Neue Medien - Alte Leier

 

Die postalische Sammlergilde treibt ihre Geschichtsverfälschung in der Literatur 
und im Internet munter weiter!

So heißt es in Wikipedia, der freien Enzyklopädie, im Artikel "Briefmarke" z. B. unter dem Stichwort "Vorläufer": 

Bevor die erste offizielle Briefmarke der Welt 1840 ausgegeben wurde, gab es zahlreiche Vorläufer. 
So schuf der Pächter der Pariser Stadtpost, Jean-Jacques Renouard de Villayer, bereits 1653 das Billet de port payé, einen briefmarkenähnlichen Gebührenstreifen aus Papier. Dieser Streifen musste in Ermangelung einer Klebefläche mit Klammer oder Faden am Brief befestigt werden ...

oder auch für Sardinien: Auf Sardinien gab es beispielsweise 1818 ein mit einem Stempel versehenes Postpapier (Carta postale bollata), ...

 

Auch heute noch wird den postalischen Briefmarken-Sammlern immer und immer wieder suggeriert, das es bei den Vorläufern eine private (auch noch gepachtete) Pariser Stadtpost gegeben haben soll, oder einen "Postbeamten" Villayer!

Auch in der vom BDPh gesponserten Literatur taucht immer wieder der "Postbeamte" Villayer auf!
 
Über soviel Schwachsinn, der in den deutschsprachigen Ländern immer wieder verzapft wird, kann ich nur lachen!

Entweder ist das Ganze so gewollt, oder die literatischen Großkopferten schreiben diesen Unsinn immer wieder einer vom andern ab!

Villayer war ein Steuerbeamter des Königs, genau genommen der oberste Steuereintreiber für Paris, und das ausschließlich und überhaupt. 

Die Zettel, die da an den Brief befestigt worden sind, waren kleine Gebühren-Belege,  
sog. Steuerbelege gewesen, aber keine Briefmarke und kein postalischer Gebührenzettel,
nur ein reiner fiskalische Gebührennachweis-Zettel ... !

Die Post gehörte dem Staat und alle Gebühreneinnahmen waren Steuereinnahmen! 

Maitre de Request übersetzt heißt soviel wie "Chef des Zugriffs" 
und zugegriffen wurde beim Volk in Form von Steuern!

Da ist im französischen Original nichts von Post zu lesen, denn einen  Postbeamten Villayer (egal wie der sich auch geschrieben haben mag), der auch noch die vom König von Frankreichs staatliche Post gepachtet haben soll, so einen Postbeamten, den hat es nie gegeben!

Aber ich bin gerne gewillt meine Meinung zu revidieren, sollte mir einer aus der postalischen Sammlerkaste geschichtlich das Gegenteil beweisen können!



Auch die Carta postale bollata  in Sardinien war ein staatliches Stempelpapier;
es war rein fiskalischer Natur, nichts daran war postalisch!


Das waren Steuereinnahmen des Königs von Sardinien für die Erlaubnis seiner Untertanen, überhaupt einen Brief versenden zu dürfen. Und danach, wenn der Brief auf Reisen ging, 
wurde der vielleicht erst postalisch!

Carta = Papier + Bollata = Stempel, 
dann heißt doch wohl:
carta bollata = Stempelpapier
 
Also ein staatlich- vorab gestempeltes, späteres, postalisches Stempelpapier, das zu einem Brief gefaltet worden war! 

Ich bin wirklich einmal gespannt, wann die Märchen- Erzählerei der postalischen Sammlergilde, die sich schon seit Jahrzehnten in deren Köpfen festgefressen hat, aufhört!

Man kann nur hoffen, wenigstens die jüngeren Sammler sind so flexibel und revidieren schnellstens diese nur im postalischen Sammelgebiet über Jahrzehnte erzeugten geistigen Cinderellas!
 
Auch hier bin ich gerne gewillt meine Meinung zurück zu nehmen, sollte mir einer aus der postalischen Sammlerkaste geschichtlich das Gegenteil erzählen können!

  

Gez.:  Wolfgang Morscheck, Bad Säckingen


www.stempelpapier.de