Erzeugnisse der Reichsdruckerei Berlin ..., 
wer dabei nur an Briefmarken denkt, der irrt gewaltig!

 


Die Bundesdruckerei wurde am 6. Juli 1879 in der Kreuzberger Oranienstraße 91 unter dem Namen „Reichsdruckerei“ gegründet. Sie ging seinerzeit aus zwei Druckereien hervor, die auf Initiative des damaligen General-Postmeisters Heinrich von Stephan zusammengeschlossen wurden: 
der Geheimen Oberhofbuchdruckerei von Decker und der Königlich-Preußischen Staatsdruckerei.

Ab dem Jahr 1880 produzierte die Reichsdruckerei neben sämtlichen staatlichen Druckerzeugnissen auch das erste Berliner Telefonbuch, Reproduktionen von Kunstwerken (Kunstdrucke), Wertzeichen aller Art (nicht nur postalische) und Patentschriften.

Im Jahr 1905 wurde eine eigene Farbenreiberei gegründet, um eine gleichbleibende Qualität der Druckfarben zu gewährleisten.

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wurden große Mengen des umlaufenden Münzgeldes eingezogen und der Reichskriegskasse zugeführt. Um Edelmetalle für die Geldproduktion einzusparen, wurden zusätzliche Darlehnskassenscheine zu einer und zwei Mark sowie große Mengen anderer Reichsbanknoten ausgegeben. Damit wurde eine Umstellung vom aufwendigen Kupferdruck hin zum leistungsfähigeren Hochdruckverfahren nötig. Vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise und der steigenden Inflation wurden ab 1922 allein in der Banknotenproduktion über 8600 Mitarbeiter beschäftigt. Die 57 verschiedenen Reichsbanknoten wurden als „Massenware“ auf riesigen Papierrollen im Rotationsdruck produziert.

Der Zweite Weltkrieg richtete auf dem Gelände der Reichsdruckerei große Schäden an. Dennoch konnte die Produktion bis zum 21. Juni 1944 aufrechterhalten werden, bis ein Luftangriff sämtliche Papiervorräte in Brand setzte. Bei einem schweren Luftangriff am 3. Februar 1945 griffen rund 1500 amerikanische Flugzeuge Berlin an und vernichteten dabei etwa die Hälfte aller Verwaltungs- und Produktionsanlagen.

Nach dem Ende des Krieges wurde die Staatsdruckerei in Magistratsverwaltung zur schnellstmöglichen Wiederaufnahme ihrer Arbeit verpflichtet. Im Zuge der immer angespannteren Situation zwischen den Siegermächten drangen die britischen und amerikanischen Alliierten auf die Gründung einer zweiten staatlichen Druckerei im Westen. Es entstand eine Frankfurter Außenstelle, die später nach Neu-Isenburg verlegt wurde. Am 1. September 1949 übernahm die Hauptverwaltung Post- und Fernmeldewesen die Leitung der Dienststellen Berlin und Frankfurt der Staatsdruckerei der Bundesrepublik Deutschland. 1951 ratifizierten die Bundesrepublik und der Magistrat von Berlin den offiziellen Übernahmevertrag und aus der Staatsdruckerei der Bundesrepublik Deutschland wurde die Bundesdruckerei. 1952 kam noch die Dienststelle Bonn mit über 150 Mitarbeitern dazu. 

1955 wurden erstmals wieder – mit dem 5-DM-Wert– Banknoten gedruckt. Bis dahin wurde die Währung der Bundesrepublik in Großbritannien, den USA und Frankreich produziert. Zwei Jahre später erfolgte die endgültige Verlegung des Hauptsitzes nach Berlin. Ab 1959 wurden die 50-DM-Note und später auch die 10-DM-Note in Berlin gedruckt. Alle übrigen Banknotenwerte druckte das Typographische Institut Giesecke & Devrient in München.

Mit der Einführung des Bundespersonalausweises im Jahr 1960 produzierte die Bundesdruckerei auch wieder Ausweisdokumente. Gleichzeitig wurde ein Auslandsgeschäft in den Bereichen Briefmarken, Alkoholsteuerzeichen, Postwertmarken und Pässe aufgebaut. 1979 feierte die Bundesdruckerei ihr 100jähriges Bestehen. 

 

 

Preussische Stempelmarken zu 100 Mark 
5 Bogen zu je 20 Stück = 100 Stück
Wert 10 000 Mark
Links Kontrollstempel der Reichsdruckerei  2. Mai 1923, Pfr. Nr. 64
 Rechts Kontollstempel der Reichsdruckerei 2. Mai 1923, Pfr. Nr. 134
Kontrollstempel mittig unten: 1923 B. Bl. 89
  
   
5 Stempelmarken Bögen, die aber hier ohne HAN
   
  
Gummierung und WZ sind gut zu erkennen!
   

 

Antwort der Bundesdruckerei auf Nachfrage zum Druck von Stempelmarken:

Die beiden von Heinrich von Stephan zur Reichsdruckerei 1879 zusammengeschlossenen Druckereien von R. Decker und Preußischer Staatsdruckerei sind mit ihren Archiven kaum noch vorhanden, die Zerstörung weiter Teile fand am 5. Februar 1945 statt. Die gesamten Akten sind spätestens mit der Umwandlung der Bundesdruckerei in eine GmbH 1994 vernichtet worden, nachdem sie die Museumsstiftung nicht übernehmen wollte …. na toll, besser gehts doch kaum für unser Sammelgebiet, die Fiskal- Philatelie!!!

 

 

 

Quellen: 
- Wikipedia 

-
und wie so häufig:  Stempelmarken- Fundus Gunter Wagner Filderstadt

 

www.stempelpapier.de