Notopfer ... ?  Wohnungsbau- Abgabe ... ?,  ja wat denn nun?
 

Das ist Fiskalphilatelie vom Feinsten!  Und die Ansage im Net, dass diese Steuermarken, das sog. Notopfer und die Wohnungsbauabgabe in jede Bund Sammlung gehören, konnte ich zuerst einmal gar nicht  glooben. Denn die Notopfer- Zulage Marken und auch die Wohnungsbau- Abgabe- Marken sind keine Postmarken, sondern reine Fiskalmarken, also ... ähhh ... Steuermarken, und es ist wirklich die einzige Marke in den deutschen Landen, wo das Wort „STEUERMARKE“ auch drauf steht! 

Nun hatte man mich am Ende doch ertappt, aber das war auch so gewollt! 

Da diese Marken von den Postalischen Sammlerschaft schon immer nur für sich reklamiert wurden,  findet man in der postalischen Literatur nur das Wort „Notopfer- Marke“ oder auch „Wohnungsbau-Abgabe- Marke“, aber nie das Wort „Steuermarke“, wohl wissend, dass diese kleine Marke ja eigentlich Bestandteil der Fiskalphilatelie ist und überhaupt keinen direkten Bezug zum eigentlichen Briefporto hat und auch nie gehabt hatte. Es war ne reine Briefsteuer / Brieftaxe! 

Daß diese Steuermarken  bei der Post verkauft werden mussten, ist ja an sich nichts Ungewöhnliches, denn dort musste sowieso immer mal wieder Fiskalisches - von Staats wegen angeordnet - verkauft werden, z. B. die Wechselsteuermarken!

Aber gerade deshalb sind uns deutschen Fiskal- Philatelisten  diese kleinen Marken erst recht nicht in unseren Fokus geraten, und die „ARGE Notopfer und Wohnungsbau Abgabe“ im BDPh müsste ja sammlelgebietsmäßig unter die ARGE Fiskalphilatelie fallen! 

Auch in Exponet bei Japhila, der weltweit größten virtuellen Ausstellungssammlung, hat man dieses Exponat aus der Klasse der Fiskalphilatelie (Revenues) heraus genommen, weil bei den postalischen Großkopferten wohl bis heute nicht gewollt wird, dass diese Steuermarken auf Brief als Exponat in der Fiskalphilatelie auszustellen sind!

Der Titel war: BLUE (The) FLEA AND ITS TRAVELS OR THE NOTOPFER BERLIN TAX STAMPS, von RATH, George.

Und wir Fiskalsammler orientieren uns ja an den Erler Katalogen, und darin sind diese Steuermarken erst gar nicht aufgeführt, die hat er einfach auch vergessen, aber das läßt sich ändern und auch mal eben schnell nach holen! 

Nur mal so: Wenn ich diese Marken in einem postalischen Ausstellungsexponat aufzeige, und das ist ja zwangsläufig gegeben, wenn ich Briefe aus dieser Zeit aufzeige, dann prangt doch diese kleine Pflicht- Steuermarke auf jedem dieser postalischen Briefsendungen! Und somit muss ich dann auch die blauen oder gelben Winzlinge als „Steuermarke“ benennen! Und jede Umschreibung, wenn auch postalisch über -zig Jahre so praktiziert, liegt einfach daneben.   

Also wurden und werden auch heute noch solche Briefestücke in rein postalischen  Exponaten aufgezeigt! Keiner hat sich je daran gestört, kein Prüfer und keiner von den Alleswissenden vom BDPh, wenn man diese Winzlinge nicht als Brief- Steuermarke definiert!

Für mich wären das glatt 20 Punkte Abzug in solch einem Exponat, nur wegen der mangelhaften Beschreibung bzw. Unterlassung von expliziten Hinweisen zu diesen Fiskalmarken (Steuermarken)!

Daß da nur ne simple Fiskalmarke / Steuermarke zusätzlich als reine staatliche Steuereinnahme zum Briefporto d'rauf gepappt werden musste, davon wollte bisher und will auch bis heute keiner dieser deutschen philatelistischen Großkopferten etwas wissen!

Daß die im Michel gelistet sind? Na klaro, die wurden ja bei derPost verkooft! Aber das war`s auch schon!

Jetzt weiß ich auch welcher „Michel“ den Spruch aufgesagt hat, es steht das Wort „Steuermarke“ drauf auf deutschen Steuermarken, das war nämlich einer vom Verlagshaus Michel.

Wie ging und geht das alles jahrelang zusammen in postalischen Exponaten?

Wohl benutzen alle die Fiskalphilatelie und deren Steuermarken und reklamieren diese auch noch für sich, nur drüber reden tut keiner, nach dem Motto, 'Bloß nicht dran rühren'!

Es gibt unzählige Beispiele von Ausstellungen der Notopfer Steuer- Marken in der Postgeschichtlichen Klasse; nur gehören die da eigentlich gar nicht erst hin!

