Wieder Fiskalphilatelie vom Feinsten und nur etwas für den Kenner und Spezialisten der Fiskalphilatelie!
 
Die Gerichtskostenmarken von Berlin ab 1946, gültig für alle 4 Sektoren,
und mit der Währungsreform 1948 nur noch gültig für West- Berlin


  

 

Iustitia (deutsch: Justitia) ist die römische Göttin der Gerechtigkeit und des Rechtswesens. Als solche wird sie auch heute noch oft als Wahrzeichen für die Justiz verwendet.

Justitia wird meist als Jungfrau mit verbundenen Augen oder einem Diadem dargestellt, die in einer Hand eine Waage, in der anderen das Richtschwert hält.

Dies soll verdeutlichen, dass das Recht ohne Ansehen der Person (Augenbinde), nach sorgfältiger Abwägung der Sachlage (Waage) gesprochen und schließlich mit der nötigen Härte (Richtschwert) durchgesetzt wird. Die Augenbinde kam bei den Darstellungen der Justitia jedoch erst um 1520 zu den beiden Attributen Schwert und Waage dazu, das christliche Mittelalter kennt nur die sehende Justitia. Ende des 15. Jahrhunderts war die Augenbinde noch als Spott gemeint: Spott für die Blindheit der Justitia. Erst im 16. Jahrhundert erhält sie die Bedeutung der Unparteilichkeit. Der schräggestellte Balken der Waage symbolisiert den Grundsatz „In dubio pro reo“ (im Zweifel für den Angeklagten). In früheren Darstellungen trug die Göttin des Rechtsfriedens nur einen Ölzweig, als Symbol des Lebens und ihre Waage, Symbol für den gerechten Ausgleich von Leistung und Gegenleistung in streitbefangenen Partnerschaften. Gelegentlich wird sie auch auf einer Schildkröte stehend dargestellt, womit symbolisiert wird, dass jedes gründliche Verfahren seine Zeit braucht.

 

Bevollmächtigter verlangt zwei Grundbucheintragungsabschriften
Berlin- Charlottenburg 19.3.1947
   
Gerichtskostenmarke, Kammergericht Berlin
Mittig die stehend, eingeprägte Justizia mit Schwert und Waage
Jahreszahl in schwarz 1946
Entwertet 31.3.1947
   
Entwertet 31.III. 1947
   
   
Ein Gerichts- Kostenentwertungsblatt Charlottenburg 4. August 1947
über 3,55 Reichs Mark
   
Gerichtskostenmarken Kammergericht Berlin, entwertet 29. Jul. 1947
Jahreszahl 1946 und Reichs-Pfennig bzw. Reichs-Mark
     
     
In der Vormundschaftssache, Charlottenburg 30. Jan. 1948
   
Kostenrechnung von 8 RM wurde abgegolten mit Gerichtskostenmarken von 1946 
in 1, 2, und 5 Reichsmark, entwertet 30. Jan. 1948
    
    
Kostenentwertungsblatt wegen eines Aufgebotes des Hypothekenbriefes, Berlin 3. Febr. 1948
   
Gerichtskostenmarken von 1946 über 2 x 20 RM für Reichsmark
Entwertet mit dem Stempel der Justizbehörden Berlin 02
Handschriftliche Entwertung 14.4.48
   
   
Kostenentwertungsblatt , Charlottenburg 24. Juni 1948
   
   
Kostenrechnung 7. Mai 1948
   
2 x Gerichtskostenmarken von 1946, über je 50 RM für Reichs- Mark
Datumsstempel 7. Mai 1948, Blattnummer 14.720.48
    
   
Prozessvollmacht zu Mietforderungen aus den USA nach der Naziherrschaft, 
die während des Krieges aufgelaufen waren!
Charlottenburg 9. Juni 1948
   
   
Kostenentwertungsblatt vollzogen am 1. Juni 1948 über 25 RM = Reichsmark
   
Gerichtskostenmarken vom Kammergericht Berlin,
Datumsstempel 1. Juni 1948 und Amtsgerichtsstempel Berlin-Charlottenburg
    
   
Aufgebotssache des Hypothekenbriefes Berlin-Wilmersdorf
Brief-Annahme des Amtsgerichts- Charlottenburg 5. Juni 1948
   
Kostenentwertung vollzogen am gleichen Tag des Eingangs, 5. Juni 1948,
mit Gerichtskostenmarken von 1946
   
   
Antragstellung für 2 Hypothekenbriefe, die bei einem Treck gen Westen 
und der Überholung von den Russen von diesen beschlagnahmt wurden!
   
   
Antragssteller von den Russen beim Einmarsch verschleppt und es fehlt vom ihm jede Spur!
   
   
Gerichtskosten Marken von 1946,
mit Amtsgerichtsstempel und Datumsstempel 15. Juni 1948 entwertet!
   
