Weitere Accise (Akzise) Scheine neu aufgefunden 

 

 

 



Accise Amt Murrhardt,4tes Quartal April, Mai, Juni von 1833
5er Ausschnitt aus einem Bogen Accise Scheine über insgesamt 25 Kreuzer, pro Schein a 5 Kreuzer

 

  



Accis Jacobi 1716 Backnang
Mit einem Kontrollstempel = K – XV

 
Georgi: Bezeichnung für den 23. April, den Gedenktag des heiligen Georg (in einigen Diözesen auch 24. April). Georgi ist ein mit vielen Wetterregeln verbundener Lostag und war somit ein wichtiges Datum im bäuerlichen Jahr (Zahlungen, Gesindewechsel, Beginn der Weidezeit). Vom 15. bis in das 19. Jahrhundert war dieser Tag ein wichtiger Zinstermin bei Grundherrschaften. Die heute zum Teil abgekommenen Bräuche waren das Grasausläuten in Tirol, die Heischeumzüge der Hirten (deren Arbeitsjahr begann), die Georgiritte in Oberösterreich und Salzburg, die Georgifeuer in Oberösterreich, das Georgijagen in Südkärnten (ein Heischebrauch der Schuljugend mit Feuer und Lärm, bei dem man den in Stroh oder grünes Laub gehüllten "Georg" vertreibt) sowie die Grenzbegehungen ("Hottergang" in Ostösterreich).

 


 

 

Accis Lichtmeß 1717 Backnang
Kontrollstempel = .K. - .XXX.
 

Lichtmeß = Mariä Lichtmeß: Der 2. Februar ist traditionell der Tag, an dem die Tannenbäume aus den Kirchen geräumt und die Krippenfiguren verpackt werden. Es ist das letzte Fest in der Weihnachtszeit. Das Datum berechnet sich vom 25. Dezember her, denn zählt man vom 1. Weihnachtstag 40 Tage weiter, kommt man zum 2. Februar. 40 Tage sind in der jüdisch-christlichen Tradition ein Zeitmaß, dass sich in den 40 Tagen der Fastenzeit wiederfindet. Der biblische Bezug von Lichtmeß ist die alttestamentliche Vorschrift, daß Frauen sich 40 Tage nach der Geburt einer kultischen Reinigung unterziehen müssen. Da der Erstgeborene Gott geweiht war, wurde er im Tempel "dargestellt". Der Name Lichtmeß (-messe) erklärt sich daraus, daß die Kerzen für das kommende Jahr geweiht wurden. Das Licht symbolisiert Christus. Die mit nach Hause genommene Kerze wurde beim Gebet wie auch bei Unwettern angezündet. Für Knechte und Mägde gab es einige Tage frei, da die Weihnachtszeit offiziell mit Lichtmeß endete und die Feldarbeit begann. 

Die Lichtsymbolik leitet sich direkt aus dem Bericht bei Lukas her. Als die Eltern das Kind in den Tempel bringen, werden sie von dem greisen Simeon und der 84-jährige Witwe Hanna erwartet. Simeon nennt das Kind „ein Licht, das die Heiden erleuchtet und Herrlichkeit für sein Volk Israel.“ Das Preislied des Simeon wird in der Komplet, dem letzten Teil des kirchlichen Stundegebetes, betet:„ Nun läßt du, Herr, deine Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“ Lukas 2,29-32

 


  



Accis Jacobi 1718 Backnang
Kontrollstempel = .K. - .X.

 
Jacobi = Jakobi wird auch der Jakobustag (25. Juli) genannt, Jakobus der Ältere (auch Jakobus Maior, Jakobus der Große oder spanisch Santiago) († ca. 44 n. Chr.) ist eine Gestalt des Neuen Testaments. Er zählt zu den zwölf Aposteln Jesu Christus: In der evangelischen und katholischen Kirche ist sein Gedenktag der 25. Juli, an dem im Mittelalter in vielen Gegenden Europas Erntefeste oder Kirmes gefeiert wurde, in der orthodoxen Kirche ist es der 30. April, in der koptischen Kirche der 12. April und in der äthiopischen Kirche der 28. Dezember. Der Jakobstag (St. Jakob, kurz Jakobus oder Jakobi) 25. Juli ist seit dem 8. Jahrhundert als Festtag für Jakobus den Älteren, Bruder des Evangelisten Johannes nachweisbar. Der Jakobstag ist ein Tag mit wichtigen Wetterregeln: „Jakobi heiß - lohnt Müh' und Fleiß.“ „Jakobi klar und rein, wird's Christfest frostig sein.“ 

 
 

 



Accis Jacobi 17254 Backnang
Kontrollstempel = .K. - .LI.

 





Accis Martini 1725 Backnang
Kontrollstempel = .K. - .XX.

  

Martini = das Fest des heiligen Martin feiern wir am 11. November: Der Martinstag am 11. November (in Altbayern und Österreich auch Martini) ist der Festtag des Heiligen Martin von Tours. Er ist in Mitteleuropa von zahlreichen Bräuchen geprägt, darunter das Martinsgans-Essen, der Martinszug und das Martinssingen. 

Die verschiedenen Bräuche wurzeln in zwei wohl zusammenhängenden Umständen. In der von Byzanz beeinflussten Christenheit lag der Martinstag zunächst am Beginn der 40-tägigen Fastenzeit ab dem 11. November, die vom Mittelalter bis in die Neuzeit hinein – in den Orthodoxen Kirchen teilweise bis heute – vor Weihnachten begangen wurde. Am letzten Tag vor Beginn dieser Fastenzeit konnten die Menschen – analog zur Fastnacht – noch einmal schlemmen. So wird noch heute beim rheinischen Karneval die neue „Session“ am 11. November ausgerufen. Daneben war der Martinstag auch der traditionelle Tag des Zehnten. Die Steuern wurden früher in Naturalien bezahlt, auch in Gänsen, da die bevorstehende Winterzeit das Durchfüttern der Tiere nur in einer eingeschränkten Zahl möglich machte. An diesem Tag begannen und endeten auch Dienstverhältnisse, Pacht-, Zins- und Besoldungsfristen. Landpachtverträge beziehen sich auch heute noch häufig auf "Martini" als Anfangs- und Endtermin, da der Zeitpunkt dem Anfang und Ende der natürlichen Bewirtschaftungsperiode entspricht. Der Martinstag wurde deshalb auch Zinstag genannt.

 



 

 

Accis Jacobi 1725 Backnang
Kontrollstempel = .K. - .XXX.

 

 

 

Accis Georgi 1726 Backnang
Kontrollstempel = .K. - .XX.

 

 

  

Quelle: Accise Scheine aus dem unendlichen Fundus von Gunter Wagner Filderstadt
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