Es sei denn wir benutzen wieder dieses ominöse Wort: „Borderline“ Exponate als Ausstellungsklasse!

Heute, seitdem nun die Fiskalphilatelie weltweit anerkannt ist und damit zwangsläufig im BDPh auch anerkannt werden musste,  wollen uns diese Herren der postalischen Philatelie erzählen, was Fiskalphilatie ist, wo die herkommt, und was wir in einem Exponat oder in einer Ausstellungsklasse zu tun oder zu lassen haben! 

Diesen heute in den FIP- Regularien - auch durch unseren Verband BDPh aufgebauschten - "Ausstellungs- Pantoffel", den sollte sich mal lieber die Postalische Philatelie anziehen, denn die stellt seit -zig Jahren Fiskalphilatelie aus, ohne diese in der Literatur oder in den Exponaten als solche zu kennzeichnen -
das fängt bei Wegegeld und Chausseegeld- Scheinen an und hört beim Notopfer und der Wohnungbau- Abgabe auf! 
 
Denn bis heute, wird immer nur von der „Notopfer- Marke“ oder „Wohnungsabgabe- Marke“ geschwafelt, das Wort „Steuermarke“ nimmt aber keiner dieser postalischen Sammler oder Steuermarken-Spezialisten in den Mund!

Aber wie schon gesagt, bei mir gäbe das sofort 20 Punkte Abzug bei einer solchen Exponatsbewertung,
weil hier echte Fiskalphilatelie ausgestellt wird, ohne sie als solche zu kennzeichnen! 

So kann ich hier nur immer und immer wieder meine Eindrücke äußern:
In der postalischen Philatelie sowie insbesondere im BDPh und in seinen angehängten ARGEN, im Speziellen in der „Arbeitsgemeinschaft Notopfer- und Wohnungsbaumarken e.V. im Bund Deutscher Philatelisten (BDPh) e.V.“  scheint es wohl verboten zu sein, über Fiskalphilatelie zu reden! 
Und das bei diesem rein Fiskalischem Sammelgebiet!

So ist es halt wie fast immer in der deutschen postalischen Philatelie: wieder mal mehr Schein als Sein! 

... Und nun kommt auch noch dieser aufrührerische W. Morscheck aus Bad Säckingen daher und spricht Klartext ..., na so was aber auch ... !

 


Gez.: Wolfgang Morscheck aus Bad Säckingen 

 
 
 

Aäähhh…, sind Postmarken nicht auch Fiskalmarken? Eigentlich schon! 
Und ich frage mich immer wieder, was ist da seit 1840 eigentlich in Deutschland unterlassen worden? Und was ist da geschichtlich eigentlich noch so alles uminterpretiert worden in den deutschsprachigen Ländern im Namen und im Interesse der Sammlerschaft für Postalische Philatelie? 


 
Übrigens, ist ja alles schon längst da gewesen in der Fiskalphilatelie, denn im Stadtstaat Venedig wurde eine kleine Briefsteuer schon 1604, mit einem Steuerstempel auf alle Briefe dann 1608 und mit dem julianischen Kalender schließlich 1609 endgültig eingeführt;  und auch Van den Brouck kreierte solch eine geringe Steuer, welche den Bürgern nicht lästig fallen sollte und ihnen auch noch ermöglichte eine gute Frucht von ihren Äckern nach Hause zu bringen, weil diese Abgabe ja so klein war, mit dem „Impost auf bezeegelte Brieven“ in Holland im Jahre 1623; eingeführt wurde die dann 1624 und dabei musste man Twee (2) Duiten auf gewöhnliches Postbriefpapier an die staatliche Papierfaktorei bezahlen, um überhaupt einen Brief beschreiben und versenden zu können!

 

Die Notopfer Berlin Steuermarke über 2 Pfennig

Nach dem Ende der Berlin-Blockade und der Luftbrücke (26. Juni 1948 – 11. Mai 1949) verabschiedete der Wirtschaftsrat des vereinigten Wirtschaftsgebietes am 8. November 1948 das „Gesetz zur Erhebung einer Abgabe Notopfer Berlin im vereinigten Wirtschaftsgebiet“. Nach dem Gesetz des Wirtschaftsrates vom 11. April 1949 wird das Notopfer für Berlin als Abgabe auf Postsendungen bis zum 31. Dezember 1949 erhoben. Die blauen Steuermarken müssen bis zu diesem Zeitpunkt aufgeklebt werden. (VI-35: 18.6.49). 
Danach musste neben zusätzlichen Abgaben herkömmlicher Art auf den meisten innerdeutschen Postsendungen (außer von und nach West-Berlin und auch nicht in die DDR) zusätzlich zum normalen Porto (damals 20 Pfennig für einen Standardbrief) eine Steuermarke, das sog. „Notopfer“, geklebt werden. 
Diese zwei Pfennig Steuerabgabe sollten der durch die Berlin-Blockade in wirtschaftliche Not geratenen West-Berliner Bevölkerung zugute kommen. Dieses Gesetz war bis zum 31. März 1956 in Kraft. 

