Kalender für Stadt und Land Meißen 1835 
mit dem Gebühren- Kontrollstempel aufgefunden!

 

Hervorgegangen ist das Königreich aus dem Kurfürstentum Sachsen, dessen um 1800 erreichter Gebietsstand hauptsächlich im Ergebnis der Übertragung der sächsischen Kurwürde an die wettinischen Markgrafen von Meißen 1423, dem Übergang der Kurwürde von den ernestinischen an die albertinischen Wettiner nach der Wittenberger Kapitulation 1547,  sowie dem Zugewinn von Ober- und Niederlausitz im Prager Frieden 1635 resultierte. 

Das Königreich umfasste Ende 1806 das Gebiet der alten Markgrafschaft Meißen bestehend aus dem Meißnischen Kreis (u.a. mit Meißen, Dresden, Torgau, Pirna, Oschatz, Riesa, Großenhain, Elsterwerda, Finsterwalde, Senftenberg),
dem Leipziger Kreis (u.a. mit Leipzig, Grimma, Rochlitz, Borna) und dem Erzgebirgischen Kreis (u.a. mit Chemnitz, Zwickau, Annaberg, Freiberg) unter Einschluss der alten Herrschaft Schönburg (u.a. mit Glauchau) und dem südlich angrenzenden (sächsischen) Vogtland (Vogtländischer Kreis u.a. mit Plauen), 
die alten sächsischen Kurlande mit ihrer Hauptstadt Wittenberg (Kurkreis einschließlich der Grafschaft Brehna, neben Wittenberg u.a. mit Belzig, Bitterfeld, Liebenwerda), Ausläufer in Ost- und Nordthüringen (Neustädter Kreis u.a. mit Neustadt an der Orla; Thüringischer Kreis u.a. mit Langensalza, Sangerhausen, Weißenfels).  

Dazu traten als verfassungsmäßig eigene Länder, die auch ein eigenes Recht auf  Steuerhoheit und Verkehrsabgaben hatten:
die Markgrafschaften Oberlausitz (u.a. mit Budissin [= Bautzen], Görlitz, Löbau, Kamenz, Lauban, Zittau) 
und Niederlausitz (u.a. mit Lübben, Guben, Sorau, Fürstenberg/Oder), 
die säkularisierten Stiftsgebiete Meißen (u.a. mit Bischofswerda, Wurzen); 1581 resigniert der letzte Bischof des alten Bistums Meißen. Das Bistum Meißen hört damit auf, ein katholisches Bistum zu sein. Nur in der zu Böhmen gehörenden Lausitz bleibt ein kleiner Rest des Bistums Meißen erhalten.

Merseburg und Naumburg-Zeitz, das Fürstentum Querfurt (unter Einschluss des zugehörigen Landstriches um Jüterbog und Dahme), sowie die Harzgrafschaften Stolberg und Mansfeld (u.a. mit Eisleben, Hettstedt). 

Und eingebettet in die Markgrafschaft Niederlausitz lag die Cottbuser Enklave, 
die Preußen im Tilsiter Frieden am 9. Juli 1807 an Sachsen abtreten musste (Art. 2 und 12 des franko-preußischen Abkommens). 

 

Verwaltungsgliederung vor und nach 1815 

Im ersten Jahrzehnt seines Bestehens blieb das Königreich Sachsen in die aus dem Mittelalter stammenden Ämter gegliedert, welche seit dem 16. Jahrhundert in sieben kursächsische Kreise (Erzgebirge, Kur, Leipzig, Meißen, Neustadt an der Orla, Thüringen, Vogtland) zusammengefasst waren. 

Daneben bestanden in den Markgrafschaften Ober- und Niederlausitz eigene Verwaltungsstrukturen; ebenso waren die an Kursachsen gefallenen Stiftsgebiete (Meißen, Merseburg, Naumburg-Zeitz) und Fürstentümer (Querfurt sowie die Harzgrafschaften Mansfeld und Stolberg) nicht „eingekreist".

