Gerichtskostenmarken für ganz hohe Geldsummen aus Württemberg 
Court- Fee- Stamps for quite large sums of money from Württemberg
     
  
Teil 1. Kapitalserhöhung von 100 Millionen Mark auf 200 Millionen Mark in Form von 100.000 Aktien zu je 1000 Mark auf den Inhaber
Die Aktien werden pari ausgegeben!
  
Zu Teil 1
Vollzugsweisung zum Kapitalverkehrsteuergesetz…
Göppingen 24. August 1923
Wert der Urkunde = 100.000.000 Mark (einhundert Millionen Mark)
  
Zu Teil 1. Gesamtkostenberechnung
Zu lesen: Geb. = 12.700 Mark)
Gesch. Reg. No. 162
Zu lesen: 600 % Zuschlag = 79.200 Mark)
(Es müssten aber bei der Gesamtsumme von 266.700 Mark nur 76.200 Mark sein!!)
Zu lesen: Staatskasse = 177.800 Mark)
Zu lesen: Zusammen = 266.700 Mark)
  
Es sollten sich nach meiner Berechnung um eine Gesamtsumme von 269700 Mark handeln, aber so hatte sich der Notar um diesen Differenzbetrag zum Nachteil des Staatsschatzes verrechnet. 
So ist das, wenn man seine eigene Klaue nicht lesen kann!
  
Die Staatskassen Gebühr von 177 800 Mark wurde aber mit dieser Stempelmarke und mit dem handschriftlichem Eintrag von 177 800 Mark korrekt verrechnet!
  
 Zu Teil 1. Stempelmarke mit Inschrift
Württembergs
Gebühren- Marke Nr. 05426
über : 177.800 Mark
in Worten: Einhundertsiebenundsiebzigtausend achthundert Mark
Kasse des Amts gerichts
Göppingen den 24.8.1923
Unterschrift
    
Erler listet diese Marken in schwarz/black, aber schwarz ist hier nur die Tusche des Advocaten!
Somit ist diese Marke im Erler - und noch dazu in dieser Farbe - völlig unbekannt!
   
   
Teil 2. Dass auf das erhöhte Aktienkapital von 75 Millionen Mark 
der volle Nennwert sowie das volle Agio von 1900 % insgesamt 
also der Betrag von 1.500.000.000 Mark in ….
bar eingezahlt ist, und dass dieser Betrag sich im Besitze des Vorstandes befindet.
   
Zu Teil 2. Gesamtabrechnungen Teil 1 + 2
Zwei getrennte Berechnungen der Gesamtkosten und Stempelgebühren = (Staatszuschlages), 
Stuttgart 10. September 1923 und Stuttgart-Cannstatt 13. Sept. 1923
   
Zu Teil 2. Gesamtabrechnung 1
 Beglaubigungsgebühr gemäss § 27 NGO. Art. 84 GKO
einschließlich 5000% Teuerungszuschlag 2 483 700 Mark und Staatszuschlag 300.000 Mark, 
zusammen 2.783.700 Mark
  
Der Staatszuschlag ist hier mit der ersten handschriftlich ausgestellten Gebühren- Marke 
über 300.000 Mark verrechnet worden, Stuttgart 25.8. 1923
  
Zu Teil 2. Gesamtabrechnung 2
 Zweite Berechnung der Kosten, Schriftbild in blau!
  Beglaubigungsgebühr gemäss § 27 NGO. Art. 84 GKO
                                 M  2.050.000. -- 
Staatszuschlag         M     700.000. – 
   Zusammen           M  2.750.000. –
Der Staatszuschlag ist so auch hier über 700.000 Mark,  handschriftlicher Eintrag, 
korrekt verrechnet worden!
  
Zu Teil 2. Gesamtabrechnung 2
Beglaubigte Unterschrift des Herrn Kommerzienrats in Stuttgart…,
Stuttgart-Cannstatt 1923
  
Gebühren- Marke (Gerichtskostenmarke/Court Fee Stamps) in braun,
aber nicht in schwarz, wie dies im Erler Katalog gelistet wurde!
Schwarz ist hier nur die Tinte!
 
 
 


  
Quellen: 

-
Handbuch über den Stempelpapier- Impost aus dem Herzogtum/Königreich Württemberg, 
  von Wolfgang Morscheck Bad Säckingen 2004/2008 
- sowie Erler/Nortons Katalog der Stempelmarken von Deutschland, Band IV: Altdeutsche Staaten bis 

 
1945, Lippe bis Württemberg, Ora Verlag 1992


        

www.stempelpapier.de