Geschichte pur -

an einem Stempelpapier aufgezeigt!

 

 

 

Als mir dieses Dokument zum Kauf angeboten wurde, erkannte ich gleich, daß der eine

Papierstempel gemalt, und der andere nur zeichnerisch angedeutet war.

Es reizte mich, mehr über dieses Dokument in Erfahrung zu bringen, also erwarb ich es.

 

Es stellte sich zuerst die Frage: Ist das Dokument echt oder falsch?

Weiter: Warum ist ein Stempelpapier aus dem Fürstentum Reuss dazu benutzt worden,

ein dänisches Stempelpapier zu erstellen?

Dann: Warum ist dieses Stempelpapier in Gera erst 1825 beglaubigt worden?

Ist dies etwa nur eine Kopie vom Original- Stempelpapier von 1784?

Dieses Original müßte ja dann im Staatsarchiv in Kopenhagen verwahrt sein!

 

 

Zuallererst ordnete ich das Dokument ein, folgende Fakten wurden deutlich:

1. Das Stempelpapier mit Original-Stempel käme aus dem Königreich Dänemark, denn der Stempel zeigt die Königskrone, das Wappen vom Haus Dänemark, unter der Krone die Kürzel des Namens vom König Christian dem 7. = C7 und spiegelverkehrt gegenüberliegend

2. Den Stempel haben entwertet ein "Müller" und ein "Semder" im Jahre 1784, in der Übersetzung ein "Müller" und "Temder" (ein Abschriftenfehler!)

3. Am Ende des Textes hat ein Luxdorph G. "Maguard" an des Königs Stelle gegengezeichnet, in der Übersetzung ein Luxdorph G. "Aagaard" (der zweite Fehler in der Abschrift!)

4. Der Schreibschrift ist auf beiden Bögen gleich, von der Schrift des Notars abgesehen!

5. Unter der Klassennummer 40 sollte das Dokument Fünfzig Reichsthaler kosten, in der Übersetzung sieht die Klassennummer wie Nr. 49 aus; ist das nur ein Schreibfehler?!

6. Auf dem Übersetzungsdokument ist das Hoheitswappen nur mit einem Königskronen- Frakment angedeutet und darunter eine 7.

7. Das Papier stammt aus der Zeit, ist also echt und die 2 Bögen besitzen ein Reussisches Wasserzeichen!

8. Der erste Bogen ist in dänischer Sprache verfasst worden, datiert Kopenhagen 1784

9. Der zweite Bogen ist übersetzt worden in die deutsche Sprache, datiert Kopenhagen 1784

10. Die Abschrift bzw. die Übersetzung in deutscher Sprache ist von einem Reussischen Notar in Gera 1825 beglaubigt und besiegelt worden, das Siegel ist fadengeheftet! Die Umschrift des Siegels lautet:

FERD.LUD.REICHARD.S.P.IL.REUSS.NOT.PUBL.TUR & IMM.

11. Darunter auf jeder zweiten Seite vom Bogen den Namen: Heinrich der 18.te Reuß, Grafen und Herrn zu Plauen, Facultas testandi.

 

 

 Den Text in deutscher Sprache konnte ich  komplett entziffern!!

 

 


Im Wortlaut wie folgt:
 

Wir Christian der Siebende von Gottes Gnaden König zu Dänemark

und Norwegen, der Wenden und Goten, Herzog zu Schleswig, Holstein, Stormarn,

Dithmarschen und Oldenburg, thun allen kund, daß nachdem Heinrich der 18.te

Reuss, Graf und Herr von Plauen bei uns allunterthänigst um facultatem

testandi angesucht hat, damit er über diejenigen Effecten und Eigenthum

disponieren könne, welche ihm als Allodial Erben, nach seinem

Groß-Vater, dem verstorbenen Graf Güldensteen zugefallen, und

welche noch in unserem Reiche Dänemark befindlich sein sollen. Als haben

wir, nach solchen, seinen darum allunterthänigst gethanen Ansuchen und

Begehr, allergnädigst bewilligt und zugelassen, wie wir auch hiermit

bewilligen und zulassen, daß er über das, ihm in unsrem Reich Dänemark

gehörige Allodial- Vermögen mag durch Testament, Codicill oder andere

dergleichen Wille klar und deutlich kann ersehen. Und erkannt werden, dergestalt

Disponieren und deshalb solche Anordnung machen, als ihm selbst gelüstet und gut dünkt,

