Auch ein Gebiet der Fiskal- Philatelie soll auf meiner Website nicht unerwähnt bleiben:  Der Spielkartenstempel, eine Stempelsteuer!!

 

In fast allen Ländern wurden Spielkarten schon bald nach der Einführung steuerpflichtig, u.a. auch  wegen der Spielsucht,  und diese wurden vor dem Verkauf vom Stempelamt gestempelt und durften erst dann in Umlauf gebracht werden. 
Denn diese Spielkarten unterlagen einer indirekten Steuer, der sog. Stempelsteuer. In Frankreich wurde diese Kartensteuer schon seit 1583 erhoben. Der Spielkartenhersteller druckte auf einer festgelegten Karte - z. B. auf die Vorderseite - einen kleinen weißen Kreis, auf der dann der Steuerbeamte seinen Stempel setzte. Danach durften die Karten erst verkauft werden. Die Steuer war ein wesentlicher Anteil des Verkaufspreises. 
In Deutschland wurde die Spielkartensteuer (zählte zu den Bagatellsteuern) erst zum 1. Januar 1981 wegen des geringen Ertrages abgeschafft. 

Es gibt in fast jedem Altdeutschen Staat des Römischen Reiches Deutscher Nation eine solche Stempelsteuer. 
Daher ist auch zu dieser Fiskalsteuer eine staatliche Verordnung (ein Edikt) erlassen worden, dieses meistens im Zusammenhang mit der Stempelpapiersteuer. Denn Karten sind nun mal aus Papier und man kann sie nach dem Stempelvorgang ein gestempeltes Papier nennen. 
Die gleiche Aussage kann ich auch für  Kalender, Zeitungen, Almanache, Plakate (Ankündigungen) machen! 

Diese gestempelten Papiere (Spielkarten aller Art) gehören somit auch zur Fiskalphilatelie!!

 
Im Großherzogtum Berg gab es besonders schöne 
und sehr filigrane Kartenstempel, die wegen Ihrer Laufzeit sehr, sehr selten sind! 

 


Für Tarot- Spielkarten 

 



Für Einzuführende (Ausländische) Spielkarten!

 



Für Piquet und Hombres Spielkarten

 
Hier z. B. der Spielkarten- Stempel aus Sachsen. 
Nur welches Sachsen? 
 

Das sollte man schon unterscheiden können, woher welche Steuerstempel kommen!

 

 

Aktenbelegstück aus dem Königreich Sachsen, 
die könnten aber genau so gut aus Sachsen Meiningen kommen!
(Form des Wappens!)

 



Ein Aktenbelegstück aus dem Königreich Sachsen  
(Form des Wappens!)

  



 

Ein Aktenbelegstück aus dem Herzogtum Sachsen- Hildburghausen
(Form des Wappens!)

 
 



Ein Aktenbelegstück aus Sachsen- Coburg- Saalfeld
(Form des Wappens!)

 
   




Der Königlich Württembergische Spielkartenstempel
Inschrift: Kön. Württ. Sportel Amt

 



Der Großherzoglich Badische Spielkarten- Stempel
Ein Aktenbelegstück 

 
 

Auch wurden die Spielkarten vor dem Verkauf und nach bezahlter Stempelsteuer 
versiegelt mit sog. Verschlussmarken! 
 
Im folgenden ein kleiner Ausschnitt von österreichischen Spielkarten- Verschlussmarken!



Und so könnte ich noch seitenweise weitermachen ...

 
Anmerkung:

Beim aufmerksamen Durchlesen von jedem von mir aufgefundenen Stempelpapier-Edikt über die Papiersteuer fällt auf, dass es gleichzeitig auch eine Verordnung zur Spielkartensteuer ist, die hier mit aufgeführt worden ist. 

Kopien von entsprechenden Edikten kann ich im Einzelfalle auf Nachfrage zur Verfügung stellen!


Und die Erfahrungen, die ich bisher machen konnte:

Trotz mehrfacher Bitte wurden mir von Seiten der Spielkartensammler kein einziger Kartenstempel zur Verfügung gestellt!! 
Sollte dies ein Abbild von der herrschenden Konkurrenz zwischen Kartensammlern und Fiskaliskalphilatelisten sein?!

Ich plädiere deshalb an dieser Stelle für mehr Austausch unter den Sammlern in Deutschland!!
 

Schlußbemerkung:

Fast die meisten der im Internet aufgezeigten Kartenstempel, kommen vom Ursprung her von der Stempelsteuer!  Auch die meisten der Stempel auf Kalendern, Almanachen, sowie auf den Wege-, Brücken-, Pflaster-, Chaussee- und Zollgeldscheinen, die wir vorfinden, unterscheiden sich oft auch nur in der Größe und  Farbe von den Stempelpapier-Stempeln!

 

www.stempelpapier.de