Die Schleswig- Angeler (Angler) Fiskalmarken/ Eisenbahnmarken

 

Schleswig – Satrup (Angeln) 31,8 km. E. und Bf. Schleswig- Angeler Eisenbahn-Gesellschaft Flensburg, 1898 von der Schleswiger Kreisbahn übernommen.

  

 

Betrieb und Geschichte

Schleswig-Altstadt–Kappeln

Den Grundstock des insgesamt 108 Kilometer normalspuriger Strecken umfassenden Schienennetzes bildete die durch die Schleswig-Angeler Eisenbahn-Gesellschaft (SAE) am 15. Mai 1883 eröffnete Verbindung vom Bahnhof Schleswig-Altstadt durch die Landschaft Angeln nach Süderbrarup (22 Kilometer). 

Sie erreichte dort die Staatsbahnstrecke Flensburg–Eckernförde–Kiel und wurde durch die Lokaleisenbahn-Betriebsgesellschaft in Hamburg betrieben. 

Dann löste sich die SAE auf und fand ab 16. Juli 1898 in der Provinzhauptstadt Schleswig einen neuen Eigentümer für die nun als Kleinbahn bezeichnete Bahn. Am 15. September 1899 wurde der Kreis Schleswig Eigentümer, der die Strecke am 22. Dezember 1904 um 15 Kilometer bis zur Hafenstadt Kappeln weiterführte, wo sich drei Kreisbahnen (zwei davon schmalspurig) trafen. Inzwischen hatte die Firma Lenz & Co GmbH die Betriebsführung übernommen, die sie bis 1913/14 wahrnahm.

Die letzten planmäßigen Triebwagen der Kreisbahn fuhren auf der ältesten Strecke und verbanden noch bis 27. Mai 1972 Schleswig mit Kappeln. Als der Güterverkehr zwischen Schaalby und Süderbrarup am 30. Juni 1980 beendet wurde, blieb das Gleis für die Überführungsfahrten nach Kappeln liegen. 1981 wurde auch der Restgüterverkehr nach Kappeln an die Deutsche Bundesbahn übergeben, die ihn bis Ende 2001 durchführte. Danach wurde der Güterverkehr für die Cremilk-Werke in Kappeln durch die Angeln-Bahn durchgeführt. zum 15. Dezember 2003 aber endgültig eingestellt. Seitdem verkehren nur noch die Museumszüge der Angelner Dampfeisenbahn.

 

Schleswig-Altstadt–Satrup

Der Kreis Schleswig vergrößerte sein Schienennetz durch den Bau von weiteren Kleinbahnen noch erheblich. Eine 31 Kilometer lange Strecke verband den Bahnhof Schleswig-Altstadt ab 15. Juli 1904 mit dem ebenfalls in Angeln gelegenen Bahnhof Satrup der schmalspurigen Flensburger Kreisbahn.

Die Personenzüge nach Satrup fuhren noch bis 11. April 1965. Die Güterzüge fuhren ab 16. Juli 1975 nur noch nach Berend, bis dieser Verkehr am 30. Juni 1980 endete. Das Industriegebiet Klosterfeld wurde noch bis 30. April 1988 bedient, in den letzten Monaten durch Fahrzeuge der Deutschen Bundesbahn.

 

Schleswig–Friedrichstadt

Im folgenden Jahr eröffnete die Kreisbahn am 1. Dezember 1905 vom Staatsbahnhof Schleswig im Stadtteil Friedrichsberg an der Strecke Flensburg–Neumünster eine 37 Kilometer lange Strecke nach Westen über Wohlde und Süderstapel bis Friedrichstadt an der Eider, wo allerdings wegen einer fehlenden Brücke keine Gleisverbindung zur Marschbahn Husum–Heide–Hamburg hergestellt wurde. Jedoch war damit eine Bahnstrecke entstanden, die von der Schleimündung fast bis zur Eidermündung, also von der Ostsee bis fast zur Nordsee reichte.