und soll solcher sein letzter Wille und Verfügung die er auf die Art bei

lebendigem Leibe machen wird, nach seinem Tode von seinem Kindern und Erben,

wie auch von allen andern die es angeht, so unverrückt und so vollkommen

gehalten und ihm nachgelebet werden, gleich als wenn ob hier Wort für Wort

könnte eingerückt werden, und von Uns in allen seinen Worten, Clausulen

und Punkten confimiret und bestätigt sein, deshalb Wir Ihn hierinnen von

allem wollen dispensiret haben, was im Gesetz-Buch und königlichen in

solcher Art allergnädigst ergangenen Verordnungen könnte gefunden

werden, daß es hierwider stritte wie es verschrieben. Unsern 6te und 10te Pfennig, wie auch

alle anderen Uns zukommende Erb-Falls-Gerechtigkeit auf alle Weise ungekränket.

Verbieten allen und jeden dieses, so wie es verschriebenen stehet, zu hindern oder auf

einige Maaße gab Einhalt zu thun, unter Unserer Huld und Gnade.

Gegeben auf unserem Schloß Christiansburg in unseren Königl- Residenz, Statt Kopenhagen,

den 16.ten Julii 1784

Unter unserem Siegel L.S.

Auf Ihro Königl. Majst. allunterthänigst Befehl

Luxdorph G. Aagaard

Heinrichs der 18.te Reuss, Grafen und Herrn zu Plauen, Facultas testandi




Ihre Meinung ist gefragt: 



Ist dieses Dokument echt oder ist es eine Fälschung?

 

Zur Geschichte


Die großen Sturmfluten 1364 und 1634 haben die nordfriesische Küste derart verändert, dass von den ehemals riesigen fruchtbaren Flächen nur noch kleine Inseln und Halligen übrig geblieben sind und die Küste sich fast bis an den Geestrand verlagerte. Es war hier ein Einschnitt entstanden (die Bredstedter Bucht) in der Größe der heutigen Gemeinde Reußenköge.

König Christian IV von Dänemark hatte den Plan gefasst, das Gebiet zwischen dem Hattstedter Koog und Ockholm auf einen Streich einzudeichen. Von ihm stammt auch der Name "Bredstedter Werk".

Nach mehrmaligen Versuchen wurde dies Vorhaben durch die Eisflut vom 10. Januar 1625 endgültig zerstört. Auch das Herstellen von Schenkeldeichen um 1716/17 führte nicht zu dem Erfolg. Die Besitzer des Oktrois (verliehenes Privileg) boten jetzt ihren Besitz zum Verkauf an, um zu retten, was zu retten ist.

So kam es also, dass der Geheimrat Jean Henry von Güldensteen und sein Sohn, der Conferenzrat Jean Henry Desmercieres, 1728 alle Rechte der früheren Besitzer und zusätzlich noch den Oktroi von Christian VI im Jahre 1733 erwerben konnten.

Schrittweise begann man in bemerkenswerter Einsicht , nicht das ganze Gebiet einzudeichen, sondern abschnittsweise vorzugehen. Es entstand der Sophien-Magdalenen-Koog.

Graf Desmercieres nahm das südlich angrenzende Wattland - den späteren Desmerciereskoog - nicht gleich mit dazu, weil es derzeit noch nicht reif für eine Eindeichung war.

Der Deichschluß war 1741. 1742 wurde das Land bereits zum Verkauf gestellt.

Nachdem Graf Güldensteen und Graf Desmercieres gemeinsam den Oktroi erhalten und die Eindeichung finanziert hatten, überließ Graf Güldensteen den neuen Koog in Alleinbesitz dem Grafen Desmercieres. Dieser war auch der Verwaltungsfachmann, der alles geplant und geleitet hatte.

Der Koog wurde in 7 Hofstellen aufgeteilt und von dem Landmesser Heinrich Hemsen aus Niebüll vermessen.

1754 wurde eine Karte gezeichnet, die heute noch erhalten ist.

So wurde also der Sophien-Magdalenen-Koog zur Keimzelle der späteren Gemeinde Reußenköge.

 

Historisches

Die amtsfreie Gemeinde Reußenköge besteht aus den 6 bewohnten und bewirtschafteten Kögen Sophien-Magdalenen-Koog, Desmerciereskoog, Reußenkoog, Louisen-Reußen-Koog, Cecilienkoog und Sönke-Nissen-Koog.

