Ein weiteres Highlight der fiskalischen Gebührenstempelkunde:
Unbekannter Stempelpapier - Impost aus dem Hochstift - Fürstbistum Augsburg aufgefunden!

 


Hochstift - Fürstbistum Augsburg

Das Bistum Augsburg wird, obwohl sichere Quellenbelege fehlen, für das 4. Jahrhundert als bestehend angenommen. Es war der Kirchenprovinz Mailand (bis 539) und dann Aquileja zugeordnet und könnte 450 nach Säben (bzw. später Brixen) verlegt worden sein. Unter den Merowingern (709) könnte es neu gegründet
(Bischof Wicterp 738, Bischof Rozilo 745) und (spätestens 829) der Kirchenprovinz Mainz angegliedert worden sein. 
Um 800 ging in ihm das 733 - 748 für seinen bayerischen Teil gegründete Bistum Neuburg-Staffelsee auf. Es reichte von der Iller bis zu Ilm und Walchensee sowie im Norden bis nach Feuchtwangen. 
Die an sich nicht geringen, aber zerstreuten Güter des Hochstifts lagen vor allem im Oberallgäu zwischen Iller und Lech. 
1258 kam Dillingen hinzu und wurde zu seinem Mittelpunkt bestimmt (seit Anfang des 15. Jh. Residenz, 1544 theologisch - philosophische Universität).
Allmählich löste sich das Hochstift von der Vogtei, die im 12. Jahrhundert den Herren von Schwabeck und nach 1167 den Staufern zustand und schließlich 1273 Rudolf von Habsburg überlassen wurde. 
Schon seit 1156 ging aber die Herrschaft über die Stadt Augsburg verloren. 

1802/03 wurde das Hochstift mit 43 Quadratmeilen (2365 qkm),100000 Einwohnern, 16 Pflegeämtern, 
1 Rentamt, den Städten Dillingen und Füssen und 19 Ämtern des Domkapitels sowie 450000 Gulden jährlichen Einkünften säkularisiert und ging überwiegend in Bayern auf. 

 



 Ein perfekt abgeschlagener Gebührenwertstempel auf Pergament von 1747

Stempel: Hochovale Form, darin Wappen: Schild gespalten (meist mit Angabe der Farben durch heraldische Schraffierung: hier wäre das Weiß und Rot), hinterlegt mit Schwert und Bischofsstab, über dem Schild der Fürstenhut. 

In den Schildhälften standen fast stets die Initialen der Augsburger Bischöfe: 

Hier unter Bischof Josef von Hessen-Darmstadt (1740-1768) ist der Spalt mit einem  „ I „  belegt worden! 

Unter dem Schild in einer Kartusche die Wertbezeichnung (entweder Zahl allein oder Zahl in Verbindung mit x für Kreuzer). Stempelfarbe schwarz.

Ganz oben links wurde der Gebührenwert vorab vom Schreiber dieses Pergamentes handschriftlich mit 30 x für Kreuzer vorgemerkt!
 
In meinen Handbüchern schon längst benannt, 
in Martin Erlers Katalog über die Stempelpapiere von Bayern unbekannt!

 

 

Quelle:
Handbuch über den Stämpffelpapier - Impost aus dem Hochstift / Fürstbistum Augsburg 
von Wolfgang Morscheck Bad Säckingen, 2005/2008


www.stempelpapier.de