Eine FISCALISCHE GRUBE und mehr!

 

Geschichte des Kohlebergbaus im Saarland

Der Beginn der Kohlenförderung im Saarland liegt lange zurück: Eine Urkunde aus dem Jahre 1429 erwähnt schon Schürfbetriebe bei Neunkirchen. Es soll aber schon zu Zeiten der Römer im Saarland Bergbau gegeben haben. Der Emilianusstollen in St. Barbara (Wallerfangen) ist ein in Mitteleuropa einzigartiges Beispiel dafür (allerdings wurde dort nach Kupfer gegraben).  

Im Jahre 1751 zog der Fürst von Nassau und Graf zu Saarbrücken kraft eines in Deutschland bestehenden Hoheitsrechts den Besitz der bis dahin privaten Gruben an sich, die zwar zahlreich, aber wenig bedeutend waren, denn ihre gesamte Jahresproduktion betrug nur etwa 300 Tonnen. 

Als 1792 die Gegend um Saarbrücken an Frankreich fiel, förderten die Gruben ungefähr 50 000 Tonnen Kohle jährlich. Im Jahre 1808 beabsichtigte Napoleon, die Saargruben in mehrere Konzessionen aufzuteilen. Um die Aufteilung besser durchführen zu können, ließ er die Lagerstätten auf Staatskosten methodisch erforschen. Die Ingenieure Duhamel, Beaunier und Calmelet erledigten diese Aufgabe in drei Jahren und fassten das Ergebnis ihrer Untersuchungen in einem Atlas zusammen. Obwohl sich Napoleon schließlich doch gegen eine Aufteilung entschied und ein einziges staatliches Unternehmen der Gruben bevorzugte, steht dieser Atlas am Anfang des wirklich industriellen Betriebs der Saargruben. 

Gegen Ende des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam das Saargebiet in seinem Hauptteil zu Preußen und zu einem kleinen Teil (im Osten) an Bayern. Diese beiden Länder vertrauten die Kohleförderung ihren jeweiligen fiskalischen Verwaltungen an. 

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts förderte der industrielle Aufschwung die Nutzung und Ausbeutung des saarländischen Kohlevorkommens. Die Produktion erreichte im Jahre 1880 fünf Mio. Tonnen. Während der ersten Jahre des 20. Jahrhunderts stieg sie weiter erheblich an, bis auf 13 Mio. Tonnen im Jahre 1913.

Im Jahre 1920 wurden die Saargruben französisches Staatseigentum, da der Versailler Vertrag sie Frankreich zugesprochen hatte, als Ersatz für die im Ersten Weltkrieg zerstörten Gruben in Nordfrankreich. Nach der Volksabstimmung von 1935 kam die Saar wieder zu Deutschland, das mittlerweile unter nationalsozialistischer Regierung stand. Die Saargruben wurden dem französischen Staat abgekauft und erhielten später die Form einer Aktiengesellschaft (Saargruben A.G.), deren einziger Aktionär das Deutsche Reich wurde.

 

 

Güterverkehr

Neben dem Personenverkehr hat bei den Haupt- und Nebenbahnen Deutschlands stets auch der Güterverkehr eine große Rolle gespielt.

Dabei wurden schon in der Verkehrsordnung für die Eisenbahnen Deutschlands vom 5.11.1882 (RGB1."1882, S. 923) drei Güterverkehrsarten unterschieden: 
Die Beförderung von Reisegepäck, die Beförderung von Expressgut, und die Beförderung von Gütern im Allgemeinen.

Schon in diesem Gesetz wurden für die drei Transportarten bestimmte Begleitpapiere vorgeschrieben: Der Gepäckschein, der Beförderungsschein und der Frachtbrief.

Am 14.10.1890 kam es zum Abschluß eines "Internationalen Übereinkommens über den Eisenbahnfrachtverkehr (RGB1.1892, S. 793), in dem sich jede Eisenbahn, die dem Übereinkommen beitrat, verpflichtete, die Beförderung von Gütern im internationalen Verkehr zu übernehmen. 

Dieses Übereinkommen sah ebenfalls die Verwendung eines Frachtbriefes als Begleitpapier für die zu versendenden Güter vor, in dem u.a. auch die Vorausbezahlung der Fracht vermerkt sein mußte, deren Aufteilung auf die beteiligten Eisenbahnen in dem Übereinkommen näher geregelt war. 

Diesem Übereinkommen traten alle deutschen Staatsbahnen und auch die privaten Haupt- und Nebenbahnen bei.

 



Versand Station 1913 = Püttlinger Grube


Westlich von Püttlingen entstand von 1866 an die Anlage Viktoria I/II als Tochtergrube der Grube Gerhard, benannt nach der damaligen Kronprinzessin Viktoria, der englischen Gemahlin des späteren Kaisers Friedrich III. Weiter nördlich bei Engelfangen wurde 1902 der Schacht Viktoria III (1920-1935 Edward-Schacht genannt) abgeteuft. Ein 1248 m langer Stollen stellte die Verbindung mit Viktoria I/II her. Stillgelegt wurde die Grube Viktoria im Jahre 1963.

 

  

 

FISCALISCHE SAARGRUBEN 
KÖNIGL. EISENBAHN- DIRECTION

Der für mich bis dato noch unbekannte Preuss. FISCAL- Stempel
von der königlichen Eisenbahn- Direktion Saarbrücken.
 

Die Kohlegruben unterstanden dem preuss. Fiskus 
und die Eisenbahnen, die diese Bodenschätze 1913 beförderten, auch!


 

 




Frachtstempelmarke von 1. Juli 1900, 
im Erler Katalog Nr. 10 = dunkelgrün, 
13 ½ x 14, WZ = Vierpaß


 

www.stempelpapier.de