Außerdem gehören die Hamburger Hallig und der nördliche Teil des Speicher-und Naturschutzkooges Beltringharder Koog zum Gemeindegebiet. Die Gemeinde ist der Stadt Bredstedt westlich vorgelagert und grenzt auf einer Länge von ca. 12 km an die Nordsee.

Die eingedeichten fruchtbaren Marschköge sind im Wappen gekennzeichnet durch 6 Getreideähren auf grünem Grund. Sie sind ein Zeichen für die überwiegend ackerbauliche Nutzung. Die blauen Wellen im unteren Teil des Wappens geben die enge Verbindung zur Nordsee wieder. Der Löwe gehört zum Wappen des Grafen Reuß, unter dessen Verantwortung der Reußenkoog und der Louisen-Reußen-Koog eingedeicht wurden. Dem Wirken des Grafen Reuß verdankt die Gemeinde Reußenköge ihren Namen: "Reußenkoog"

Der Erbauer des Sophien-Magdalenen-Kooges und des Desmerciereskooges Jean Henri Desmercieres verstarb 1778 kinderlos. Sein Erbe fasste er zu einem "Fideikommiss" zusammen. Die Erben erhielten also nicht das freie Verfügungsrecht sondern lediglich die Nutznießung. Erbinnen wurden zwei Stiefnichten. So kamen die Köge und deren Vorländereien über eine der Erbinnen an deren Sohn Heinrich XLIII. Graf Reuß-Schleiz-Köstritz.

Desmercieres war ein weitblickender Mann und immer bemüht, für die Pflege des Vorlandes zu sorgen. So war das Vorland schon zum Zeitpunkt seines Todes erfreulich angewachsen. Sein Erbe Heinrich XLIII Graf Reuß versuchte 1783 zunächst, den Oktroi - also die Deichrechte für das Vorland - an den dänischen König zu verkaufen. Der Graf hatte Interesse an Bargeld, denn seine Finanzlage war schwierig. Doch dieses gelang ihm nicht, und er mußte selber den Bau veranlassen. Im Frühjahr 1787 begann der Deichbau für den späteren Reußenkoog, der Deich wurde im August 1789 geschlossen. Das Land wurde schon im August 1789 meistbietend versteigert. In den Verkaufsbedingungen war verankert worden, dass nur beim Erwerb von mindestens 50 Demat eine Hofstelle errichtet werden durfte. So erklärt sich, dass es über viele Jahre nur 3 Ansiedlungen gab.

 

"Desmerciereskoog"

Leicht veränderter Auszug aus: Kunz/Panten: Die Köge Nordfrieslands, Bredstedt, 1997

Benannt nach seinem Besitzer und Eindeicher Jean Henri Desmercieres, Bedeichungsjahr: 1767, Größe: 360 ha, Deichlänge: rund 2,2 km.

Zwei Jahrzehnte nach der Gewinnung des Sophie-Magdalenen-Kooges war dann auch das südlich anschließende Vorland so weit aufgeschlickt, daß die Eindeichung eines zweiten Stücks des großen Deichprojekts am Botter Tief, dem Bredstedter Werk, erfolgen konnte. Die Landesherrschaft verfolgte damit die Gewinnung einer ansehnlichen Landfläche und erheblich mehr Sicherheit für die gefährdeten Deiche der rückwärtig liegenden älteren Köge. Im Auftrag des Besitzers des Oktroi (etwa: Konzession) von 1733, des dänischen Staatsrats Jean Henri Desmercieres, Gründer der ersten Bank in Kopenhagen, Besitzer mehrerer großer Güter in Holstein und Träger höchster Auszeichnungen, wurde in den Jahren 1765-67 der Desmerciereskoog (landläufig "Desmerziereskoog" ausgesprochen!) gewonnen und damit die Bucht vor dem Breklumer Koog geschlossen.

Der neue Deich zeichnete sich dadurch aus, daß er ein anderes Profil als bis dahin üblich erhalten hatte. Vor allem die zur Seeseite hin flach auslaufende Böschung war musterhaft für den weiteren Deichbau. Die verschiedenen Bauweisen alter und neuer Deiche führten bei ihrem Aufeinandertreffen allerdings zu gefährlichen Nahtstellen. So auch bei Nordkoog, wo der Deich der Hattstedtermarsch aus dem 15. Jahrhundert auf den modernen Deich von Desmercieres stieß.