Nach kaum dreißig Jahren begann das Netz zu schrumpfen, auf dem 14 Dampflokomotiven und 4 Triebwagen eingesetzt waren. Der Kreis Schleswig fasste im Jahre 1934 seine Kleinbahnstrecken und den 1933 eröffneten Omnibusbetrieb unter der Bezeichnung „Verkehrsbetriebe des Kreises Schleswig“ zusammen.

Schon am 1. Februar 1934 wurde auf der jüngsten Bahnstrecke Schleswig-Friedrichstadt der Personenverkehr eingestellt; in den Jahren 1942/43 baute man dann die 17 Kilometer Gleise westlich von Wohlde ab, nachdem dort auch der Güterverkehr zum Erliegen gekommen war. Der Ostteil dieser Strecke erhielt 1936 eine neue Bedeutung durch den Bau einer Munitionsanstalt bei Kropp und des Militärflughafens bei Jagel, so dass die Luftwaffe die zehn Kilometer lange Teilstrecke Schleswig–Kropp ankaufte.

Allerdings nutzte man gleich nach dem Zweiten Weltkrieg das verbliebene Teilstück Schleswig–Wohlde, um dort bis 13. Mai 1950 wieder Personenzüge fahren zu lassen. Anschließend folgte der Abbau westlich von Hollingstedt-Dörpstedt. Auf dem Reststück wurden bis zum Jahresende 1971 noch Güter befördert, anschließend noch bis Kropp. Inzwischen ist auch diese Teilstrecke, die bis zur Stilllegung Eigentum der Bundesrepublik Deutschland blieb, abgebaut worden.

 

Schleswig–Schleswig-Altstadt

Die Verbindung zwischen den beiden Netzteilen östlich und westlich der Kreisstadt stellte die „Schleibahn“ her, eine rund drei Kilometer lange Strecke, die am 15. November 1880 für den Güterverkehr und am 15. Mai 1881 für den Personenverkehr von der Schleswigschen Eisenbahn-Gesellschaft in Betrieb genommen worden und 1885 in das Eigentum der Preußischen Staatsbahn übergegangen war. 
Dabei wurde weitgehend die Trasse der Schleswig-Klosterkruger Eisenbahn-Gesellschaft (SKE) benutzt, die schon am 1. Juni 1858 eine Anschlussstrecke von der Stadt Schleswig zur Südschleswigschen Eisenbahn eröffnet hatte, die rund fünf Kilometer westlich der Stadt vorbeiführte. Die SKE ging 1869 in der Schleswigschen Eisenbahn-Gesellschaft auf.

Die Schleibahn blieb bis zu ihrer Stilllegung im Eigentum der jeweiligen Staatsbahn, wurde aber nach Eröffnung der Strecke Schleswig–Friedrichstadt von den Zügen der Kreisbahn befahren. Die DB stellte den Restgüterverkehr Schleswig–Schleswig-Altstadt am 1. Dezember 1992 ein. 

 




Streckennetz der Kleinbahnen

 



Von Schleswig nach Satrup (Angeln) 31,8 km

E. und Bf. Schleswig- Angeler Eisenbahn-Gesellschaft Flensburg
1898 von der Schleswiger Kreisbahn übernommen

 

 
   

Fiskalmarken von 1877. Schleswig-Angler Eisenbahn. 
Stahlstich. Bogenränder ungezähnt. Perf. 15 auch 12, ohne WZ, dickes Papier.
10 Pfennige in a. + b., 20 Pf auch in a., 50 Pf. auch in a., 80 Pf. 1 M, 3 M, 5 M, 10 M, 

 

       
       
      
       



 

Fiskalmarken von 1892.  Schleswig Angler Eisenbahn. 
Steindruck. Perf. 11 ¾ auch 10 ¼, ohne WZ.
20 Pf., 40 Pf., 50 Pf., 1 M. 

 



 

 

Quellen: 
- Wikipedia 
- Erler/Jünkes, Katalog der Stempelmarken von Deutschland, Band XVII, Frachtmarken,      Zeitungspaketmarken, Platzkartenmarken, Steuerausgleichsmarken von 1998


www.stempelpapier.de