Waren- Terminhandel- Stempelmarken von 1900 

 

Anmerkung: Googeln brachte kaum Ergebnisse und wenn, dann waren die Infos in Sachen Börsensteuer eingebunden!

 

Derivate sind Finanzinstrumente, deren Preis oder Wert von den künftigen Kursen oder Preisen anderer Handelsgüter (zum Beispiel Rohstoffen oder Lebensmitteln), Vermögensgegenständen (Wertpapieren wie zum Beispiel Aktien oder Anleihen) oder von marktbezogenen Referenzgrößen (Zinssätzen, Indices) abhängt. 

Der Begriff lässt sich nicht scharf abgrenzen und wird überwiegend als Sammelbegriff für Finanztermingeschäfte verwendet. 

Ebenso kann der Wert von der Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Ereignisses wie zum Beispiel eines Staatsbankrottes oder der Insolvenz eines Unternehmens abhängen. Es handelt sich hierbei um Verträge, in denen die Vertragsparteien vereinbaren, einen oder mehrere Vertragsgegenstände zu festgelegten Bedingungen in der Zukunft zu kaufen, zu verkaufen oder zu tauschen, beziehungsweise alternativ Wertausgleichszahlungen zu leisten.
Vereinfacht ausgedrückt sind Derivate an die Entwicklung von Indices, Ereignissen oder bestimmten Preisen gekoppelte Verträge, die börslich oder außerbörslich abgeschlossen werden.
Das Wort Derivat ist lateinischer Herkunft (v. derivare = ableiten) und bezieht sich auf die Eigenschaft des abgeleiteten Preises (Kurs) dieser Instrumente von einem ihnen zugrunde liegenden Basiswert.

 
Allgemeines und Geschichte
Obige Definition beruht auf der Legaldefinition des § 2 Abs. 2 Nr. 1 WpHG. Die Auslegung dieser Bestimmung ergibt zunächst, dass es zum Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses auf die verzögerte beiderseitige Erfüllung des Geschäftes ankommt und dass alle möglichen Basiswerte, insbesondere Finanzinstrumente und Waren, Handelsobjekte sein können. Welche Handelsobjekte konkret bei Termingeschäften zugrunde liegen können, wird in § 2 Abs. 2 Nr. 2 WpHG - nicht abschließend - aufgezählt.
Das Börsengesetz von 1896 definierte Börsentermingeschäfte als „Kauf- oder sonstige Anschaffungsgeschäfte auf eine fest bestimmte Lieferungszeit oder mit einer fest bestimmten Lieferungsfrist, wenn sie nach Geschäftsbedingungen geschlossen werden, die von dem Börsenvorstand für den Terminhandel festgesetzt sind, und wenn für die an der betreffenden Börse geschlossenen Geschäfte solcher Art eine amtliche Feststellung von Terminpreisen…erfolgt“. Im selben Jahr erschien von William Tapolski eine Dissertation über den Kaffeeterminhandel. In der Novelle aus 1908 wurde die untaugliche Legaldefinition des Börsengesetzes wieder fallengelassen. Krisenbedingt findet ab 1914 ein eingeschränkter Terminhandel statt, eine Notverordnung führt 1931 zur Börsenschließung und zur Einstellung des Wertpapierterminhandels. Die Warenterminbörse Hamburg beginnt mit dem Terminhandel für Zucker und Kaffee erst wieder 1954, im Juni 1970 wird der Handel für Aktienoptionsgeschäfte zugelassen. Die Deutsche Terminbörse (DTB) beginnt im Jahre 1988.
Erst seit der Eröffnung der berühmten Chicago Board Options Exchange am 26. April 1993 kann von einem modernen Derivatehandel gesprochen werden.
Seit langem hat sich die Rechtsprechung mit Definitionsfragen befasst, um mit einer möglichst weiten Definition den Kreis einzubeziehender Geschäfte zu erweitern. Börsentermingeschäfte sind demnach alle Verträge über Wertpapiere, vertretbare Sachen oder Devisen nach gleichartigen Bedingungen, die von beiden Seiten erst zu einem bestimmten späteren Zeitpunkt zu erfüllen sind und die einen Bezug zu einem Terminmarkt haben, der es ermöglicht, jederzeit ein Gegengeschäft abzuschließen. 



