Visum und Reisegebührenmarken für BRD- Bürger


 

An der Staatsgrenze zur BRD und zu Westberlin gab es prinzipiell drei Arten von Grenzübergangsstellen: für Angehörige der Streitkräfte der Alliierten vorgesehenen Übergänge, im Falle Westberlins waren das drei Kontrollstellen (Checkpoints A, B, C bzw. Alpha, Bravo und Charlie).
Die Übergänge Alpha und Bravo dienten gleichzeitig dem Transitverkehr; nur für die Angehörigen der alliierten Militärverbindungsmissionen, die berühmte Glienicker Brücke/ Königstraße von Westberlin über die Havel nach Potsdam-Babelsberg, Schauplatz zahlreicher Agentenaustausche zwischen KGB und CIA, u.a. US-Spionageflieger Garry Powell; 

Übergänge für sonstige Ausländer und DDR-Bürger mit Visum:
In Berlin z.B. am Flughafen Schönefeld ? und am Bahnhof Friedrichstraße;
Übergänge für den kleinen Grenzverkehr, also nur für Westdeutsche und Einwohner Westberlins sowie ggf. DDR-Bürger passierbare Grenzübergangsstellen. 

Die konkreten Grenzübergangsstellen durften nur von solchen Reisenden passiert werden, denen dort die Passage ausdrücklich gestattet war:
Besucher aus Großbritannien oder Österreich konnten z.B. nicht den Berliner Übergang an der Oberbaumbrücke nutzen. Die offiziellen Passagemöglichkeiten der einzelnen Übergänge änderten sich von Zeit zu Zeit, sie waren Teil der Berlin- und Deutschlandpolitischen Verhandlungen zwischen Ost und West. 

Grenzübergangsstellen zwischen Ost Berlin Hauptstadt der DDR und der Viersektoren Stadt Westberlin:
Bornholmer Straße (Kfz-, Fußgängerübergang) 
Chausseestraße (Kfz, Fußgänger) 
Invalidenstraße (Kfz, Fußgänger) 
Bahnhof Friedrichstraße (S-Bahn, U-Bahn, Fernbahn; Fußgänger) 
Friedrichstr./Zimmerstraße (zugleich Checkpoint Charlie) 
Heinrich-Heine-Straße (Kfz, Fußgänger) 
Oberbaumbrücke (nur Fußgängerübergang) 
Sonnenallee (Kfz, Fußgänger). 

Weitere Übergänge waren
in Berlin-Mitte zwischen Marschallbrücke und Humboldthafen, für Binnenschiffe, und 
an der Rudower Chaussee, kurz hinter der Stadtgrenze zum Bezirk Potsdam, für den Transfer zum Flughafen Schönefeld. 


Grenzübergangsstellen nach der BRD:

Übergänge für kleinen Grenzverkehr
Selmsdorf ("Müllübergang" von Schleswig-Holstein zur Deponie Schöneberg)
Herrnburg (Bahn, Richtung Lübeck)
Horst (Kfz-Übergang)
Hestedt/Seebenau - Bergen (Kfz, Richtung Uelzen)
Oebisfelde (Bahn, Richtung Hannover)
Teistungen - Duderstadt (Kfz, Richtung Göttingen)
Henneberg (Kfz, Richtung Mellrichstadt)
Eisfeld (Kfz, Richtung Coburg) 

 

Übergänge für Transitverkehr und Bürger von Drittstaaten:
Zarrentin - Gudow (Kfz, Autobahn Berlin - Hamburg) 
Schwanheide (Bahn, Richtung Hamburg) 
Marienborn - Helmstedt (Kfz, Autobahn Berlin - Hannover) 
Marienborn - Helmstedt (Bahn, Richtung Braunschweig) 
Wartha - Herleshausen (Kfz, Autobahn Eisenach - Kassel) 
Gerstungen (Bahn, Richtung Bebra) 
Probstzella (Bahn, Richtung Kronach) 
Hirschberg - Rudolphstein (Kfz, Autobahn Berlin - Hof) 
Gutenfürst (Bahn, Richtung Hof)  

Die Passkontrollen an der DDR-Seite der Übergangsstellen wurden nicht von Angehörigen der Grenztruppen durchgeführt, sondern von Paßkontrolleinheiten die zur Hauptabteilung VI des Ministerium für Staatssicherheit gehörten, allerdings in Grenztruppen-Uniform auftraten. 

 

Außer dieser hier genannten offiziellen Grenzübergangsstellen gab es noch eine Reihe geheimer Grenzschleusen. Durch sie konnten Mitarbeiter der Staatssicherheit oder befreundeter Geheimdienste die Grenzanlagen der Bundesrepublik passieren. Diese Schleusen wurden von der Hauptabteilung I des MfS betrieben.

 

 



Visum Anlage zum Pass = Gebührenfrei

  



 



Visum mit Verwaltungsgebühr M 5,-

 

 

Transitvisum zur einmaligen Reise durch das Hoheitsgebiet der DDR
Verwaltungsgebühr zu Mark 5,-

 

 

 


Übergänge bei Einreise Marienborn/A. und bei Ausreise Sonnenallee

 

 

Quellen: 
- Wikipedia und 
- Fundus dieser gestempelten Papiere: Steffen Eckert aus Leipzig, vielen Dank fürs Aufzeigen!


www.stempelpapier.de