Ein weiteres Highlight der deutschen Fiskal-Philatelie: 
Der Stempelpapier-Impost aus der Reichsstadt Augsburg
nach jahrelanger Suche endlich im Original aufgefunden!

   

Ich Jacob Zipper, bürgerlicher Stahl und Messingarbeiter, bekenne hiermit für mich und meine Erben, daß hier meine im Kanzley- und Protocoll Z. pag. 7. by. ferschriebenen auf dem Obstmarkt gelegenen Behausung, Hofraithe, Stallung, Remiße, und Garten, mit allen zu- und zugehör onb und unter der Erden, michslbst davon ausgenommen, auf alle und jeden meiner und meinen Erben daran und darauf Gebrauch? Nebst? und ?? ?? für Zinslehen um 4 Mazen 2.Vierling Korn an die Löbliche Administration Deputation der geistlichen Güter auf St. Michaelis Tag zu bezahlen, sonsten gegen mäniglich …..….

 



Ein Dokument aus der Reichsstadt Augsburg von 1804,
zusammengebunden sind 3 Doppelseiten Pergament (3 Seiten Haut)

 

 



Angehängt eine Kapselrolle 

 



Der Gebührenstempel im Hochoval, darin der Augsburger „Stadtpyr" eine Zirbelnuß auf korinthischem Säulenkapitell, beidseits die Buchstaben A V [= Augusta Vindelicorum]; zwischen Kapitell und unterem Ovalrand in der Kartusche die Wertbezeichnung (Zahl), hier 2 G (Gulden). 
Ein schwarzer Naßstempel!

Im Erler Katalog zwar gelistet aber noch nie aufgezeigt!

 

 



Auf der letzte Seite vom Pergament noch ein Actum über 4500 Gulden von 1821 mit Stadtgerichts-Insiegel 
vom Königlich bayerischen Kreis und Stadtgericht Augsburg

 

  



Abgerechnet mit einem bayrischen Gebührenstempel über 5 Gulden, 
gültig mit der staatlichen Gebührenverordnung von 1809

 

  

Briefmarken sind zwar auch staatliche Gebührenmarken, wurden aber zu dieser Zeit noch gar nicht angedacht!

Dagegen wurde  schon seit 1624 diese indirekte Stempelsteuer überall auf der ganzen Welt mit Gebührenstempel abgerechnet!
Und diese Gebührenstempel wurden aufgeklebt, angeklebt, eingestampfft, eingeprägt, aufgedruckt, 'angeplaakt', angenäht, angenadelt oder auch angedrahtet, wie auch aus Gebührenmarkenbögen ausgeschnitten und mit einem Silberfaden durchzogen, der wiederum extra mit einer Kontrollmarke verklebt / versiegelt wurde!

Immer noch will man uns Fiskalphilatelisten in Deutschland weismachen, die Postmarken hätten mit den Gebührenstempeln oder auch mit den gebrauchten und benutzten Gebührenzetteln (Tax- u. Accisezettel) vor 1840  nichts zu tun!

Fakt ist doch , daß sich die Idee der Postmarke erst aus diesen früheren Formen der Besteuerung und der Gebührenerhebung entwickeln konnte!

Wir Fiskalphilatelisten in Deutschland müssen uns wahrscheinlich damit abfinden, daß wir auf diese geschichtliche Anerkennung durch die Post-Philatelie bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten müssen!


www.stempelpapier.de