Der Deutsche Filmverleih und seine Steuermarken 
- wieder etwas für den Spezialisten der Fiskal- Philatelie

 

Reichsfilmkammer
Die Reichsfilmkammer (RFK) war eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die im nationalsozialistischen Deutschland das Filmwesen regelte. Jede Person die im Deutschen Reich an Filmproduktionen mitwirken wollte, musste Mitglied der Reichsfilmkammer sein. Eine Nicht-Mitgliedschaft kam einem Berufsverbot gleich. Sitz der Reichsfilmkammer war Berlin. 


Geschichte
Historischer Vorläufer der Reichsfilmkammer war die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO).
Eingerichtet wurde die Reichsfilmkammer auf der Grundlage des "Gesetzes über die Errichtung einer vorläufigen Filmkammer" vom 14. Juli 1933. Mit dem "Reichskulturkammergesetz" vom 22. September 1933 wurde sie als Unterabteilung in die neu gegründete Reichskulturkammer eingegliedert.
Der Einrichtung der Reichsfilmkammer war eine Verordnung des Propagandaministeriums vorausgegangen, die Juden und Ausländern die Betätigung in der deutschen Filmindustrie untersagte.


Leitung
Die Präsidenten der Reichsfilmkammer, die unmittelbar dem Präsidenten der Reichskulturkammer - Joseph Goebbels - unterstanden, waren nacheinander:
der Jurist Fritz Scheuermann (1933-1935) der württembergische Wirtschaftsminister Oswald Lehnich (1935-1939) der Regisseur Carl Froelich (1939-1945).


Abteilungen
Die Reichsfilmkammer umfasste 10 Abteilungen:
I. Allgemeine Verwaltung
Referate: 1. Recht - 2. Haushalt und Finanzen - 3. Personalien
II. Politik und Kultur
1. Nachrichtenstelle Inlandspresse
2. Nachrichtenstelle Auslandspresse
3. Reichsfilmarchiv
III. Künstlerische Betreuung des Filmschaffens
1. Dramaturgie - 2. Besetzungsfragen
IV. Filmwirtschaft
Sonderreferat: Devisenangelegenheiten
Sonderreferat: Urheber-, Arbeits-, Steuerrecht 
V. Fachschaft Film
VI. Fachgruppe Filmproduktion
1. Spielfilmherstellung - 2. Filmaußenhandel - 3. Filmateliers
VII. Fachgruppe inländischer Filmvertrieb
VIII. Filmtheater
IX. Fachgruppe Film- und Kinotechnik
X. Fachgruppe Kultur-, Werbefilm und Lichtspielstellen 


Aufgaben
In der nationalsozialistischen Filmpolitik hatte die Reichsfilmkammer eine Schlüsselstellung inne. Ihre Aufgaben der waren u. a.:
Zwangserfassung aller im Filmgewerbe Tätigen (Produktion, Verleih, Kino)
Regelung des Lichtspielwesens (z. B. der Eintrittspreise, der Programmgestaltung, der Reklame usw.)
Regelung der Gestaltung der Verträge z. B. zwischen Filmschaffenden und Produzenten sowie zwischen Theaterbesitzern und Verleihern
Aufsicht über die Filmkreditbank GmbH
Regelung des Filmaußenhandels 

 


 


Briefumschlag von der UFA 1934



Absendervermerk

 



Innen die Rechnung der UFA Filmverleih über die UFA Woche 179 – 182 @ 15 Mark

 

 

 

Rückseitig von der Rechnung die Film Verleih Steuer Marken von der „Spitzen-Organisation der Deutschen Filmindustrie“ mit Ausgaben von 1925, 1926, 
WZ: Kreuze und Ringe, Perf. 13 ohne Überdruck und ab 1930 Ausgabe mit Überdruck „ VERLEIH“, ab 1934 Werte in Reichsmark. 


 

 

1930/1934: Nicht ausgegebene Probedrucke (Archiv Bundesdruckerei Berlin). Theater 5 Pfennig grün, Film- Kopierkunden 5 Pfennig grün, 
Reichsfachschaft Film 5 Pfennig grün.  Bisher sind davon keine Stücke in Sammlerhand bekannt!

 

 

Quellen: 
- Wikipedia, der freien Enzyklopädie, 
- Dokument natürlich aus Gunter Wagner's Fiskalphilatelie- Fundus, vielen Dank fürs Aufzeigen 
- und: Erler- Norton Katalog der Stempelmarken von Deutschland, Band 1. Deutsches Reich/Bundesrepublik, ORA Verlag 1998.


www.stempelpapier.de