Desmercieres kümmerte sich neben dem Deichbau aber auch um eine gute Entwässerung seines Kooges und gab seinen Siedlern, die er persönlich auswählte, die Möglichkeit, sich als freie Bauern mit eigenem Besitz niederzulassen und zu behaupten. Wenn sie die hohen Landpreise nicht bezahlen konnten, räumte er ihnen langfristige Abzahlungsverträge ein.

 

Der "Louisenkoog"

1799 ließ Graf Reuß den nach seiner Gattin, Gräfin Louise, benannten Louisenkoog eindeichen. Er umfasst ca. 400 ha.

 

"Sophien-Magdalenen-Koog"

wurde 1741 - 1734 eingedeicht in einer Größe von 608 ha. Er wurde benannt nach der Gemahlin des dänischen Königs Christian VI, Königin Sophie Magdalene, geb. Prinzessin von Brandenburg-Bayreuth.

 

"Sönke-Nissen-Koog"

Vom Reußenkoog zur Hamburger Hallig wurde im Jahre 1875 ein ca. 6 km langer Damm gebaut. Die Strömung verringerte sich wesentlich und der Anwuchs des Vorlandes wurde erheblich gefördert. Es wurden Pläne zur Eindeichung eines neuen Kooges entwickelt. Doch der 1. Weltkrieg und die nachfolgende Zeit der Inflation ließen es nicht zu, diese umzusetzen.

1921 wirft Marx Wulff aus dem Cecilienkoog in der Gemeindevertreterversammlung die Frage auf - er ist zu der Zeit Vorsteher der Gemeinde Reußenköge - ob man sich nicht privat zur Deichung zusammenschließen sollte, weil vom Staat keine Hilfe zu erwarten ist. Um Marx Wulff bildet sich bald eine Gruppe interessierter heimischer Bauern die gewillt ist, sich daran zu beteiligen. Doch sie erreichen es nicht, die Finanzierung zu sichern. Dann gelingt es 1922, den aus Klockries bei Niebüll stammenden Sönke Nissen für die Beteiligung an dem Bau des Kooges zu gewinnen. Sönke Nissen hatte als verantwortlicher Eisenbahningenieuer im damaligen Deutsch-Südwest-Afrika - dem heutigen Namibia - Diamanten gefunden und später abgebaut und es dadurch zu einem beträchtlichen Vermögen gebracht. Er erwarb und bewohnte das Gut Glinde bei Hamburg und erfuhr durch seinen aus Nordfriesland stammenden Sekretär Christian Paulsen von dem Projekt.

Im Oktober 1923 wurde eine Deichbaugenossenschaft gegründet. Sönke Nissen war leider zwischenzeitlich verstorben, doch die Testamentsvollstrecker waren ermächtigt, dessen finanzielle Mittel weiterhin in das Projekt einzubringen. Die Genossenschaft gründete sich aus 18 hiesigen Gesellschaftern und dem Sönke Nissen-Nachlaß. Am 4. April 1924 erfolgte der erste Spatenstich, im Dezember 1925 wurde der Deich geschlossen aber erst 1926 auf die erforderliche Höhe gebracht.

 

"Hamburger-Hallig"

Die Hamburger Hallig ist ein Teil der Gemeinde Reußenköge und liegt vor dem Sönke-Nissen-Koog in etwa 4 km Entfernung zum Seedeich. Die ursprüngliche Hallig und das Vorland bilden eine halbinselartig ins Wattenmeer hineinragende Landschaft.

In den Jahren 1624 bis 1628 wurde das Vogelsbüller Vorland vor der Insel Alt-Nordstrand von zwei Hamburger Kaufleuten, den Gebrüdern Amsinck, als fruchtbares Weide- und Ackerland bedeicht und Amsinck-Koog genannt. Sie errichteten in ihrem neu bedeichten Koog eine Warft und bauten darauf ein stattliches Haus. Die als "Grote Manndränke" bekannt gewordene verheerende Sturmflut des Jahres 1634 zerstörte Alt-Nordstrand zu großen Teilen. Die Inseln Nordstrand, Pellworm, die Hallig Nordstrandischmoor und Reste des Amsinck-Kooges mit der Warft blieben bestehen. Trotz großer Anstrengungen der Gebrüder Amsinck ging im 17. Jahrhundert der Deichschutz des Amsinck-Kooges verloren. Der ehemals eingedeichte Koog verwandelte sich in eine Hallig. Während sich die Hallig an der Seeseite durch Erosion verkleinerte, lagerten sich im Strömungsschatten an der Ostseite und an der damaligen Festlandsküste Sinkstoffe ab. Durch Küstenschutzmaßnahmen, damals noch in Handarbeit, wurde dieser Zuwachs gesichert. Neues Vorland entstand. 1875 wurde die erste Festlandsverbindung zur Unterstützung der Vorlandbildung hergestellt.