Arten
Ein Börsentermingeschäft kann volkswirtschaftlich berechtigten Zwecken dienen, aber auch bloßes Spiel- oder Differenzgeschäft sein.
Termingeschäfte können demnach zunächst hinsichtlich ihrer Erfüllungsabsicht unterteilt werden in:
Lieferungsgeschäfte: eine tatsächliche Erfüllung durch gegenseitigen Leistungsaustausch ist von beiden Vertragsparteien beabsichtigt;
Börsentermingeschäfte: eine Erfüllung durch Gegengeschäft ist im Rahmen der Glattstellung möglich;
Differenzgeschäfte: die Vertragspartner erstatten die Differenz und sind nicht an dem Handelsobjekt interessiert.
Bei Lieferungsgeschäften sind die Vertragspartner an einer tatsächlichen Erfüllung der vereinbarten gegenseitigen Leistungen interessiert, während bei Börsentermingeschäften jeder der Vertragspartner seine Leistungspflicht durch ein Gegengeschäft erfüllen kann oder ohne Gegengeschäft an der Erfüllung interessiert ist. Bei reinen Differenzgeschäften sind die Beteiligten überhaupt nicht am Underlying interessiert, sondern lediglich am erwarteten Gewinn. 
Im modernen Terminhandel sind Termingeschäfte vielfach als offene Differenzgeschäfte ausgestaltet, sodass eine Glattstellungsmöglichkeit durch ein Gegengeschäft nicht erforderlich ist. 
Ein verdecktes Differenzgeschäft liegt insbesondere vor, wenn die Parteien zunächst nur ein die Spekulation eröffnendes Geschäft schließen, die tatsächliche Erfüllung dieses Geschäfts durch den Bankkunden aber nicht erfolgen soll, sondern sofort oder in einem günstiger erscheinenden späteren Zeitpunkt ein Gegengeschäft auf denselben Termin abgeschlossen und im Ergebnis nur die Differenz der Preise aus beiden Geschäften ausgeglichen werden soll. Indizien hierfür liegen vor, wenn der Käufer im Einvernehmen mit seinem Vertragspartner keine unbeschränkte Verfügungsbefugnis über die Wertpapiere oder Waren anstrebt und zu ihrer Bezahlung weder eigenes Kapital noch vor Abschluss des Geschäfts vertraglich fest vereinbarte Kreditmittel, sondern den Erlös aus einem von vornherein beabsichtigten Gegengeschäft einsetzen will. Voraussetzung eines verdeckten Differenzgeschäfts ist ferner, dass das Gegengeschäft mit dem Vertragspartner des Erstgeschäfts geschlossen wird und mit dem Erstgeschäft im Wesentlichen übereinstimmt. Bei Devisen reicht ein Gegengeschäft in anderer Währung mit annähernd demselben Volumen für die Einordnung als verdecktes Differenzgeschäft aus.
Bankaufsichtsrechtlich ist ein erkennbares Abzielen auf nicht physische Erfüllung bei einem Differenzgeschäft gegeben, wenn die vertragliche Vereinbarung die Zahlung eines Differenzausgleichs statt einer physischen Erfüllung vorsieht (offenes Differenzgeschäft). Ein Abzielen auf nicht physische Erfüllung kann sich in Einzelfällen aber auch aus den Umständen der Vertragsschließung ergeben (verdecktes Differenzgeschäft).
Eine weitere Unterscheidung kann im Hinblick auf die Erfüllungspflicht vorgenommen werden:
Das unbedingte Termingeschäft muss sowohl seitens des Käufers als auch des Verkäufers auf jeden Fall – also unbedingt – erfüllt werden. Durch die gleiche Verteilung von Rechten und Pflichten fließt bei Vertragsabschluss keine Prämie. Erst bei der Erfüllung des Geschäftes kommt es zu einem Barausgleich oder zu einer effektiven Lieferung. In der Regel wird hier zwischen den folgenden Arten unterschieden:
Future: börsengehandeltes unbedingtes Termingeschäft
Forward: außerbörsliches unbedingtes Termingeschäft
Beim bedingten Termingeschäft wird einer Vertragspartei das Wahlrecht eingeräumt, erst in der Zukunft zu entscheiden, ob sie das Geschäft zu den vereinbarten Konditionen tatsächlich durchführen möchte. Bedingte Termingeschäfte nennt man auch Optionen. Verbriefte Optionen werden als Optionsschein bezeichnet. Die Form der Ausführung kann „amerikanisch“ oder „europäisch“ sein. Amerikanische Ausführung bedeutet, dass das zugrunde liegende Geschäft während der gesamten Laufzeit (freie Zeitpunktwahl) vom Käufer der Option oder des Optionsscheines getätigt werden kann. Bei der europäischen Ausführung darf nur zum Laufzeitende ausgeübt werden.

