Der Stempelpapier- Impost aus dem Marquisat Bergen op Zoom

 

Laut einschlägiger Literatur soll es schon recht merkwürdig gewesen sein: da wird Bergen op Zoom, auf holländischem Gebiet, den Wittelsbachern durch Heirat zugesprochen  und kommt damit unter der Linie der Pfalz-Sulzbacher.

Die gleiche Merkwürdigkeiten galten wohl auch für die Enklaven von Bergen op Zoom, da wären zu nennen: Bresgens, Winnedal und Gestel.

Der Markgraf hatte alle Vorrechte und die hohe Gerichtsbarkeit inne, aber die allerhöchste blieb ihm verwehrt, die Steuern einzunehmen. Der Markgraf lehnte sich immer wieder dagegen auf und erwähnte, dass sein Land nicht aus dem Herzogtum Brabant hervorgegangen ist und ein Teil der souveränen Grafschaft Strijen ist. Während die Generalität die Markgrafschaft Bergen op Zoom als Lehen des Herzogtums Brabant ansahen.

So war es für die Markgrafschaft ein ewiger Kampf, umschlossen von den Generalitätslanden, diese Souveränität zu behalten. Sogar die Einstellung von Beamten wurde von den Generalitätslanden übernommen! (Siehe Dokument mit dem Generalitätssiegel). Der Markgraf verpflichtete sich sogar, den Huldigungseid zu leisten vor dem Rat von Brabant. Den Auflagen der Steuern zu den gleichen Belastungen wie in allen Generalitätslanden musste der Markgraf zustimmen.

Nur die zu der Markgrafschaft gehörigen Polder von Fynaart und de Heiningen, trugen nichts zu den Lasten der Generalstaaten bei! Doch dort bezahlten sie den hundertsten Pfennig an den Prinz von Oranien, um davon die Festungswerke von Willemstad und die Schanze Berlake zu unterhalten. In diesen Gebieten der Markgrafschaft hat es das Kleine Siegel wohl nicht gegeben, aber im Rest von der Markgrafschaft Bergen op Zoom galt das gezeigte Generalitätssiegel.

Also haben die Markgrafen Johann Christian und auch Carl Philipp Theodor, Pfalzgrafen bei Rhein, Herzöge von Pfalz-Sulzbach ihre Zustimmung zum Klein Siegel geben müssen, ob sie denn nun gefragt worden sind oder nicht!!

 

Die Lande der pfälzischen Wittelsbacher, nicht der bayerischen!!!

 

Karte der Herrschaft Bergen op Zoom Ende 18tes Jahrhundert

 

 

Das Haus Bergh und Bergen op Zoom

1. Maria Henriette de la Tour de Auvergne Marquise van Bergen op Zoom, geb. 1675 und gest. 1728 in Ilpostein, heiratete 1722 zu Bergen Johann Christian Joseph von Pfalz- Sulzbach, geb. 1700 in Sulzbach; gest. 1733.

Maria Henriette wird am 6. März 1713 mit Bergen op Zoom belehnt und ihr wurde am 16. Februar 1722 daselbst gehuldigt.

Kinder: Karl Philip Theodor und Maria Anna Louisa Henriette gest.1728

 

2. Karl Philip Theodor von Sulzbach, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog von Bayern, Marquis von Bergen op Zoom etc. etc., geb. 1724 zu Drogenbosch bei Brüssel, gest.1799 in München. Er wird 1729 mit Bergen op Zoom belehnt.

Schild 1 linke Seite: 1. Bayern. 2.Jülich. 3. Kleve. 4. Berg, Herzschild: die Pfalz.
Schild 2 rechte Seite: 1. Meurs. 2. Bergen op Zoom. 3. Veldenz. 4. Spohnheim (Birkenfeld Bishweiler). 5. Ravensberg
Dazwischen das rote Schild mit goldenen Lettern: D für DUX = Herzog.
Angehängt der Sankt Hubertusorden (der Kurpfälzische Orden).

 

Anstellung eine Junkers Jacob Stuurman zu Baljuw und Schouteth für einige Stellen im Land des Markgrafentum Bergen op Zoom. Rechts oben ist das Impost Siegel von der Generalität zu sehen über 50 fl (Gulden). Es ist Papier auf Papier eingeprägt worden.

 

 

Ein Muster des Siegels der "Generalität" aus der Zeit!
Umschriftl: 1786 CLEIN SEGEL, 6 ST. (Stuiver).

Das Gebührensiegel musste vom Stempelkantor das den Stempel eingeschlagen hatte, sowie vom Ausgeber (Collecteur) des Stempels, auf der Urkunde handschriftlich gegengezeichnet werden.

 

Eine vom Statthalter der Herrschaft Bergen op Zoom ausgestellte Acte des Lehnsmann Anthonij Jacobs über zwei Parcellen Lehnsland bei Ossendrecht. Oben links das Klein Siegel gesetzt. Darunter ist das grosse Papier- Insiegel der Herrschaft von Bergen op Zoom zu sehen

 

 

Beispiel eines Clein Segel aus der Zeit über 6 ST. = Stuyver, das mit Papier auf Papier eingedrückt wurde. 

Für jedes Siegel von Papier unter 5 Gulden musste an das Stempelkantor noch 4 Duiten, darüber aber 1 Stuiver bezahlt werden für das begehrte Schreibpapier, aber nur halbsoviel für das abzuliefernde gewöhnliche Post- Papier.

 

Insiegel des Pfalzgrafen bei Rhein Christian von Pfalz-Sulzbach Umschrift Siegel: Ds : ICH. CHRIST. COM. PALAT. AD. RENUM. MARGHIG BERGARUM ADZOMAM : etc : Ao1722

 

 

Petschaftssiegel Christians von Pfalz- Sulzbach links und von Karl Philip Theodors von Pfalz- Sulzbach rechts!

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