Stempelpapier- Impost aus der freien Reichs- und Hansestadt Danzig

 

Der Begriff Freie Reichsstadt bezeichnet umgangssprachlich im Heiligen Römischen Reich sowohl jene Kommunen, die keinem Reichsfürsten, sondern direkt dem Kaiser unterstanden, als auch einige Bischofsstädte, die eine gewisse Autonomie erworben hatten, zum Beispiel dem Kaiser keine Heerfolge leisten mussten. 
Erstere wurden ursprünglich als Reichsstädte bezeichnet, letztere als Freie Städte. Diese Städte wurden ab dem 15. Jahrhundert im Städtekolleg unter dem Sammelbegriff „Freie und Reichsstädte“ zusammengefasst, woraus der Volksmund den Begriff Freie Reichsstadt gebildet hat, obwohl nicht viele Städte sowohl Freie Stadt als auch Reichsstadt waren. 
Aus dem Status der Reichsunmittelbarkeit ergab sich für die Reichsstädte eine Reihe von Freiheiten und Privilegien. Sie waren im Inneren weitgehend autonom und besaßen im Allgemeinen eine eigene niedere und hohe Gerichtsbarkeit. Insbesondere die Hochgerichtsbarkeit stellte sie den Fürsten gleich und unterschied sie von den landständischen Städten, die einem Landesherrn untertan waren. 
Als Reichsstände hatten die Reichsstädte aber auch besondere Pflichten gegenüber dem Kaiser. So hatten sie ihre Steuern direkt an ihn abzuführen und auf Verlangen Heerfolge zu leisten. 
Die Freien Städte erhielten ihren Status durch vom Kaiser und/oder dem Bischof gewährte Freiheitsprivilegien. Sie waren denen der Reichsstädte meist ähnlich, mit dem Unterschied, dass sie auch von der Heerfolge (außer bei Kreuzzügen) und den Steuern befreit waren.

 

Danzig (Fürsten, Freie Stadt)

Die Anfänge Danzigs sind durch archäologische Funde auf etwa 980 datiert. 997 (999) wird die urbs Gydannyzc genannt, vielleicht abgeleitet von einem Flußnamen mit dem Element *gud­oder von seinem slawschen Grundwort der Bedeutung «feuchte Stelle, Wiese» mit dem Suffix «-sk-, -sko-». Der deutsche Name entstand aus der hypokoristischen Form Danczk. Zu dieser Zeit war Danzig Sitz der slawischen Fürsten von Danzig, die sich seit etwa 1234 Fürsten/Herzöge von Pommerellen nannten. Seit dem Ende des 12. Jahrhunderts kamen zu den slawischen Pomoranen deutsche Zuwanderer, deren Siedlungen 1263 wahrscheinlich Recht Lübecks hatten und nach dem Aussterben des pommerellischen Herzogshauses 1294 und der Eroberung durch den Deutschen Orden 1301/8/9 in den Jahren 1342/3 Recht Culms erhielten. Um 1300 hatte Danzig etwa 2000, um 1415 etwa 20000 Einwohner. 1454 fiel Danzig vom Deutschen Orden ab und unterstellte sich Polen, behielt aber neben einem eigenen Gebiet weitgehende eigene Rechte als «Freie Stadt». 1523/6 kam es zum Sturz des patrizischen Rates, von 1526 bis 1557 zur Reformation. Der Grad der politischen Selbständigkeit gegenüber Polen war unterschiedlich. Bei der ersten polnischen Teilung 1792 blieb Danzig  unabhängig. Bei der zweiten Teilung Polens 1793 kam es an Preußen, im Tilsiter Frieden von 1807 wurde es mit vergrößertem Gebiet (2 Quadratmeilen) Freistaat unter Abhängigkeit von Frankreich. 1814 fiel es an Preußen. 
Am 10. 1./15. 11. 1920 wurde es, um Polen einen Zugang zum Meer zu verschaffen, mit 1966 Quadratkilometern und rund 400000 Einwohnern (davon 4% Polen) aus dem Deutschen Reich ausgegliedert und Freie Stadt unter dem Protektorat des Völkerbundes. Am 1. 9. 1939 wurde Danzig dem Deutschen Reich angegliedert und Hauptstadt des Reichsgaues Danzig-Westpreußen. 
Seit 1945 stand es unter der Verwaltung Polens, an welches es 1990 als politische Folge der deutschen Wiedervereinigung gelangte.

 

 



Taufbescheinigung Danzig 8 Juniy 1760,
gesiegelt und unterschrieben von Johann Daniel Reimann 
Evangelisch- Lutherischer Prediger zu Stankt Barbara 

 

 



Gebührenstempel mit Stadtwappen über 6 Groschen

 

 

Quellen: 
Wikipedia, 
Becks Historische Bibliothek


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