 
Börsenumsatzsteuer in Deutschland
Nach dem britischen Beispiel der Stamp tax wurden mit dem Reichsstempelgesetz von 1881 die Urkunden bestimmter Wertpapieranschaffungen reichseinheitlich mit einer Stempelabgabe belastet. Ab 1885 wurden die Wertpapiertransaktionen Besteuerungsgrundlage und prozentualen Steuersätzen unterworfen.
Das Kapitalverkehrsteuergesetz von 1922 führte den Begriff der Börsenumsatzsteuer ein.
Die alte Stempelsteuer wurde mit der Gesellschaft- und Wertpapiersteuer zusammengefasst.
Ab September 1944 wurde die Börsenumsatzsteuer ausgesetzt, 1948 aber wieder eingeführt.
Ab 1949 war es eine Steuer, die den Ländern zustand.
Das Aufkommen stand seit der Verfassungsänderung von 1969 an dem Bund zu.
Die Börsenumsatzsteuer wurde in Deutschland je nach Wertpapierart mit 1 Promille für öffentliche Anleihen und 2,5 Promille vom Kurswert für andere festverzinsliche Papiere und für Aktien berechnet und auf den Wertpapierabrechnungen gesondert ausgewiesen.
In besonderen Fällen wie z. B. bei Zeichnungsaufträgen wurde sie jedoch nicht berechnet.
Im Jahre 1991 wurde diese Steuer durch das erste Finanzmarktförderungsgesetz in Deutschland abgeschafft. 

In der Finanzwelt ist ein Terminkontrakt ein standardisierte Vertrag zwischen zwei Parteien zum Kauf oder Verkauf eines bestimmten Vermögenswertes (Öl, Gold, Tee. Kaffee, Reis, Zucker etc.) von standardisierten Menge und Qualität zu einem bestimmten zukünftigen Zeitpunkt zu einem vereinbarten Preis heute (der Futures-Preis). Die Verträge werden an einer Terminbörse gehandelt.  

Futures-Kontrakte sind keine "direkten" Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, Optionsscheine oder Rechte. Sie sind dennoch Wertpapiere, obwohl sie eine Art Derivatekontrakt sind.
Futures-Kontrakte, oder einfach Futures (aber nicht Zukunft oder Zukunft- Vertrag) sind börsengehandelte Derivate. Der Austausch der Clearingstelle fungiert als Gegenpartei auf alle Verträge und setzt Margin-Anforderungen; entscheidend ist auch ein Mechanismus zur Beilegung.

 

 Ab 1900 eingeführt, die Börsenumsatzsteuermarken von 1888 mit Überdruck eines schwarzen „W“ für „W(aren)“. Ohne WZ, Perf. 13 ½ x 12
Mittig ist diese Marke in Teilstücken a) und b) perforiert!
Ausgaben: 20, 40, 60 und 80 Pfennig sowie auch 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 15, 20, 30, 50, 100 und 500 Mark. 
  
ungebrauchte Marken daher komplett in Teilstücke a + b,
von 20 – 60 Pfennig in graublau
  
  
ungebrauchte komplett von 80 Pfennig bis zu 2 Mark in gelbbraun
  
  
ungebrauchte komplett von 3 – 5 Mark in gelbbraun
  
   
ungebrauchte komplett von 6 – 8 Mark in gelbbraun
  
   
ungebrauchte komplett von 9 – 15 Mark in gelbbraun
  
  
ungebrauchte komplett von 20 – 50 Mark in gelbbraun
   
    
Die ungebrauchte komplett zu 100 Mark in gelbbraun
und nur die 500 Mark Marke fehlt!
   
   
Beim Gebrauch wurde die Marke geteilt und je ein Teilstück kam auf das Original 
und eines auf das Duplikat/Quittung für die Buchführung!
Eine handschriftliche oder auch eine Entwertung mit einem Stempel und Datum waren  vorgeschrieben!
Auch hier in der Abb. fehlt die 500 Mark Marke!

 

 

 

Quellen: 
- Wikipedia
- Stempelmarken- Fundus Gunter Wagner Filderstadt 
- Erler- Norton  Katalog der Stempelmarken von Deutschland, Band 1, Deutsches Reich/Bundesrepublik 

 

        

www.stempelpapier.de