Mit der „Generalinstruktion an die Kreis- und Amtshauptleute“ vom 22. Juni 1816 wurde die administrative Neugliederung des inzwischen wesentlich verkleinerten Königreiches herbeigeführt: 
Aus den bei Sachsen verbliebenen Landesteilen wurden innerhalb der sächsischen Erblande elf größere Amtshauptmannschaften gebildet, die als Unterabteilungen direkt der Meißner, Erzgebirgischen oder Leipziger Kreishauptmannschaft unterstellt waren. 
Der kleine Vogtländische Kreis wurde nicht weiter in Amtshauptmannschaften unterteilt. 
Daneben bestanden in der Markgrafschaft Oberlausitz eigene Verwaltungsstrukturen fort: Unter der Oberamtsregierung zu Budissin (= Bautzen) gliederte sich die Landesverwaltung hier zum einen in die „Vierstädte mit Dorfschaften“ (der Begriff „Vierstädte“ bezieht sich auf die bei Sachsen – und damit Oerlausitzisch – gebliebenen Städte des alten Oberlausitzer Sechsstädtebundes: Budissin, Kamenz, Löbau, Zittau), zum anderen in den (oberlausitzischen) Landkreis.

 

Verwaltungsgliederung seit 1835 

Nach der Verabschiedung der Sächsischen Verfassung 1831 und der dadurch gegebenen staatsrechtlichen Vereinheitlichung des Königreiches wurde auch eine administrative Neugliederung des Staatsgebietes erforderlich. 

Mit Verordnung vom 6. April 1835 wurden deshalb die in den alten Erblanden bestehenden Kreishauptmannschaften und in der Oberlausitz die Oberamtsregierung aufgehoben. 
Stattdessen wurden vier Kreisdirektionen errichtet, die ihren Sitz in Budissin/Bautzen, Dresden, Leipzig und Zwickau hatten. Die Kreisdirektion Dresden zählte zunächst fünf, ab 1838 vier Amtshauptmannschaften und umfasste hauptsächlich den bisherigen Meißnischen Kreis, griff nun aber auch auf das Osterzgebirge aus. Die Kreisdirektion Zwickau wurde aus den vormaligen Kreisen Erzgebirge (einschließlich Herrschaft Schönburg) und Vogtland gebildet und zählte fünf Amtshauptmannschaften. Die Kreisdirektion Leipzig zählte zunächst drei, ab 1838 vier Amtshauptmannschaften und umfasste neben dem bisherigen Leipziger Kreis auch kleinere Gebiete des ehemals östlich anstoßenden Meißnischen Kreises. Die Kreisdirektion Budissin/Bautzen umfasste den oberlausitzischen Landesteil sowie im Westen einige zuletzt zum Meißnischen Kreis gehörigen stiftsmeißnischen Gebiete. Sie wurde erst 1838 in zwei Amtshauptmannschaften (Budissin/Bautzen) aufgeteilt.

 

 





Meißnischer Kalender für Stadt und Land 1835

 



rechts der sächsischer KALENDER : STEMPEL über 6 Pf. (Pfennige),
links der Zusatzstempel für Meißen

 




Der Kontrollstempel für die Kalender ist ohne die Buchstaben über dem Wappen 
=  „K. S.“ für „Königreich Sachsen“ gefertigt worden 

 

 



Gedreht ist die Inschrift nur schlecht zu erkennen:
Aber die gilt hier als gesichert mit folgenden Buchstabenkürzeln: 
:KS:OB:LAUS:STEMP:

Soll heißen: Königlich:Sächsischer:Ober:Lausitz:Stempel: 

Der Oberlausitz- Stempel ist Ende 1834 außer Vollzug gesetzt worden!

Es gilt als gesichert, dass diese und andere Kalender noch vorab gestempelt worden sind!

 
Solche Einnahmen aus dem Kalenderstempel wurden fast immer direkt vor Ort 
für staatliche Einrichtungen verwendet, wie Waisen- und Armenhäuser!

 

 



Innen vom Kalender befindet sich der zweite sächsische 6 PF: KALENDER : STEMPEL
in schwarz abgeschlagen, 
der laut Verordnung von 1773 bei  „Dezember“  in roter Farbe gesetzt werden sollte! 

Dezember ist hier zu lesen im Text, bei Entfernung Sonne Erde im December!

Warum dieser Stempel nun schwarz abgeschlagen worden ist?
 

Es gibt noch viele Ungereimtheiten im Sächsischen Kalenderstempel-Recht 
und weitergehende Forschungen sind im Gange!

 
 

Quellen: Wikipedia
Mein Dank geht insbesondere an Steffen Eckert und Carsten Mintert für weiterführende Informationen zum sächsischen Kalenderwesen

www.stempelpapier.de