Der Stempelpapier- Impost aus Brandenburg-Onolzbach 
aus der Stadt Feuchtwang von 1703  - auf Pergament!

ein weiteres Mal aus dem Jahre 1703 ein UNIKAT aufgefunden,
ob es denen in Solingen passt oder net!

 

Kleine Transcription:

Wir Bürgermeister und Rath der hochfürstlich- brandenburg-onoltsbachischen Stadt Feuchtwang urkunden und bekennen mit diesem offenen Brief vor aller männiglich, dass heut dato auff unsrem Rathaus vor uns erschienen der ehrbar und bescheiden Hans Albrecht Heider, Leinenweber, gegeben und gesehen den 26. Montag Septembris nach Christi unseres Erlösers und Seligmachers Geburt……………….., 

im Eintausendsiebenhundert und 3. Jahr . 
Johann Siegfried Billing, 
Stadtschreiber.

 

Feuchtwang, Feüchtwang, heute Feuchtwangen

Stadt / Stifft / und Vogtey / nicht weit von Schillingsfürst / Münchrot und Kreilsheimb / und ein Meyle von Dünckelsbühel gelegen / so An. 1376. dem Burggraffen zu Nürnberg / vom Reich / umb 5000. Gulden versetzt worden; wie in einer geschriebenen Verzeichnüß stehet. Und daher gehört dieser Ort noch den Herren Marggrafen von Brandenburg / auff Ohnspach. Siehe Limnaeum de Jure publ. lib. 5. c. 7. num. 48. Anno 1645 lagen die Chur-Bayrischen zweymal alhie / darüber das Städtlein ins Verderben gerathen. Obgedachtes Münchroth ist Teutsch-Herrisch. allda ein Vogt und Amptschreiber. Herr Doctor Wurffbain meldet Relat 3. part. 6. pag. 197. man habe so viel Bericht / daß Feuchtwang / biß auffs Jahr 1350. zum Reich gehört / und daß umb dieselbe Zeit es Käyser Carolus IV. davon genommen / und Friderico, Burggrafen zu Nürnberg / umb 5000. Gülden versetzt: Item / daß Käyser Rupertus, in Zeit seiner vom Jahr Christi 1400. biß 1410. geführten Regierung / von einem andern Burggrafen / darauf noch ferner 3000. Gülden genommen / und damit Feuchtwang / auß einem Reichs-Flecken / zu einem Fürstlich-Burggrafischen Ampt gemacht haben.

 

Geschichte der Stadt

Die Stadt Feuchtwangen geht auf ein Benediktinerkloster zurück, das  818 / 819 erstmals urkundlich als „mittelbegütert“ erwähnt wird. Die Zustände im Kloster beschreiben 16 Briefe des gelehrten Mönchs Froumund und des Abtes Wigo aus den Jahren 991 bis 995. 
Spätestens 1197 war Feuchtwangen ein Chorherrenstift. Die Kanoniker waren keine Mönche, lebten in eigenen Häusern, verrichteten aber gemeinsam ihre Chorgebete in der Stiftskirche.
Neben dem Kloster gab es schon seit frühester Zeit eine dörfliche Niederlassung. Durch die Stauferkaiser erfolgte zwischen 1150 und 1178 die Stadtgründung. 



Im Jahr 1241 wurde Feuchtwangen Reichsstadt. 

Von da an bestand Feuchtwangen aus zwei selbstständigen Gemeinwesen: der königlichen freien Reichsstadt südlich der Linie Untere Torstraße und Postgasse und dem Stift nördlich davon. 
Mit anderen Reichsstädten wie Rothenburg oder Dinkelsbühl versuchte die Stadt im Schwäbischen Städtebund die gemeinsamen Interessen gegenüber den Fürsten durchzusetzen. 
Feuchtwangen war durch die günstige Verkehrslage reich geworden und wurde mehrmals vom jeweiligen Kaiser verpfändet. 

Im Jahr 1376 schließlich wurde die Stadt und das Stift an die Burggrafschaft Nürnberg, die spätere Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach, verpfändet. Den Bürgern gelang es nicht mehr, ihre Stadt freizukaufen und so endete die Reichsfreiheit für Feuchtwangen relativ früh.

Um 1400 wurden beide Teile Feuchtwangens nach der Zerstörung der Stadt durch den Schwäbischen Städtebund 1388 mit einer gemeinsamen Mauer umgeben, wodurch das Verschmelzen zu einer Gemeinschaft begünstigt wurde. Die markgräfliche Stadt, Sitz eines Oberamtes und Ort verschiedener Märkte, gewann an Bedeutung und im 15. und 16. Jahrhundert blühte sie wieder auf. 
Die Unruhen des Bauernkrieges ermöglichten die Einführung der Reformation, was 1533 in der gesamten Markgrafschaft geschah. Das Stift wurde 1563 eingezogen und seine Besitzungen fielen an den Markgrafen. Der Dreißigjährige Krieg brachte Elend und Not vor allem durch die Plünderungen 1631 Tillyscher Soldateska. 1632 und 1634 nahmen Schweden und Kaiserliche mit, was an Besitz noch vorhanden war und so dauerte es Jahrzehnte, bis sich Stadt und Umland wieder erholten.

Bis 1791 blieb Feuchtwangen eine brandenburgisch-ansbachische Amtsstadt. 
Der letzte, kinderlose Markgraf Carl Alexander trat sein Land an Preußen ab. Nach nur 14 Jahren übernahmen die Franzosen kurz die Herrschaft über die Stadt, die jedoch schon ein Jahr später, 1806, an das Königreich Bayern fiel. Feuchtwangen wurde Sitz eines Landgerichts, aus dem Bezirks-(Landrats-)amt und Amtsgericht entstanden.
 





Geburts- Brief vor Hanns Albrecht Heidnern von Feüchtwang 1703

 

 





Wie Bürgermeister und Rath ... 

Das Pergament wurde leider zerschnitten und die Kapselrolle fehlt!

 

 



Inschrift: 
HOCHFÜRSTL; BR; ONOLZB; STAMPFF.


Dieser Impost- Stempel wurde noch nie in der Fiskalphilatelie Deutschlands aufgezeigt 
und stellt ein Unikat dar - ist also ganz sicher in Solingen nicht aufzufinden!


 

 

 



 

... und Rath der Hochfürstlich ... 



Brandenburg- Onolzbachischen Stadt Feüchtwang, Urkunden und  bekennen…..
 



26igster Monatstag Septembris nach Christi unseres Erlösers und Seligmachers ...................im Eintausendsiebenhundert und 3. Jahr

Unterschrift: Johann Siegfried Billing (Stadtschreiber)

 

 

Quelle: 
wie schon so oft ein Stempelpapier aus dem unendlichen Fundus von Gunter Wagner Filderstadt, 
vielen Dank fürs Aufzeigen! 



Übrigens: Wie man es auch dreht und wendet, so ein Dokument ist und bleibt ein Unikat ...

Und solange der Stempel nicht ein zweites Mal auftauchen sollte - vielleicht ja in Solingen ??? -  
ist auch der ein Unikat
  ….  und Punkt!



www.stempelpapier.de