   
Kostenentwertungsblatt für das Amtsgericht in der Aufgebotssache,
Berlin 14. Juni 1948 
   
Gerichtskosten Marken von 1946, Entwertet mit Datumsstempel 18. Juni 1948 
und mit Stempel der Brief- Annahme Stelle 17. Juni 1948
      
  
Brief Annahme Stempel vom Amtsgericht vom 17. Juni 1948
   
Entwertet mit zusätzlich dem Amtsgerichtsstempel Berlin-Charlottenburg
    
   
Rechtsantragsstelle des Amtsgerichts Berlin- Charlottenburg 7.2.1949
    
Entwertet mit Amtsgerichsstempel 7.II. 49
   
   
   
Währungsreform
bedeutet eine Änderung von relevanten Merkmalen einer Währung. Die Währung wird durch die für die Volkswirtschaft zuständige Legislative in der Währungsverfassung definiert. Sie ist das durch Gesetz erlassene Geld eines bestimmten zeitlich und räumlich begrenzten Gebietes, des Währungsgebietes.

In den meisten Fällen besteht eine Währungsreform aus einer gesetzlichen Änderung der Währungsverfassung, die einen Umtausch alter Währungseinheiten zu einem staatlich festgelegten Wechselkurs in Einheiten der neuen Währung festlegt. Oft gelten dabei unterschiedliche Umrechnungskurse für Bargeld, Bankguthaben und Verbindlichkeiten. Findet lediglich eine einfache Umrechnung aller Preise und Werte zu einem einheitlichen Kurs statt, so spricht man auch von einer Währungs-Umstellung. In der Regel ist mit einer Währungsreform auch eine Änderung des Namens der Währung verbunden. Der Extremfall einer Währungsreform ist die Einführung der Währung eines anderen Landes (Fremdwährung). Der Anfang und das Ende jeder Währung wird immer durch eine Währungsreform gekennzeichnet.

In den alten Bundesländern Deutschlands wird der Begriff oft auch als Synonym für die Einführung der Deutschen Mark 1948 gebraucht; dagegen steht er in den neuen Bundesländern eher für die Einführung der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion am 1. Juli 1990.
  
  
Antragstellung wegen verloren gegangenen Grundschuldbriefes, 
Berlin Charlottenburg 13. November 1948. Grundschuld jetzt in DM!
   
   
Kostenentwertungsblatt rückseitig 16. Nov. 1948 nach der Währungsreform!
   
Gerichtskostenmarken von 1946, auf jede Marke wurde
handschriftlich in rot vermerkt: West Berlin
Die handschriftliche Entwertung 29.XI. 48 und zusätzlich auch mit
dem Amtsgerichtsstempel Berlin-Charlottenburg, in der Mitte die Justizia
   
   
Auch ein Kostenentwertungsblatt zwecks Betreff: Nachlassgläubiger Aufgebot vom 9. Februar 1949, 
also nach der Währungsreform 
   
1, 76 DM für Deutsche Mark sind auf der Gerichtskasse hiermit eingezahlt worden, 11. Februar 1949!
    
Auch hier wurde jede einzelne Marke in rot mit der Überschrift: West Berlin versehen!
Diese Gerichtskostenmarken sind nach wie vor aus dem Jahr 1946 
und daher auch noch in der Reichspfennig- und Reichsmark- Währung.
Die Verrechnung erfolgte hier 1 zu 1….  1 RM = 1 DM!
   
   
   
1949. Einführung neuer Gerichtskostenmarken und nur für den Westsektor 
in Deutsche Pfennig und Deutsche Mark
  
    
Ein Kostenentwertungsblatt vom 7.8.1950
   
Gerichtskostenmarke Kammergericht Berlin
1949, DM West
Entwertet 17.8.1950

 

Quellen: 
- Fiskalpapiere und Kostenmarken aus dem Fundus Gunter Wagner Filderstadt, 
einmal mehr vielen Dank fürs Aufzeigen 

-
und Martin Erlers Katalog der Stempelmarken von Deutschland XI. Berlin

Anmerkung aus gegebenem Anlaß 

Was müssen wir Fiskal-Philatelisten uns fast täglich für einen Unsinn über unser Sammelgebiet anhören,  es ist zum Mäusemelken!

Da haben so Möchtegern-Fiskalkenner im BDPh Forum schon enorme Schwierigkeiten, Begriffe wie Stempelmarken, Fiskalmarken oder Steuermarken auseinanderzuhalten ... 

Nicht genug damit.  Leichtfertige Behauptungen wie: ... diese Fiskalmarken [eigentlich eine falsche Benennung dieser Marken, die sollten eher Fiskusmarken heißen!] werden nicht mit Datumsstempel oder Rundstempel entwertet ... oder: ...  die waren früher hübsch gestaltet, vor allem in den USA ...  begegnen uns tagtäglich!
 
Dieses Kratzen an der Oberfläche zeigt immer wieder, daß diese Möchtegern-Fiskal-Philatelisten gar keine Anstalten machen, sich etwas tiefer in die Materie einzulesen. Denn dann wüßten sie vielleicht, welche die ersten oder die schönsten Marken waren oder sind !
 
In der Sache hilft auch die Aufklärungsversuch des Michel-Verlages für sein Sammlervolk: "Was sind eigentlich Stempelmarken?" nur wenig weiter; er bleibt ziemlich an der Oberfläche. 

Also liebe Leute, die Ihr keine Lust oder Zeit habt, Euch gewissenhaft mit der Materie vertraut zu machen, ich bitte Euch: 
Hört doch endlich damit auf, weiteren Unsinn in den Foren zu verbreiten!
 
Sonst versaut Ihr uns noch unser jungfräuliches Hobby und haltet den Nachwuchs davon ab, sich mit dieser spannenden Materie der Fiskal-Philatelie zu beschäftigen
!


www.stempelpapier.de