 

Aufgrund der erbrachten Daten wird deutlich, daß auf dem Dokument die Namen und die Zeiten stimmen; auch die Geschichte mit dem Allodial- Erbe ist wahr!

Aber da es ein Fideiikommiss-Stiftungsvermögen gewesen ist vom Erblasser Graf Güldensteen, konnte dieses nicht weiter veräußert werden! Es blieb zwar in der Familie, aber per Gesetz vom König, war eine Veräußerung ausgeschlossen!

Das Geld steckte im Deichbau und im Land, nur wenn das keiner kaufen wollte?

Auch daß der Graf von Reuss pleite war, er dringend Geld brauchte, ist geschichtlich belegt!

Also ist auch sein Schritt logisch, an sein Erbe von seinem Großvater Graf Güldensteen zu kommen und es zu barem Geld zu machen!

Auch, daß die Erben vom Reussen Heinrich dem 18 ten es 1825 noch einmal versucht haben, an Bargeld zu gelangen, ist denkbar!

Bisher ist also alles nachzuvollziehen!

Was noch an dieser "Geschichte pur" stört, ist das selbst gebastelte Stempelpapier!

 

 

Nochmals ist Ihre Meinung gefragt: 

Ist dieses Dokument nun echt oder ist es eine Fälschung?

 

 

Meine Antwortlautet: Das Dokument ist echt!

Und hier die Begründung:

 

1.       Kopenhagen erlaubte keine Einsicht ins Staatsarchiv. Nur vereinzelt  wurde einem schriftlichen Antrag stattgegeben, wenn er in dänischer Sprache abgefasst worden war. 

2.       In diesem Fall war der Notar aus Gera in Kopenhagen, er bekam keine Einsicht, aber eine Bestätigung über diese Urkunde mit diesem Wortlaut. 

3.       Auch musste ein Ausländer als Instrumentarium seinen Bezirk nehmen und das war für den Reussen die Hauptstadt vom Fürstentum Reuss, die Stadt Gera.

4.       Der Herr zu Reuss hätte auch den Weg nach Dänemark persönlich gehen können, um sich selbst vor Ort in Kopenhagen eine derartige Bestätigung zu holen, dies wäre aber mit Sicherheit abgelehnt worden, weil ein Reusser auf dänischem Hoheitsgebiet nichts zu suchen und auch dort keine Ansprüche zu stellen hatte.

5.       Also bekam nur der bestellte Notar eine Bestätigung über dieses Dokument zur Anfertigung einer Abschrift und den Nachweis des vererbten Allodialvermögens!

6.       So wurde in Gera eine Abschrift auf reussischen Papier gefertigt und dies in dänischer wie auch in deutscher Sprache. 

7.       Der Notar aus Gera hat das ganze Dokument dann beglaubigt mit dem fadengehefteten Notariatssiegel. Nun war dieses Dokument ganz offiziell beglaubigt worden und diese Abschrift galt dann wie ein Original.

8.       Damit ist der Reussische Fürst im Jahre 1825 den einzigen möglichen Weg von Gera aus gegangen, um überhaupt etwas in der Hand zu haben über dieses Erbe seines Großvaters Güldensteen in Dänemark. 

Sicher, er versuchte es zu barem Gelde zu machen. Doch leider, wie uns die Geschichte lehrt, hat es nicht geklappt!  Denn das Angebot zum Verkauf dieser eerbten Güter an den König von Dänemark fand nicht statt!

Jener weigerte sich, mit dem Wissen, dass das Erbe (ein Allodialvermögen) laut seinem Gesetz, ja sowieso in Dänemark zu verbleiben hatte! Dieses Erbe durfte weiterhin nur in der Familie weitergegeben werden, es stand aber nie zum Verkauf und kam somit aus Dänemark auch nicht heraus!

Waren keine Erben mehr vorhanden, fielen diese Güter an den Staat, also an Dänemark!

 

www.stempelpapier.de