Die Notopfer- Steuermarke war in den Gebieten der amerikanischen und britischen Zone (sogenannte Bizone) seit dem 1. Dezember 1948 zu verwenden, während in den verschiedenen Teilen der Französischen Zone (Rheinland-Pfalz, Baden und Württemberg) unterschiedliche Regelungen der Benutzung galten, wie z. B. die  Wohnungsbau- Abgabe. 

Ab 1. Januar 1950 war in der gesamten Bundesrepublik die Vorschrift einheitlich.
Ab Januar 1949 wurde die Notopfer Steuermarke, wenn sie in der SBZ bzw. der DDR auf Sendungen angetroffen wurde, beanstandet, sog. deutsch/deutscher Postkrieg

 
 Wie ist die Steuer entstanden?

Nach Verhängung der Berlin-Blockade im Herbst 1948 durch die sowjetische Besatzungsmacht wurde zur finanziellen Unterstützung der Stadt, die durch einen kostspieligen Luftbrückendienst versorgt werden musste, mit Gesetz vom 8. November 1948 das so genannte Notopfer Berlin eingeführt. 

Es war eine Sondersteuer vom Einkommen natürlicher und juristischer Personen in Höhe von höchstens etwa 4 Prozent und eine Briefmarkensteuer von 2 Pfennig je Postsendung. Ursprünglich auf drei Monate befristet, wurde sie infolge der fortdauernden Zwangslage Berlins wiederholt verlängert und geändert und schließlich in drei Etappen abgebaut: Am 1. April 1956 fiel die Poststeuer, am 1. Oktober 1956 die Steuer für natürliche Personen und am 1. Januar 1958 - unter Einbeziehung in die gleichzeitig erhöhten Körperschaftsteuersätze - die Steuer für Körperschaften fort.


 



Inschrift: 
NOTOPFER 2 BERLIN STEUERMARKE
 

In der Französischen Zone wurde die Notopfer Berlin Steuermarke in den Ländern Baden, Rheinland-Pfalz und Württemberg-Hohenzollern sehr unterschiedlich gehandhabt. Zeitweise wurde es von der Wohnungsbauabgabe Steuermarke ersetzt. 
Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde per Bundesgesetz die Notopfer Berlin Steuermarke ab 01. Januar 1950 in der Französischen Zone wieder eingeführt. 
Das Notopfer Berlin Steuergesetz wurde in den Ländern der Französischen Zone recht unterschiedlich gehandhabt, da die drei Landtage es zu jeweils anderen Zeitpunkten übernahmen. 
Am 31. Mai 1949 endete für Württemberg-Hohenzollern einschließlich des Stadt- und Landkreises Lindau die Abgabepflicht für die Notopfer Berlin Steuermarke.
Auf Veranlassung der damaligen französischen Besatzungsbehörde sollte nun der  soziale Wohnungsbau unterstützt werden, und zwar als direkter Abzug vom Einkommen, aber auch als Steuerabgabe auf Postsendungen mit der Wohnungsbau- Abgabe Steuermarke über 2 Pfennig

So wurden die Bestände der Notopfer Berlin Steuermarken eingezogen und am Ende überdruckt mit dem Schriftzug „ Wohnungsbau- Abgabe“ in roter Farbe. 

Es gab zwei Arten Überdrucke, die der Firma Marquart und die der  Firma Wegener.



 

Inschrift:
„NOTOPFER 2 BERLIN STEUERMARKE“ 
mit dem Überdruck in rot  „
Wohnungsbau- Abgabe“ 

es bleibt damit aber immer noch eine Steuermarke 

   

Bis zum 30. September 1949 konnten die Aufdruck-Provisorien auf den „NOTOPFER BERLIN STEUERMARKEN“ gegen die gelben neuen „Wohnungsbauabgabe- Steuermarken“ umgetauscht werden, behielten aber bis zum 31. Dezember 1949 im Postverkehr der anderen drei Westzonen noch ihre Gültigkeit.



Die neuen WOHNUNGSBAUABGABE Steuermarken  

 

Inschrift: 
WOHNUNGSBAUABGABE
STEUER- 2- MARKE
WüRTTEMBERG- HOHENZOLLERN 

 


Als Quelle diesmal nur zu nennen: 
Mein eigenes Geschichts- und Steuerverständnis bezüglich der simplen Frage: was ist eigentlich was in der Philatelie, insbesondere: was gehört dazu und was nicht, und schließlich: was man unbedingt so bezeichnen sollte, vor allem, wenn`s schon mal drauf steht, nämlich: „STEUER- MARKE" oder auch   "STEUERMARKE“!


        

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